Angetestet: Dell XPS 17 Desktop-Replacement mit Power und UHD+

Autor: Klaus Länger

Dell hat erst im vergangenen Jahr wieder ein XPS 17 auf den Markt gebracht – nach 11 Jahren Pause. Im Hands-on-Test zeigt das 2021er-Modell des starken Edel-Desktop-Replacement mit Tiger Lake H45, Geforce RTX 3060 und hochauflösendem 16:10-Display, was es leisten kann.

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Das XPS 17 mit Octacore-Tiger-Lake-Prozessor und Geforce RTX 3060 ist ein Power-Notebook als Desktop-Teplacement. Mit einem Gewicht von 2,42 kg und mehr als 7,5 Stunden Akkulaufzeit im Test ist es trotzdem für den mobilen Einsatz zu gebrauchen.
Das XPS 17 mit Octacore-Tiger-Lake-Prozessor und Geforce RTX 3060 ist ein Power-Notebook als Desktop-Teplacement. Mit einem Gewicht von 2,42 kg und mehr als 7,5 Stunden Akkulaufzeit im Test ist es trotzdem für den mobilen Einsatz zu gebrauchen.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Viele 17,3-Zoll-Notebooks sind klassische Desktop-Replacements mit starkem Prozessor und zusätzlicher Grafikkarte. Hier ist auch das Dell XPS 17 9710 in unserem aktuellen Hands-on-Test keine Ausnahme. Der Prozessor im rund 2.600 Euro teuren Testgerät ist ein Intel Core i7-11800H mit acht Kernen und bis zu 4,6 GHz Taktfrequenz im Turbo-Modus. Er gehört zu Intels Tiger-Lake-H45-Familie mit 45 Watt TDP und kleiner Xe-Grafikeinheit, die sich hier auch nur UHD-Grafik nennt. Sie ist im Testkandidaten nur für Anwendungen zuständig, die nicht viel Grafikperformance benötigen. Bei Spielen und grafikintensiven Applikationen übernimmt die zusätzlich eingebaute Nvidia Geforce RTX 3060 mit 6 GB GDDR6 als eigenem Grafikspeicher. Der Arbeitsspeicher besteht aus zwei gesteckten DDR4-3200-SO-DIMMs mit zusammen 16 GB Kapazität. Bei der eingesetzten SSD mit einem TB Speicherplatz nutzt Dell die PCI-Express-4.0-Unterstützung des Intel-Prozessors und verwendet die flotte M.2-SSD PM9A1 von Samsung. Reicht die Kapazität nicht aus, dann kann noch eine weitere M.2-SSD eingebaut werden. Sie ist dann über PCI-Express 3.0 angebunden. Das 17-Zoll-Display mit 16:10-Seitenverhältnis liefert eine sehr hohe Auflösung von 3.840 x 2.400 Bildpunkten.

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PCI-Express 4.0 im Notebook derzeit nur mit Tiger Lake

Bei Desktop-Prozessoren ist Intel bei der Einführung von PCI-Express 4.0 ganz klar der Nachzügler. Bei Notebooks hat Intel dagegen die Nase vorn. Denn während AMD bei den mobilen Ryzen-Prozessoren auf die Unterstützung der im Vergleich zu PCIe Gen3 doppelt so schnellen Schnittstelle verzichtet hat, bietet Intels Tiger Lake H insgesamt 20 PCIe-Gen4-Lanes. Das reicht aus für einen RTX-Grafikchip mit 16 Lanes und noch eine PCIe-4.0-SSD mit weiteren vier Lanes.

Hohe Leistung für Anwendungen und für Spiele in Full-HD

Die Leistung des 17-Zöllers ist entsprechend hoch. Im Cinebench 11.5 erzielt er einen CPU-Wert von 22,41 Punkten und im Cinebench R23 11.677 Punkte im Multicore-Test. Im Anwendungsbenchmark PCMark 10 Advanced erreicht das Notebook eine ebenso hohe Punktzahl von 7.959. Das XPS 17 ist zwar kein ausgesprochenes Gaming-Notebook, macht aber auch bei anspruchsvollen Spielen nicht schlapp, wie die 19.392 Punkte im 3DMark Night Raid belegen. Allerdings ist Spielen bei hohen Qualitätssettings nur möglich, wenn die Auflösung reduziert ist. Beim 4K-Gaming stößt die RTX 3060 an ihre Grenzen, vor allem, da sie im XPS 17 nur mit maximal 80 Watt läuft. Die Akkulaufzeit des 17-Zöllers mit seinem 97-Wh-Stromspeicher reicht für einen ganzen Arbeitstag: Im Battery-Test des PC Mark 10 hält er 7 Stunden und 41 Minuten durch. Beim normalen Arbeiten ist das Notebook fast lautlos, bei Spielen machen sich die beiden Lüfter deutlich bemerkbar.

