Für die Digitalisierung brauchen Dienstleister durchgängiges Knowhow über den gesamten ITK-Stack hinweg. Daran richtet Jacques Diaz, CEO von Axians, die Strategie der Gruppe aus. Zugleich beobachtet er, dass Prozesskompetenz beim Kundenzugang wichtiger wird.
Eine Voraussetzung für die Digitalisierung ist Vernetzung. Das spiegelt sich im Leistungsportfolio von Axians wider.
Unter der Marke Axians formt der Industriedienstleister Vinci Energies, der zum französischen Baukonzern Vinci gehört, seit 2015 eine internationale ITK-Gruppe. Ausgangspunkt war die Integration früherer Zukäufe, die unter dem Brand vereint wurden. So gingen hierzulande das Ulmer Systemhaus Fritz & Macziol, der Kölner Dienstleister NK Networks und der Hamburger Security-Spezialist Crocodial in Axians auf. Auch weiterhin investiert Vinci Energies hohe Summen in Akquisitionen, um das ITK-Knowhow zu erweitern und zu vertiefen. Zu Beginn dieses Monats kam der Netzwerkspezialist OFM aus Burgkunstadt neu zur Gruppe hinzu (siehe „Ergänzendes zum Thema“).
Axians-Chef Jacques Diaz sieht den Dienstleister als „360-Grad-Digitalisierungspartner“ seiner Kunden.
(Bild: Axians)
Das fränkische Unternehmen wird bei Axians Deutschland in den Geschäftsbereich Telekom & Carrier integriert, der seinen Personalstamm damit von 650 auf 920 Fachkräfte vergrößert. Insgesamt beschäftigt der Dienstleister hierzulande nun deutlich mehr als 2.000 Mitarbeiter. Zur Kernkompetenz von OFM gehört der Aufbau öffentlicher Netze. Dabei befasst sich der Spezialist nicht nur mit der Integration aktiver Netzwerktechnik, sondern auch mit Tiefbau und Kabelmontage.
Ganz anders ausgerichtet ist der Dienstleister, den Vinci Energies zuvor, nämlich im März dieses Jahres, in Deutschland übernommen hat: Der Schwerpunkt des SAP-Spezialisten Lynx aus Bielefeld liegt auf Management-Consulting und Prozessdesign. Das Unternehmen agiert mittlerweile als eigenständige Business Unit innerhalb der Gruppe.
50 Jahre Erfahrung im Kommunikationsgeschäft
Die OFM-Gruppe aus dem fränkischen Burgkunstadt agiert mit drei Gesellschaften im Markt: OFM Communications und CHB Elektro & Fernmeldebau befassen sich mit Carrier-Netzen, während der Schwerpunkt von OFM Netzwerk & Systemtechnik auf Unternehmensnetzen liegt. Das Kompetenzspektrum des Spezialisten, der 1969 als OFM Oberfränkische Fernmeldemontage gegründet wurde, reicht von Glasfaser- und Breitbandinfrastrukturen über LAN und WLAN bis zu Unified Communications und Network Security. Zu den Kunden zählen Carrier wie die Deutsche Telekom, BT, Colt und Vodafone ebenso wie Unternehmen, Behörden und Kliniken. Der Dienstleister, der 2018 einen Umsatz von 78 Millionen Euro erzielte, unterhält neben seiner Zentrale zehn Niederlassungen in Bayern, Thüringen und Sachsen. OFM beschäftigt rund 270 Mitarbeiter. Alfred Büdel, bisher Alleingesellschafter, führt nach der Integration in die Axians-Gruppe weiterhin die Geschäfte.
Durchgängige ITK-Kompetenz
Beide Akquisitionen, OFM und Lynx, markieren Extreme des Spektrums, das Axians mit seinem Leistungsportfolio inzwischen abdeckt. Der Dienstleister positioniert sich als „360-Grad-Digitalisierungspartner“, der seine Kunden auf allen Ebenen der Technologie betreuen kann: von der passiven Infrastruktur über Core-IT-Systeme, ob sie On Premises oder in der Cloud betrieben werden, bis hin zu Business-Anwendungen in unterschiedlicher vertikaler Ausprägung. „Wir müssen den gesamten ICT-Stack beherrschen, und zwar End to End, wenn wir die Digitalisierung bei unseren Kunden vorantreiben wollen“, betont Jacques Diaz, CEO bei Axians Deutschland. Somit prägen Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichem Profil das Bild der Gruppe: solche im Blaumann, die Rohre und Glasfaser im Boden verlegen, ebenso wie solche in Anzug und Krawatte, die Business-Entscheider strategisch beraten.
