Aktueller Channel Fokus:

Storage und Datamanagement

Storage-Systeme von Huawei

All-Flash für den Mittelstand

| Autor: Klaus Länger

Der Schwerpunkt bei Huaweis Storage-Systemen war bisher der Enterprise-Sektor. Nun sollen auch bei mittelständischen Unternehmen All-Flash-Storage-Systeme des chinesischen Herstellers Einzug halten.
Der Schwerpunkt bei Huaweis Storage-Systemen war bisher der Enterprise-Sektor. Nun sollen auch bei mittelständischen Unternehmen All-Flash-Storage-Systeme des chinesischen Herstellers Einzug halten. (Bild: Huawei)

Huaweis Enterprise-Sparte hat ehrgeizige Ziele für den deutschen Markt. Die will man auch mit neuen Storage-Produkten für den Channel erreichen. Dabei steht Flash im Mittelpunkt.

Eine Verdoppelung des Umsatzes im Großkunden-Segment für das Jahr 2017 hatte Pablo Cui, Managing Director von Huaweis Enterprise-Sparte in Deutschland und Vice President von Huawei Enterprise in Westeuropa, Anfang des Jahres als Ziel ausgegeben. Dazu soll auch das Storage-Geschäft des chinesischen Konzerns einen erheblichen Teil beitragen. Global rangiert Huawei als Storage-Hersteller laut Gartner inzwischen auf Rang sieben und wird zu den Technologieführern in diesem Sektor gezählt. Dabei hat die sonst eher auf Großkunden ­fixierte Firma auch den Mittelstand als Wachstumsmarkt ausgemacht, der über den Channel erreicht werden soll.

Pablo Cui, Managing Director von Huaweis Enterprise-Sparte in Deutschland und Vice President von Huawei Enterprise in Westeuropa.
Pablo Cui, Managing Director von Huaweis Enterprise-Sparte in Deutschland und Vice President von Huawei Enterprise in Westeuropa. (Bild: Huawei)

Unter Mittelstand versteht Huawei dabei Firmen, die zu den Top-500 in Deutschland zählen. Sie will der Hersteller vor ­allem mit All-Flash-Systemen wie dem jüngst vorgestellten Oceanstor Dorado V3 erreichen, das es als 5000 V3 auch in kompakter Bauform mit Platz für 25 SSDs gibt. Daneben bietet der Hersteller mit dem Dorado 6000 v3 auch eine Scale-out-Version des Systems an, die mit zwei Controllern bis zu 100 SAS-SSDs unterstützt. Als Argument für reine SSD-Systeme nennt Cui dabei neben der höheren Performance auch eine niedrigere TCO, die durch weniger Ausfälle, haltbarere Speichermedien und geringere Energiekosten als bei reinen HDD- oder Hybrid-Storage-Systemen erreicht wird.

Dorado V3: Mehr Leistung mit Flashlink

Im Vergleich zu All-Flash-Systemen anderer Hersteller sollen die Dorado-V3-Modelle eine höhere Performance liefern. Der Schlüssel dazu ist laut Cui die von Huawei selbst entwickelte Flashlink-Technologie. Der Hersteller verwendet selbst hergestellte SSDs mit einem proprietären Controller auf ARM-Basis und einem darauf optimierten Oceanstor-Betriebssystem. Flashlink deckt dabei drei Funktionsebenen ab: Auf der untersten Ebene stellt die Technologie RAID-Funktionen auf Basis von Huaweis RAID-2.0+ mit Block-Virtualisierung und RAID-TP für einen rasanten Rebuild eines Arrays bereit. Darüber liegt ein Data-Distribution-Layer, der sich um eine effiziente Verteilung der Daten kümmert und Verschleiß minimiert. Dazu kommt schließlich ein Data-Service-Level, der das physikalische Schreiben der Daten und das I/O-Scheduling übernimmt. So soll ein Dorado-V3-System bis zu vier Millionen IOPS bei einer Latenz von 500 Mikrosekunden erreichen.

Als weitere Argumente für die neuen ­Storage-Systeme nennt Huawei die leistungsfähigen Deduplizierungs- und Komprimierungstechnologien zur Steigerung der nutzbaren Kapazität sowie die Active-Active Lösung HyperMetro für eine Replikation ohne zusätzliche Gateways über ­eine Entfernung von bis zu 300 km.

