Studie von Cloudflight Cloud Native steht schon auf der IT-Agenda

Von Ann-Marie Struck

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Agilität ist Trumpf. Damit Unternehmen resilient sind, müssen sie flexibel agieren können. Dabei soll Cloud Native helfen. Doch setzen deutsche Unternehmen schon auf das Softwarekonzept? Eine Studie von Cloudflight in Kooperation mit Ionos gibt Antworten.

Cloud Native ist eines der wichtigsten Konzepte in der Softwarewelt der Unternehmens-IT.
Cloud Native ist eines der wichtigsten Konzepte in der Softwarewelt der Unternehmens-IT.
(Bild: Tierney - stock.adobe.com )

„Born in the Cloud“ – so könnte man Cloud Native auch umschreiben. Das Softwarekonzept gilt als die nächste Stufe von Cloud Computing und als Hebel für die Digitale Transformation in Unternehmen. Cloud Native verspricht, neben Agilität und Flexibilität vor allem die Potenziale der Cloud vollkommen auszuschöpfen.

Eine Studie von Cloudflight gemeinsam mit Ionos nimmt den Status Quo der Unternehmen bezüglich Cloud Native im deutschsprachigen Raum unter die Lupe und prüft, ob der Trend sich zu einem festen Geschäftsmodell entwickeln kann. Dafür wurden 250 Entscheider aus dem deutschsprachigen Raum zu ihren bisherigen Erfahrungen, Planungen und konkreten Umsetzungsstrategien von Cloud Native befragt.

Und wie sieht es in deutschen Unternehmen aus? Bei Cloud Native stehen die meisten, der Studie zufolge, noch am Anfang. 38 Prozent geben an, sich noch in der Evaluierungs- oder Planungsphase zu befinden. Zum Vergleich: Mit klassischen Cloud-Architekturen sind hingegen 80 Prozent der Unternehmen der DACH-Region vertraut.

Für ein konkretes Umsetzungsmodell haben sich schon 19 Prozent entschieden. Damit stehen sie unmittelbar vor den ersten Einsatzszenarien. Weitere 8 Prozent der befragten Unternehmen befinden sich gerade im Pilotstadium und setzen somit selektiv in einzelnen Projekten Cloud-Native-Technologien und -Methoden ein, skalieren diese aber noch nicht weitreichend.

Als ein Cloud-Native-Profi bezeichnen sich nur ein Drittel der befragten Unternehmen. Davon nutzen 18 Prozent die Methodik schon aktiv in mehreren Projekten und 11 Prozent haben Cloud Native als wesentlichen Ansatz für die eigene IT-Landschaft definiert. Für 4 Prozent fungiert das Modell sogar als strategisches Paradigma für ihr Unternehmen.

Die Größe ist entscheidend

Die Studie zeigt auch, dass die Cloud-Native-Nutzung stark mit der Unternehmensgröße zusammen hängt. So sind größere Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden derzeit deutlich weiter in ihrer Cloud-Native-Transformation fortgeschritten. Bei diesen haben bereits sieben Prozent die Methodik als strategisches Paradigma definiert. 15 Prozent davon sehen darin sogar ein wesentliches Gestaltungskriterium ihrer IT-Landschaft. Zudem setzt ein Fünftel aller Befragten aus größeren Unternehmen Cloud Native schon heute über mehrere Projekte hinweg erfolgreich ein.

Doch auch kleinere Unternehmen können die Vorteile, die sich aus Cloud-Native-Lösungen ergeben, nutzen. So kann der Einsatz von Cloud Native die Produktivität steigern, die User Experience verbessern und die Kosteneffizienz erhöhen. Das kann, so das Credo der Studie, kleinen Unternehmen helfen, ihre Position im Markt auszubauen und zu wachsen.

Jedoch geht das Softwarekonzept unweigerlich mit finanziellen Investitionen einher. Laut der Studie zeigen durchweg die meisten IT-Abteilungen eine Bereitschaft, in Cloud Native zu investieren. 44 Prozent der Unternehmen geben gemäß der Studie im Schnitt 2 bis 5 Prozent ihres Umsatzes für Technologien und Digitalisierung aus. Nur 19 Prozent liegt darunter. 18 Prozent sind sogar gewillt, 5 bis 10 Prozent des eigenen Umsatzes jährlich für Technologie- und Digitalinvestitionen bereitzustellen. Weitere knapp 10 Prozent können sogar mit mehr als einem Zehntel des Jahresumsatzes an den Start gehen.

Während dabei in den kleineren Unternehmen (unter 1.000 Mitarbeiter) insbesondere mittlere Budget-Niveaus vorherrschen, stellen vor allem große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern signifikante Budgets von 5 bis 10 Prozent (21 %) oder über 10 Prozent (15 %) bereit.