Ein Teil von Axians tritt dabei weiterhin als Systemhaus auf, wie Diaz ausführt. Denn der Bedarf an klassischer IT-Infrastruktur bleibt bei Unternehmen nicht nur bestehen, sondern wird nach seiner Überzeugung mit Edge Computing sogar noch wachsen. Was sich aber im Zuge der Digitalisierung verändert, sei der Eintrittspunkt beim Kunden. Früher habe der IT-Leiter eines Unternehmens das Systemhaus damit beauftragt, ihm Server und Storage zu liefern und in seine Infrastruktur zu integrieren. „Heute kommt der Produktionsleiter oder der Vertriebschef auf uns zu und möchte eine durchgängige Lösung, die seine Geschäftsprozesse unterstützt“, berichtet der Manager. Der Marktzugang für den Channel drehe sich gerade „um 180 Grad“. Immer häufiger komme der Kunde „vom Prozess her“ und suche dafür eine passende Anwendung, die anschließend auf einer geeigneten Infrastruktur – sei es On Premises, sei es in der Cloud, sei es hybrid – in Betrieb genommen wird.
Axians hat auf diese Entwicklung reagiert, indem das Unternehmen mit der Akquisition von Lynx seine Anwendungs- und Prozesskompetenz ausgebaut hat, erläutert Diaz. „Wir wollen Kunden bei ihrer Digitalen Transformation ganzheitlich betreuen und sie auf der gesamten Reise begleiten.“ Der Manager rechnet damit, dass das Geschäft für Systemhäuser, die sich nicht auf die Veränderungen einstellen, indem sie ihr Knowhow erweitern, künftig schwieriger wird und sie womöglich zu technischen Handlangern von Industriespezialisten und Prozessdesignern degradiert würden.
Ausbau des Netzwerkgeschäfts
Mit der Übernahme von OFM investiert Vinci Energies weiter in das Netzwerkgeschäft, wo traditionell eine Kernkompetenz von Axians liegt. In der Business Area Telekom & Carrier, einem von vier Geschäftsbereichen der ITK-Gruppe, sind damit fast die Hälfte der deutschen Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommt, dass in der Business Area IT Infrastructure weitere Netzwerkexperten arbeiten, die sich mit Unternehmensnetzen befassen. Daran lässt sich erkennen, welche Bedeutung der Konzern diesem Technologiefeld beimisst.
Diese Bedeutung ergibt sich aus der Rolle, die Axians innerhalb von Vinci Energies einnimmt. Zu der Konzernsparte gehören mehrere Unternehmen, unter anderem der Industriedienstleister Actemium und der Energiespezialist Omexom, die sich mit Automationstechnik, Versorgungsinfrastrukturen, Brandschutz, Isolierungen und Facility-Management befassen. Eine Aufgabe des ITK-Spezialisten besteht darin, die Schwesterunternehmen in Industrial-IoT-Projekten mit seinem spezifischen Knowhow und seinen Skills zu unterstützen. Umgekehrt profitiert Axians vom vertikalen Knowhow der anderen Vinci-Energies-Töchter. Dass Netzwerkkompetenz beim Aufbau und Betrieb von Smart-Industry-Anlagen, 5G-Campus-Netzen und intelligenten Verkehrsleitsystemen essenziell ist, liegt auf der Hand. Weil das Internet der Dinge zudem eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur erfordert, baut Axians das Geschäftsfeld weiter aus. Erklärtes Ziel ist, „als führender Integrations- und Betriebspartner für Netzinfrastrukturen am Markt zu agieren“.
Stand: 08.12.2025
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Auch Betriebsleistungen verändern sich übrigens mit der Digitalisierung. „Aktuell interessieren sich Unternehmen vor allem für infrastrukturnahe Managed Services“, beobachtet Diaz. Weil jedoch immer mehr Entscheidungskompetenz in die Fachbereiche wandert, die einen anderen Bedarf haben als IT-Abteilungen, würden zunehmend andere Leistungen nachgefragt. Dazu gehörten Managed Business Applications wie Managed ERP, Managed IoT oder gemanagte 5G-Campus-Netze. „An diesem Kundenbedarf richten wir unser Angebot aus.“ Derzeit erzielt die Gruppe etwa 40 Prozent ihres Umsatzes, der 2018 in Deutschland bei 553 Millionen Euro (2017: 518 Millionen Euro) lag, mit wiederkehrenden Erlösen.