Embedded-OS

40 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

Seite: 8/15

Speziell für embedded devices wie beispielsweise Router gedacht: Das linuxbasierte OpenWRT
Speziell für embedded devices wie beispielsweise Router gedacht: Das linuxbasierte OpenWRT
(Bild: Screenshot)

Seit der Einführung von Linux haben sich zahlreiche verschiedene Distributionen des freien Betriebssystems entwickelt, die verschiedene Geschmäcker bedienen und unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Systemen sind diese zwar nicht so weit verbreitet, haben aber bereits für bestimmte Anwender und Gebiete ihre Nischen gefunden.

OpenWRT für Embedded-Projekte mit Schwerpunkt auf Wireless-Betrieb

Eine der interessanteren Linux-Portierungen für das Raspberry Pi ist hier OpenWRT, ein offenes, Linux-basiertes Betriebssystem für Embedded Computing. OpenWRT wurde ursprünglich speziell für den Einsatz von Routern aufgebaut, ist inzwischen aber auch für andere Einsatzgebiete mit dem Schwerpunkt auf Wireless-Betrieb optimiert.

OpenWRT ist ein offenes, von einer aktiven Community getriebenes Projekt und legt großen Wert auf hohe Flexibilität und einfache Gestaltungsmöglichkeiten für Embedded Devices.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 40 Bildern

OctoPi: Raspberry-Pi-Betriebssystem zur Steuerung von 3D-Druckern

Wer einen 3D-Drucker verwendet und eine schlanke Alternative zum Desktop-PC-Anschluss sucht sollte einen Blick auf das Raspberry-Pi-OS OctoPi werfen. Dabei handelt es sich um eine explizit auf die Bedürfnisse der bewährten, kostenlosen 3D-Drucker-Host-Software OctoPrint zugeschnittene Linuxdistribution.

Nutzer eines 3D-Drucker können somit via OctoPi beispielsweise über eine Internetverbindung den aktuellen Status ihres 3D-Druck-Projektes live auch aus der Ferne mitverfolgen und schnurlos kontrollieren.

Max2Play: OS-Lizenzen nach Maß – aber kostenpflichtig

Eine Lösung zur schnellen Umsetzung spezifischer Anwendungen stellt das kommerziell auftretende Max2Play dar. Ursprünglich für den Einplatinenrechner Odroid konzipiert, ist dieses System nun auch für Raspberry Pi 2 und 3 verfügbar. Hinter dem Konzept steckt eine abgewandelte Raspbian-Distribution, die dem NOOBS-Installer der Raspberry Pi Foundation. Über eine browserbasierte Anwenderoberfläche sollen Nutzer selbst ohne tiefergehende Linux-Kenntnisse unkompliziert auch parallel mehrere als Plug-Ins bezeichnete Applikationen wie Mediacenter oder Hausautomatisierung einrichten und konfigurieren können.

Die Idee von Max2Play ist solide und der Umgang, solange man sich nur mit den Basiseinstellungen befasst, recht einfach geraten. So ganz ohne Linux-Vorkenntnisse, wie der Hersteller verspricht, kommt man allerdings aktuell bei dem OS nicht aus, wenn es etwa um die Konfiguration von USB-Geräten geht. Zudem sind bestimmte „Premium“-Anwendungen erst gegen eine Lizenzgebühr verfügbar. Wer allerdings nach bestimmten Komplettlösungen für das Raspberry Pi sucht, ohne groß selbst basteln zu müssen, kann einmal einen Blick auf das vorhandene Max2Play-Angebot und seine aktuell 40 verschiedenen erhältlichen Plugins werfen. Wer lieber ausgiebig selbst Hand anlegt, greift eher zu einem anderen spezialisierten OS oder gleich zum zuvor erwähnten ArchLinux.

A propos Arch Linux: Wer seinen eigenen kleinen dedizierten Mailserver auf einem Raspberry Pi betreiben wollte, konnte früher zu der beliebten, Arch-Linux-basierten Linux-Distribution arkOS greifen. Dieses Betriebssystem wird allerdings bereits seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt, die zugehörige Webseite wurde im April 2017 eingestellt. Der zugehörige SourceCode ist allerdings weiterhin für Interessierte auf dem arkOS GitHub-Repository abrufbar.

Volumio: Ideal für Musik-Streaming

Wer das Raspberry Pi als reines Audiosystem betreiben möchte, kann schon ein Max2Play-Plugin wählen. Alternativ dem stehen allerdings auch verschiedene kostenfreie Optionen offen. Einige Lösungen haben sich hier ob ihrer leichten Konfigurabilität und bewährten Anwendung besonders hervorgetan.

Bewährt hat sich vor allem die OS-Lösung Volumio. Dabei handelt es sich um eine abgespeckte, spezialisierte Raspbian-Variante, die den Musikserver mpd verwaltet und sich über ein Webinterface per Smartphone, Tablet oder PC fernsteuern lässt. Die Einrichtung und das Einhängen von USB-Geräten wie etwa leistungsfähigeren Soundkarten oder einer NAS sind selbst für Laien angenehm unkompliziert. Zudem lassen sich Musikstreamingdienste wie beispielsweise Spotify, aber auch eigene Musikstreams von der hauseigenen NAS problemlos einbinden.

Das Diskimage von Volumio ist für verschiedene Einplatinenrechner vorhanden, darunter auch das Tinkerboard, verschiedene Odroid-Varianten, das Beaglebone Black oder das x86-basierte Udoo, und seit Februar 2016 auch für die verschiedenen Raspberry-Pi-Modelle. Im Juni 2017 erschien eine für Raspberry Pi Boards optimierte Version 2.201 von Volumio, die zum Zeitpunkt dieses Artikels aktuellste Betriebssystemversion ist 2.389 vom 26. März 2018.

(ID:45287409)