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Relativ kompakt und leicht für einen 17-Zöller

Trotz seiner leistungsstarken Komponenten ist das XPS 17 vergleichsweise kompakt und mit 2,42 kg für ein Notebook seiner Klasse relativ leicht. Für die kompakte Bauform ist vor allem der extrem schmale Rahmen um das Display verantwortlich. Dell nennt hier ein Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 93,7 Prozent. Damit ist der zudem nur 19,5 mm dicke XPS 17 kleiner als manche 15,6-Zoll-Notebooks und passt noch gut in gängige Notebook-Rucksäcke. Einen Nachteil hat der schmale Rahmen allerdings: Die winzige HD-Webcam über dem Panel ist nur mittelmäßig mit einem ziemlich verrauschten Bild. Gut brauchbar für Videokonferenzen ist dagegen das Mikrofon-Array. Das namengebende 17-Zoll-Display ist sehr gut. Es schafft nicht nur eine sehr hohe Auflösung, sondern ist auch noch weitgehend entspiegelt und mit bis zu 500 cd/m² sehr hell. Zudem unterstützt es Dolby Vision und erkennt Toucheingaben. Vor Beschädigungen des Panels schützt eine Schicht aus Gorilla Glass 6. Ebenfalls positiv: Das Displayscharnier ist so straff, dass das Display bei Touchbedienung kaum nachgibt.

Im Gegensatz zu den meisten 17-Zoll-Notebooks verwendet Dell kein Keyboard mit zusätzlichem Ziffernblock sondern nutzt den Platz links und rechts des weiß beleuchteten Tastenfeldes für die Lautsprecher mit zusätzlichen Tieftönern auf der Unterseite des Gehäuses. Der Sound ist daher für ein Notebook sehr kraftvoll. Das Keyboard selbst ist bis auf die klein geratenen Tasten für Cursor aufwärts und abwärts sehr gut, ebenso wie das enorm große Touchpad. Beide sind in eine Handballenablage aus Carbonfasern eingelassen, die sich angenehm anfühlt. Das Gehäuse des XPS 17 besteht aus Aluminium. An den beiden Seiten sitzen insgesamt vier Thunderbolt-4-Ports im USB-C-Format, die sich sehr gut als Docking-Schnittstellen eignen. In der rechten Seite des flaches Gehäuses sind noch eine Audiobuchse und ein SD-Card-Reader eingelassen. Ein kleiner Adapter mit einer USB-A-Buchse und einem HDMI-Ausgang gehört zum Lieferumfang. Für die Netzwerkkonnektivität ist der Intel-Controller Killer Wi-Fi 6 AX1650 zuständig, der neben dem schnellen WLAN-Standard auch noch die Priorisierung von Spielen unterstützt. Für die Anmeldung mittels Windows Hello stellt das Notebook gleich zwei Möglichkeiten bereit: Über die Webcam mit zusätzlichem IR-Sensor und über den im Powerschalter eingelassenen Fingerandruckleser. Beide Optionen arbeiten im Test sehr schnell. Positiv ist, dass Dell einige nützliche Programme vorinstalliert und nicht die leider bei etlichen Consumer-Notebooks übliche Bloatware. So dient Dell Premier Color zur Feineinstellung des Panels und Dell Mobile Connect zur Verbindung mit Android-Smartphones und iPhones.

Vielseitiges High-End Notebook mit Power und tollem Display

Im Hands-on-Test hinterlässt das Dell XPS 17 9710 insgesamt einen exzellenten Eindruck. Für ein 17-Zoll-Notebook ist es kompakt und mit seinem Octacore-Tiger-Lake und der RTX 3060 trotzdem sehr schnell. Das Display und der Sound sind erstklassig, die übrige Ausstattung sehr gut. Damit ist es ein guter Kauf für Anwender, die mit dem Notebook professionell arbeiten wollen, beispielsweise bei der Content-Erstellung, es aber auch in der Freizeit für Spiele und 4K-Video nutzen wollen. Zudem ist das Erscheinungsbild mit Alu-Gehäuse und Carbonfiber-Handballenablage elegant. Ein Kritikpunkt ist die nur mittelmäßige Webcam, die aber dem schmalen Displayrahmen geschuldet ist. Der Preis passt mit mehr als 2.600 Euro zur High-End-Positionierung des XPS 17.

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