Hardwarevirtualisierung für Docker-Container: HypriotOS und ResinOS

Docker ist eine offene Plattform, mit der Entwickler und Systemadministratoren auf leichtem Weg verteilte Anwendungen erstellen, ausliefern und ausführen können, indem sie mit Hilfe von Betriebssystemvirtualisierung in Containern isoliert werden. Das funktioniert auf Laptops, virtuellen Maschinen im Rechenzentrum, in der Cloud – oder, mit der richtigen Konfiguration, auch auf dem Raspberry Pi. Letzteres ist vor allem deshalb praktisch, da der Single Board Computer signifikant weniger Energie benötigt als andere Plattformen.
Eines der ersten Betriebssysteme, um Docker auf das Raspberry Pi zu bringen, was das Anfang 2015 erstmals gestartete HypriotOS. Dabei handelt es sich um ein schlankes Debian-Derivat, das speziell auf die Ansprüche der Open-Source-Software zurechtgeschnitten wurde, um Docker-Container zu betreiben.
Die Community hinter HypriotOS, „Docker Pirates“, ist sehr aktiv und hält das Betriebssystem fleißig up-to-dateDas aktuellste Release trägt derzeit Versionsnummer 1.9.0 (Stand 28. April 2018). Die potentielle Sicherheitslücke im Debian-Linux-Kernel, die im Frühjahr 2017 entdeckt wurde und potentielle Gefahren für einen Docker-Host bot, ist darin schon längst behoben. Projekt und Entwicklercommunity sind aber weiterhin rege aktiv und entwickeln den Docker-Container fürs Raspberry Pi rege weiter.
Eine Alternative zu Hypriot auf dem Gebiet der Docker-Container stellt ResinOS dar. Dieses Betriebssystem stützt sich statt auf Debian auf einen Yocto-Core, um eine breitere Plattform für Applikationen und Repositories zu bieten.
ResinOS wurde nach Angaben der Entwickler so konzipiert, um einen möglichst minimalen Satz an erforderlichen Komponenten zur zuverlässigen Unterstützung des Betriebs der Docker-Engine in eingebetteten Szenarien zu enthalten. Der Netzwerkstack besteht aus Network Manager, DNSmasq und Modem Manager.
Während Hypriot vorrangig für den Einsatz auf den Raspberry-Pi-Modellen und Odroid-Boards ausgelegt ist, bietet ResinOS Unterstützung für insgesamt 20 verschiedene Hardwareplattformen, darunter neben den bereits genannten etwa auch das BeagleBone oder Intel-Boards. ResinOS 2.0 ist seit dem 17. April 2017 für alle Raspberry Pi Boards verfügbar. In den letzten Monaten ist es um das Projekt aber eher still geworden.
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