Fujitsu Monaka ARM-Prozessor für Mehrzweck- und KI-Server von Fujitsu

Von Klaus Länger 4 min Lesedauer

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Energieeffizienter als die x86-Server-Prozessoren von AMD und Intel und bei KI-Inferenz doppelt so schnell: Das verspricht Fujitsu für den ARM-Prozessor Monaka, der in Servern von Fsas Technologies arbeiten wird und für Digitale Souveränität sorgen soll.

Auf dem Fsas Technologies Summit 2026 zeigte der Hersteller bereits einen Wafer mit Monaka-CPU-Chiplets sowie einen kompletten Prozessor, allerdings noch als funktionslose Samples. Ab November sind nun Server mit den neuen ARM-CPUs verfügbar. (Bild:  Vogel IT-Medien)
Auf dem Fsas Technologies Summit 2026 zeigte der Hersteller bereits einen Wafer mit Monaka-CPU-Chiplets sowie einen kompletten Prozessor, allerdings noch als funktionslose Samples. Ab November sind nun Server mit den neuen ARM-CPUs verfügbar.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Für Fujitsu sind eigene Prozessoren kein fremdes Terrain. Der Hersteller baut bereits seit vielen Jahren SPARC-Prozessoren und hat mit dem A64FX den ARM-Prozessor für den Supercomputer Fugaku entwickelt, der zwischen 2020 und 2022 die Liste der Top-500-Supercomputer angeführt hat. Während der A64FX mit seinen 32 GB HBM2 für das High-Performance-Computing ausgelegt war, soll sich Monaka, der neue ARM-Prozessor von Fujitsu, auch für den Einsatz in Standard-Servern eignen. Zudem soll die CPU den Einsatz von GPUs für die KI-Inferenz überflüssig machen und so Energie sparen.

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Die Architektur von Monaka

Fujitsu nutzt für Monaka eine angepasste Armv9.3-A-Architektur, die derzeit neueste Version für ARM-Server-Prozessoren. Laut Fabian Anger, Business Development Manager bei Fujitsu-Tochterunternehmen Fsas Technologies, verfügt Fujitsu über eine ARM-ISA-Lizenz sowie über eigene Patente, die den Bau von ARM-Cores mit eigenem Design erlaubt. Ein Bestandteil der Armv9.3-A-Architektur ist die Scalable Vector Extension 2 (SVE2). Jeder der 144 Cores in Monaka verfügt über zwei 256-bit-SVE2-Ausführungseinheiten, die im Zusammenspiel mit durch spezielle Instruktionen beschleunigten Matrixoperationen eine hohe KI-Leistung ermöglichen sollen. Der Hersteller spricht hier von einem doppelten Durchsatz bei der KI-Inferenz. Aber auch bei anderen Workloads soll Monaka eine hohe Leistung bei gleichzeitig sehr guter Energieeffizienz liefern.

Fabian Anger, Business Development Manager bei Fsas Technologies(Bild:  Patrick Pollmeier)
Fabian Anger, Business Development Manager bei Fsas Technologies
(Bild: Patrick Pollmeier)

Hergestellt wird der Prozessor bei TSMC. Für die vier Core-Dies pro CPU, jeder mit 36 Cores, wird der hochmoderne N2P-Prozess verwendet, der eine hohe Frequenz bei gleichzeitig niedriger Leistungsaufnahme ermöglicht. Unter dem Core-Die, der so gut gekühlt wird, sitzt jeweils ein SRAM-Die, der als gemeinsamer L3-Cache verwendet wird. Wie groß dieser Cache ist, hat der Hersteller noch nicht verraten. Die SRAM-Dies werden bei TSMC im günstigeren N5-Verfahren hergestellt. Laut Fujitsu wiegt der mögliche Gewinn bei der Speicherkapazität durch ein N2-Verfahren die Mehrkosten nicht auf. Ebenfalls im N5-Verfahren wird bei TSMC der I/O-Die hergestellt, der die Controller für die 12 DDR5-Speicherkanäle und die 96 PCI-Express-6.0-Lanes enthält. Die Core- und die DRAM-Dies sind über F2F-Hybrid-Bonding miteinander verbunden, ein Silicon-Interposer stellt die Verbindung zwischen den Core-Dies, hier mittels Through-Silicon Via (TSV), und dem I/O-Die her.

