Fedora (und Fedberry Remix)

Eine lange Zeit ebenfalls weit verbreitete Alternative, die lange Zeit auch im NOOBS-Installer integriert war, war die Fedora-basierte Linux-Distribution Pidora. Diese Linux-Variante war ab 2014 auf die in den Raspberry-Pi-1-Modellen verwendete ARMv6-Architektur zugeschnitten. Allerdings wird Pidora bereits seit geraumer Zeit nicht mehr weiterentwickelt, so dass sich das OS bereits auf dem Raspberry Pi 2 nicht mehr vernünftig einsetzen ließ.
Ab 2015 sprang hierfür der Fedora Remix Fedberry in die Bresche. Dieses OS läuft auch auf den Modellen Raspberry Pi 2 und 2B respektive 3 und 3B. Fedberry bietet Zugriff auf das umfangreiche Angebot an vorgefertigten Packages der aktuellen Fedora-25-Fassung, integriert aber auch einige zusätzliche Anwendungen, die im Standard-Repositorium von Fedora nicht zu finden ist. Dies kann allerdings bisweilen zu Stabilitäts- oder Geschwindigkeitseinbußen führen mit Geschwindigkeitsproblemen zu kämpfen.
Linux-Nutzer, die Fedora gegenüber Debian bevorzugen, können inzwischen auch direkt zu Fedora selbst greifen. Seit Version 25 unterstützt die Linux-Variante auch ARMv7- und ARMv8-basierte Geräte. Das macht das Betriebssystem direkt auf allen Raspberry Pi 2 und 3 Modellen lauffähig. Seit Version 28 wird auch das Raspberry Pi 3B+ vollumfänglich von Fedora unterstützt.
Allerdings wird auch Fedberry immer noch weitergepflegt. Der Vorteil des Remixes gegenüber der „Vanilla“-Fedora-Version ist, dass Fedberry bestimmte Tools und Programme in sein Repositry integriert die bei Fedora nicht vorhanden sind, beispielsweise den OpenSource-Browser Chromium.
Red Hat Linux in Form des communitygetriebenen CentOS vertreten
Bei CentOS handelt es sich um eine communitybasierte Linux-Distribution, die auf dem Red Hat Enterprise Linux (RHEL) aufbaut und somit zu letzterem komplett binärkompatibel, allerdings kostenfrei erhältlich ist. Es ist somit besonders auf Stabilität ausgelegt und unterstützt auch für RHEL gedachte Software, was das Betriebssystem auch für kommerzielle Applikationen attraktiv macht.
CentOS gilt als einer der am häufigsten auf Web-Servern eingesetzten Linuxversionen. Die zum Zeitpunkt dieses Artikels aktuellste CentOS-Version 7.3 (Stand 12. Dezember 2016) unterstützt auch ARM-Architekturen und ist damit auf dem Raspberry Pi einsatzfähig.
OpenSuse jetzt auch auf Raspberry Pi 3 angepasst
Neben den hier genannten haben auch andere Linux-Varianten auf die eine oder andere Art ihren Weg auf den Einplatinenrechner gefunden. So unterstützt etwa auch OPENSuse, früher weit verbreitet und in Deutschland noch mit einer treuen Fangemeinde, die ARM-Prozessorarchitektur. Schon vor einigen Jahren gab es erste Anleitungen, mit denen sich Open Suse auch für den Einsatz auf dem Raspberry Pi 2 und Raspberry Pi 3 anpassen ließ. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt das OS nicht optimal auf die Hardware des RasPi zurechtgeschnitten, so dass die Installation von OpenSUSE auf dem Einplatinenrechner nur wirklich eingefleischten Fans zu empfehlen war.
Wer dennoch OpenSUSE für das Raspberry Pi 3 austesten möchte, dem sei der Griff zu OpenSUSE Leap 42.3 empfohlen. Die 64-Bit-Version des Betriebssystems unterstützt die auf dem Raspberry Pi 3 eingestzte ARMv8-Prozessorarchitektur und lässt sich nach einigen Anpassungen stabil auf dem Einplatinenrechner einsetzen. Allerdings sind hierfür schon fortgeschrittene Linux-Kenntnisse empfohlen.
Auch andere Linux-Distributionen haben einen Weg auf den Einplatinenrechner gefunden, so etwa gentoo. Ähnlich wie auch OpenSUSE sind diese aber in der Regel nicht für einen idealen Einsatz auf dem Raspberry Pi ausgereift.
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