IT-Dienstleister bestätigt Prognose für Gesamtjahr Cancom steigert Profitabilität trotz Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2026

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Trotz zögerlicher Kundenbudgets steigert Cancom seine Profitabilität deutlich. Konsequente Kostendisziplin und Effizienzmaßnahmen zahlen sich aus, vor allem in Deutschland. CEO Rüdiger Rath sieht das Unternehmen für KI-Wachstum gut gerüstet.

Cancom hat die Halbjahreszahlen 2026 veröffentlicht und kann die Prognose für das komplette Jahr weiterhin halten. (Bild:  Cancom)
Cancom hat die Halbjahreszahlen 2026 veröffentlicht und kann die Prognose für das komplette Jahr weiterhin halten.
(Bild: Cancom)

Cancom hat im ersten Halbjahr 2026 zwar weniger Umsatz erwirtschaftet als im Vorjahreszeitraum, dafür aber deutlich profitabler gearbeitet. Der Konzernumsatz sank auf 775,9 Mio. Euro, nach 803,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025. Gleichzeitig kletterte der Rohertrag von 336,0 Mio. Euro auf 343,3 Mio. Euro, die Rohertragsmarge verbesserte sich von 41,8 auf 44,2 Prozent. Noch deutlicher zeigt sich der Fortschritt bei den Ergebniskennzahlen: Das EBITDA legte um 34,0 Prozent auf 49,2 Mio. Euro zu, das EBITA verdoppelte sich nahezu und stieg um 110,8 Prozent auf 21,5 Mio. Euro. Cancom führt die Verbesserung auf im Vorjahr eingeleitete Effizienzmaßnahmen und eine konsequente Kostendisziplin zurück.

Deutschland-Geschäft mit starkem Ergebnissprung

Im umsatzstärksten Segment Deutschland blieb der Umsatz mit 500,7 Mio. Euro nahezu stabil (H1.25: 499,6 Mio. Euro). Beim Ergebnis gab es hingegen einen kräftigen Sprung: Das EBITDA mehr als verdoppelte sich von 13,7 Mio. Euro auf 30,6 Mio. Euro.

Im Segment International schlugen sich verzögerte Kundeninvestitionen dagegen deutlicher im Umsatz nieder: Er sank von 304,2 Mio. Euro auf 275,2 Mio. Euro. Das EBITDA gab entsprechend von 23,0 Mio. Euro auf 18,6 Mio. Euro nach.

CEO Rath: Strategie und Kostensteuerung zeigen Wirkung

„Das erste Halbjahr 2026 war spürbar von verzögerten Investitionsentscheidungen unserer Kunden beeinflusst. Gleichzeitig haben wir unsere operative Profitabilität deutlich erhöht und die Ertragskraft unseres Geschäfts nachhaltig gestärkt", kommentiert Cancom-CEO Rüdiger Rath die Zahlen. Der Bedarf der Kunden an produktivem KI-Einsatz, digitaler Resilienz und technologischer Souveränität bleibe unverändert hoch. Cancom sehe sich gut positioniert, um von diesen langfristigen Wachstumstrends zu profitieren.

So steht es um die Branche

Die Branche steckt derzeit in einer schwierigen Phase. Die Preise für IT-Hardware wie vor allem Speicherkomponenten steigen drastisch, was für Zögern bei den Kunden aus dem Mittelstand sorgt.

Im Softwaregeschäft sieht es dagegen besser aus. So stieg zwar das Geschäftsvolumen von Cancom insgesamt, doch beim Verkauf von Software anderer Hersteller dürfen sich die IT-Unternehmen nicht den vollen Verkaufspreis als Umsatz anrechnen, sondern nur den Bruttogewinn.

Besser mit der Situation kam der größere Rivale Bechtle klar, der im ersten Halbjahr eine erholte Nachfrage von Behörden nutzte und den Umsatz deutlich steigern konnte. Die Firma aus Neckarsulm hatte daher Ende Juli mit vorläufigen Zahlen ihren Jahresausblick angehoben.

Prognose 2026 bestätigt

Der Vorstand hält an seiner bisherigen Einschätzung der wirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen fest und bestätigt die Jahresprognose:

  • Umsatz: 1.750 bis 1.850 Mio. Euro
  • EBITDA: 110 bis 130 Mio. Euro
  • EBITA: 55 bis 75 Mio. Euro

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