Als maximale Taktfrequenz von Monaka nennt Fujitsu 3,8 GHz, beim Speicher werden 8.800 MT/s unterstützt. Der Basistakt hängt von der Kühlmethode für den Prozessor ab: Luftgekühlt liegt er bei 2,1 GHz, mit Flüssigkeitskühlung bei 2,9 GHz. Die Leistungsaufnahme der CPU liegt laut Anger bei 300 bis 400 Watt, aber mit einer höheren Effizienz im Vergleich zu AMD Epyc oder Intel Xeon.

Eine Reihe von Confidential-Computing-Funktionen sollen einen sicheren Betrieb auch in Multi-Tenant-Cloud-Umgebungen gewährleisten und Anleihen aus den eigenen SPARC-Mainframe-CPUs eine erhöhte Zuverlässigkeit.

Verschiedene Servertypen für unterschiedliche Workloads

Monaka wird in unterschiedlichen Servertypen zum Einsatz kommen. Für Unternehmen oder öffentliche Auftraggeber wird es Rack-Modelle mit einer oder zwei Höheneinheiten geben. In den 2He-Servern sitzen auf dem Mainboard zwei luftgekühlte Monaka-Prozessoren mit jeweils 144 Cores. Hier ist auch Platz für die Montage zusätzlicher GPU-Karten für KI-Anwendungen, die mehr Leistung erfordern, als die CPUs liefern können. Die 1HE-Modelle kommen mit einem oder zwei Prozessoren und Luft- oder Flüssigkeitskühlung. Sie sollen sich gut für KI-Inferenz und Agentic AI eignen. Wie der Hersteller betont, arbeiten die Monaka-basierten Server bei Umgebungstemperaturen von bis zu 40 Grad Celsius mit Luftkühlung und bei Wassertemperaturen von bis zu 45 Grad Celsius mit Wasserkühlung, ohne dass eine spezielle Kühlinfrastruktur erforderlich ist. Das könne den Stromverbrauch für die Serverkühlung um bis zu 80 Prozent vermindern.

Für den akademischen Bereich und den HPC-Sektor sollen noch Multi-Node-Server mit vier Dual-CPU-Knoten in einem 2HE-Chassis kommen.

Souveräne Server durch zuverlässige Lieferketten

Die Fertigung der Server erfolgt im Fujitsu-Werk in Kasashima, was die Herkunft der Komponenten und des Fertigungsverlaufs laut dem Hersteller sichtbar und nachverfolgbar macht. Auch der aus Japan stammende Prozessor soll die Kunden unabhängig von geopolitischen Interessen machen. Fujitsu wird den Verkauf von Rack-Servern mit einer oder zwei Höheneinheiten in Japan im November starten. Zum selben Zeitpunkt sollen die Server in Europa bei Fsas Technologies verfügbar sein. Monaka-Server sollen auch die Basis für ein vertikal integriertes souveränes KI-Modell bilden, das Fujitsus proprietäre KI-Technologien wie die KI-Plattform „Kozuchi“ und die generative Takane-KI der Enterprise-Klasse mit branchenspezifischen Modellen verbindet. So soll eine leistungsfähige, nachhaltige und souveräne KI-Plattform entstehen.

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Auf Monaka-Server soll bereits eine breite Palette von Software für unterschiedlichste Anwendungsbereiche laufen.(Bild:  Fsas Technologies)
Auf Monaka-Server soll bereits eine breite Palette von Software für unterschiedlichste Anwendungsbereiche laufen.
(Bild: Fsas Technologies)

Darüber hinaus läuft auf Monaka-Servern bereits eine Vielzahl von KI-, Datacenter- und HPC-Anwendungen mit Red-Hat-, Suse-, Ubuntu- und Rocy-Linux als Betriebssystem. Anger geht davon aus, dass auch Microsoft eine ARM-Version von Windows Server bereitstellen wird, was vor allem für die Mittelstandskunden von Fsas einen Anstoß geben könnte, auf Primergy-Server mit Monaka-CPUs umzusteigen.

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