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Das Rennen um die größte SSD

Forschung und Entwicklung als Wettbewerbsvorteil

Lieber selbst entwickeln als einkaufen: Das ist Tradition bei Huawei seit den Anfängen der Firma 1987. Damals begann Ren Zhengfei, zuvor Ingenieur bei der Volksbefreiungsarmee, mit der Entwicklung von Vermittlungsanlagen für Telefonnetze. Das Carrier-Geschäft und die Consumer-Sparte mit Huawei- und Honor-Smartphones sind immer noch die umsatzstärksten Bereiche des Konzerns. Von den etwa 170.000 Mitarbeitern, die weltweit für die Firma tätig sind, arbeiten nach eigenen Angaben etwa 79.000 im Bereich Forschung und Entwicklung. Huawei betreibt weltweit 16 Forschungs- und Entwicklungscluster sowie gemeinsam mit Partnern 28 Innovationszentren. In München hat die Firma ein OpenLab eröffnet, in dem Kunden und Partner entwickelte Lösungen testen können. Der Schwerpunkt bei Münchner OpenLab liegt auf IoT, Cloud-Computing, Big Data und Smart City. Zu den Partnern gehören T-Systems, SAP, Intel, Alstom oder Hexagon. Weltweit betreibt Huawei derzeit zehn OpenLabs .

Offene Architekturen und Hybrid-Cloud

Das Interesse der Kunden hat sich verlagert, so Cui. Im Zentrum stehen die erreichbaren IOPS und definierte SLAs. Mit welcher konkreten Hardware sie erreicht werden, sei weniger entscheidend. Auch offene ­Architekturen seien immer mehr gefragt, oft in Kombination mit Hydrid-Cloud-­Lösungen. Huaweis Storage-as-a-Service (STaaS) soll alle Arten von Datenspeichern, lokal oder in der Private Cloud, zu einem Storage-Pool konsolidieren, der zentral und automatisiert verwaltet wird. Dabei gibt es auch eine Schnittstelle in die Public Cloud. Hier ist Huawei zwar nicht als Cloud-Anbieter aktiv, liefert aber die Basis für Angebote wie die auf OpenStack aufbauende Open-Telekom-Cloud von T-Systems. Seit März ist Huawei eines von acht Platinum-Mitgliedern der OpenStack-Foundation. Bei der OpenSDS-Allianz, die offene Standards für ein Cloud-basiertes Storage-Management entwickeln will, ist der chinesische Hersteller ebenfalls in führender Position aktiv.

Da Huawei in Deutschland primär im Carrier-Geschäft aktiv war und seine Kunden direkt bediente, musste der Hersteller für den Enterprise-Bereich vor fünf Jahren erst einmal einen neuen Vertriebskanal aufbauen. Als Distributor von Anfang an dabei ist die Firma Acondistec in St. Leon-Rot. Der Spezialdistributor macht einen Großteil seines Geschäfts mit Huawei und führt dessen komplettes Enterprise-Sortiment mit Servern, Storage, Netzwerktechnik, Videoüberwachung, USVs und Klimaanlagen für Rechenzentren. Die Gründer von Acondistec waren zuvor bei Alcatel beschäftigt und kannten Huawei daher aus dem TK-Business.

Die Sicht der Distrubution auf Huawei

Laut Tanja Link, General Manager bei Acondistec und dort für Huawei verantwortlich, betreut der Distributor derzeit ­etwa 160 Reseller, die Huawei-Produkte vertreiben, davon 40 in größerem Maßstab. Da sich der Hersteller bisher auf große ­Unternehmenskunden fokussiert hat, ist der Weg in den Mittelstand für den chinesischen Konzern nicht ganz einfach. Das Management bei Huawei Deutschland wird von Chinesen dominiert. Hier müsse der Distributor seinen Teil dazu beitragen Mentalitätsunterschiede zu überwinden und Missverständnisse auszuräumen. Insgesamt sei die Firma aber auf einem guten Weg.

Tanja Link ist als General Manager beim Distributor Acondistec für Huawei zuständig.
Tanja Link ist als General Manager beim Distributor Acondistec für Huawei zuständig. (Bild: Willie B. Thomas)

Link geht davon aus, den Umsatz mit Huawei-Produkten im laufenden Jahr gegenüber 2016 zu verdoppeln. Der Hersteller arbeitet in Deutschland für den Enterprise-Sektor auch mit den drei Broadlinern Tech Data, Ingram und Also zusammen.

Die Zahl der Partner will Huaweis Managing Director Cui steigern. Allerdings werde die Firma dabei einen Fokus auf Key-Partner legen. Eine wichtige Rolle für die Distribution stelle das Training und die Zertifizierung der Reseller dar, da der Konzern sehr auf neue Technologietrends setze. Zusätzlich bietet das chinesische Unternehmen für Partner und Endkunden kostenlose Online-Trainings an.

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