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Digital Transformation

Lancom Management Cloud (LMC)

Das Gegenmodell zum „Turnschuh-LAN“

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Auf einem hochgeladenen Grundriss wird der Status der Access Points angezeigt.
Auf einem hochgeladenen Grundriss wird der Status der Access Points angezeigt. (Bild: Lancom)

Die Lancom Management Cloud verspricht Konfiguration und Management von Netzwerken per Webzugriff. Zehn Prozent der Lancom-Partner konfigurieren und überwachen bereits aus der Cloud heraus. Der Netzwerker aus Würselen will nun mehr Reseller dafür begeistern.

Die Cloud-Computing-Ära ist angebrochen und die Riege der Hersteller stellt sich segmentübergreifend darauf ein. Bei Lancom Systems läuft dies unter „Lancom Management Cloud“ (LMC). Dabei geht es um Cloud-basiertes Management von Netzwerk-Produkten des Herstellers. Sie soll die Einrichtung und die Wartung eines Netzwerks einfacher machen und dem IT-Channel, insbesondere den Dienstleistern im Tagesgeschäft Vorteile bringen. Eingeführt wurde die LMC Anfang 2017, seither wird laufend daran gefeilt. Nun stehen einige tiefergreifende Anpassungen an, die für mehr Verbreitung des Systems im Lancom-Channel sorgen sollen.

Ralf Koenzen, Geschäftsführer bei Lancom
Ralf Koenzen, Geschäftsführer bei Lancom (Bild: Martin Rottenkolber)

Ralf Koenzen, geschäftsführender Gesellschafter bei Lancom Systems, beschreibt die LMC als Tool für die durchgängige Nutzung von Software-defined Networking in allen Netzwerkbereichen: WAN, LAN und WLAN. „Über die Lancom Management Cloud werden die Anforderungen an das Netz definiert. Zum Beispiel agile Netze, bei denen sich verschiedene Nutzergruppen in getrennte WLAN-Netze einloggen können.

Automatisierte Konfiguration

Die Konfiguration der Hardware erfolgt dann automatisch über die Cloud, so der Lancom-Gründer. Die automatisierten Konfigurationsmöglichkeiten umfassen inzwischen alle Hardware-Komponenten von Lancom, also Gateways, Router, WLAN-Access-Points und Switches. Das Versprechen lautet also, dass ein Systemhaus nur die Anforderungen der Kunden ermitteln und via webbasierter Managegement-Plattform den Geräten „mitteilen“ muss. In der Management-Oberfläche müssen dabei nach Darstellung von Koenzen lediglich die Rahmenbedingungen für das Netzwerk-Design eingegeben werden. Die Konfiguration der beteiligten Netzwerkkomponenten wird dann automatisch errechnet und ausgerollt, ohne dass eine manuelle Einstellung der einzelnen Geräte nötig ist.

Software-defined Networking

Der Schlüssel dazu sind drei Software-defined-Networking-Technologien, aus denen sich die Basis der Management Cloud zusammensetzt:

Ergänzendes zum Thema
 
Zwischenbilanz LANcommunity
  • SD-WAN übernimmt bei Routern und Gateways den automatischen Aufbau von VPNs für die Anbindung von Home-Offices und Außenstellen.
  • SD-LAN ist für die automatische Konfiguration der Managed Switches zuständig. Unterstützt wird dabei auch die Trennung des Netzwerks in VLANs einschließlich zentraler Port-Profile. Bei Unternehmen mit Filialen, in denen Netzwerke mit ähnlicher Struktur vorhanden sind, kann eine Vorlage für den Aufbau der virtuellen LANs mit der Belegung der einzelnen Ports in den Switches erstellt und dann über alle Standorte ausgerollt werden.
  • SD-WLAN übernimmt eigenständig die WLAN-Konfiguration. Dabei werden auch Multi-SSIDs einschließlich einer Netztrennung unterstützt, etwa für eigene Gästenetze.

Bei Geräten, die mehrere Funktionen in sich vereinen, etwa bei WLAN-Routern, kommen dann auch mehrere Software-­Defined-Networking-Technologien zum Einsatz.

Cloud-managed WLAN als Einstieg

„Ein guter Einstieg in das Thema ‚Lancom Management Cloud‘, beziehungsweise ‚Software-defined Networking‘, ist ‚Cloud-managed WLAN‘“, so Koenzen. Vor diesem Hintergrund will Lancom nun vor allem kleinere Unternehmen beziehungsweise deren Systemhäuser und IT-Reseller ansprechen, die sich dem Thema Software-defined Networking (SDN) annähern wollen. „Passend dazu werden wir in den nächsten Monaten das Cloud-basierte Management von WLAN-Installationen samt automatisierter Konfiguration von Access Points weiter massiv vorantreiben“, so der Lancom-Geschäftsführer. Von rund 7.000 Teilnehmern am Lancom-Partnerprogramm haben rund 10 Prozent einen Zugang zur LMC. Schaut man genauer hin, stehen sich hinter diesen LANcommunity-Partnern vor allem größere Projekte. „Allerdings sehen wir ein steigendes Interesse aus dem Mittelstand, sodass wir hier deutliche Steigerungen erwarten“, verrät Koenzen. WLAN-Projekte sollen also als Türöffner bei den kleineren Lancom-­Partnern für einen ganzheitlichen Konfigurations- und Management-Ansatz mit der Cloud im Mittelpunkt dienen, wenn man so will.

Koenzen formuliert die Taktik so: „Mit Cloud-managed WLAN wollen wir auch unsere Silber- und Bronze-Partner ansprechen. Wir sind überzeugt davon, dass dies nur der Einstieg ist und viele von ihnen später sicherlich auch Switches und Router über die LMC managen und konfigurieren werden.“

Laufende Verbesserungen

Auch technisch gibt es Weiterentwicklungen. Generell werden alle drei Wochen neue Funktionen oder Sicherheitsfeatures als Software-Update in das Cloud-Management-System eingespielt. Aktuell stehen größere Verbesserungen an. So kommt eine neue Alert-Funktion dazu, bei der SMS oder Mails verschickt werden, wenn beim Monitoring relevante Ereignisse eintreten. Über die Cloud laufen dabei laut Lancom ausschließlich Monitoring- und Steuerungsdaten. Nutzdaten verbleiben im lokalen Netzwerk oder werden über VPN übertragen. Gehosted wird die Management Cloud in Deutschland. Systemhäuser haben die Möglichkeit, die Management-Software auf eigenen Servern als Private Cloud zu betreiben. Kunden mit großen Netzwerken können die LMC auch im eigenen Rechenzentrum laufen lassen.

WLAN-Netzwerke vereinfachen

Der Aufbau eines WLAN-Netzwerkes über LMC soll nun folgendermaßen vereinfacht werden: „Neben Zero-Touch-Konfiguration, bei der keine Konfiguration am Gerät selbst mehr nötig ist, setzen wir nun auch auf Zero-Konfig. Über die LMC-Konsole werden dabei einfach die Seriennummer und der PIN des aufgehängten Access-Points eingegeben, der sich dann automatisiert einbucht und konfiguriert wird“, erläutert der Lancom-Chef. Beim weiteren Management der in Betrieb gegangenen Access-Points ermöglicht die LMC nun eine Standortübersicht (siehe Bild oben). Koenzen beschreibt, wie das gelöst wurde: „Ein Grundriss wird einfach als Bilddabei hochgeladen. Dann muss nur ein konkretes Maß angegeben werden – beispielsweise, dass eine bestimmte Tür einen Meter breit ist, – und die Größenverhältnisse werden automatisch angepasst.“

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