Zwar geht der Großteil (41 %) des Budgets in Erhaltung, Maintenance und Betrieb der bestehenden Infrastruktur sowie in die Applikationslandschaft. Jedoch sei das laut Cloudflight im Vergleich zu früher deutlich weniger. Immerhin stehen fast 60 Prozent für den Aufbau der digitalen Infrastruktur und Anwendungen der Zukunft bereit. Für Innovationen und Neuentwicklungen reservieren 34 Prozent der Befragten ihr IT-Budget. Dazu zählt für viele Unternehmen auch Cloud Native und die zugehörige Modernisierung sowie das Innovieren der IT-Landschaft.

Cloud Native: Mehr als ein Trend?

Für die meisten Unternehmen – unabhängig von der Größe – ist Cloud Native mehr als nur ein kurzlebiger Trend. 25 Prozent der befragten Entscheider sehen darin bereits eine strategische Grundlage für das Business und die IT der Zukunft. Bei satten 32 Prozent der Befragten ist Cloud Native in allen digitalen Projekten gesetzt. Gleichzeitig will nicht jedes Unternehmen nur auf darauf setzen. So bewerten 39 Prozent Cloud Native vor allem als technische Lösung für einzelne Bereiche.

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Unternehmen müssen sich differenziert damit auseinandersetzen, wo Cloud Native einen Mehrwert bietet oder wo der Aufwand nicht in Relation zum Nutzen steht.

Allerdings unterscheidet sich die Sichtweise darauf, was Cloud Native im Einzelnen für die Unternehmen bedeutet, zum Teil deutlich. Dies liegt nicht zuletzt mitunter daran, dass eine klare Definition und Abgrenzbarkeit für Cloud Native wider einzelner Aussagen nicht existiert. So assoziieren 20 Prozent mit dem Begriff die Public Cloud und 13 Prozent die Nutzung von Plattform-Diensten auf den Public Cloud Hyperscalern. Weitere 13 Prozent sehen in Cloud Native vor allem die vermehrte Nutzung von Open-Source-Technologien. Die Studie schlussfolgert aus den genannten Aussagen, dass für die Befragten Cloud Native nicht nur die reine Infrastruktur, sondern auch die Bereitstellung relevanter höherwertiger Dienste und Bausteine beinhaltet.

Konzept der Zukunft

Cloudflight zufolge zeigen die Ergebnisse deutlich, dass Cloud Native eine ähnliche Entwicklungskurve sowie Akzeptanz wie Cloud Computing erfahren wird. Cloud Computing habe sich nun zu einem wesentlichen Eckpfeiler der Unternehmens-IT entwickelt. Schließlich finde bereits ein substanzieller Teil der Wertschöpfung der DACH-Unternehmen Technologie- und Software-basiert statt. Während Cloud Computing vor allem die Bereitstellung digitaler Lösungen und Software über das Internet und in dezentralen, aber gemeinsam genutzten Infrastrukturen mit einem speziellen Abrechnungsmodell „as a Service“ beschreibt, umfasst der Begriff Cloud Native nicht nur technologische Aspekte, sondern zusätzlich die Ausgestaltung ganzer Organisationsdesigns.

„Unsere Studie belegt eindrucksvoll das hohe Potenzial, das in Cloud Native steckt. Auch wenn manche kleinere Unternehmen noch eine gewisse abwartende Haltung zeigen, wird das Thema in den nächsten Jahren die IT-Roadmap der meisten Unternehmen entscheidend mitbestimmen. Diese werden zunehmend den Aufbau einer entsprechenden Technologie- und Organisationslandschaft auf die Agenda setzen. Aus unserer Sicht ist Cloud Native geradezu prädestiniert, als Nachfolge-Technologie in die Fußstapfen traditioneller Cloud-Infrastrukturen zu treten“, prognostiziert Maximilian Hille, Head of Consulting bei Cloudflight.

Und die Weichen für die Zukunft sind durch die enge Verbindung zwischen Public Cloud Computing und Cloud Native schon gestellt. Die Studie stellt die These auf, dass die steigende Adoption von Public-Cloud-Plattformen für die Digitalisierungsbemühungen vermutlich auch für einen Anstieg der Cloud-Native-Technologie-Implementierungen und -Umsetzungsmethoden führen wird. Diese Ansicht bestätigen immerhin 89 Prozent. Sie prognostizieren ein stabiles Niveau von Cloud-Native-Technologien und -Methoden. 46 Prozent gehen konkret davon aus, dass sie das Niveau von Cloud Native beibehalten wollen, weitere 43 Prozent wollen es ausbauen. Nur sieben Prozent wollen Cloud Native zugunsten von Alternativen reduzieren, vier Prozent sind sich derzeit nicht sicher.

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