Software-basiertes IP-Telefonsystem löst TK-Anlagen ab 3CX rüstet mit VoIP-System gegen TK-Hersteller

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Mit seinem IP-Telefonsystem für Windows bietet 3CX eine Software-basierte TK-Anlage, die auf offenen Standards beruht. Herstellerunabhängig können Endgeräte jeder Art integriert werden. Die Version 4, die Ende November in den Handel kommen soll, wartet mit wesentlichen funktionalen Erweiterungen auf.

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Nick Galea, CEO von 3CX
Nick Galea, CEO von 3CX
( Archiv: Vogel Business Media )

Herkömmliche Telefonanlagen ersetzt das 3CX IP-Telefonanlagensystem vom gleichnamigen Hersteller vollständig. Das Software-basierte System nutzt dazu die bestehende Netzwerk-Infrastruktur. Da die Integration und Administration so einfach wie möglich sein sollen, setzt der Hersteller komplett auf offene Standards wie das Session Initiation Protocol (SIP).

Der Hersteller 3CX, der sein Produkt bewusst gegen die großen TK-Hersteller wie Siemens, Avaya oder auch Cisco setzt, ist mit Ebertlang als offiziellem Allein-Distributor seit Juni auf dem deutschen Markt. Nick Galea, CEO von 3CX, erklärt: »Die IP-TK-Anlagen einiger großer Hersteller profitieren natürlich von SIP-basierenden Features, unterstützen jedoch keine Endgeräte anderer Hersteller und sind insofern proprietär. Bei anderen Herstellern wie etwa Cisco gestaltet sich die Umstellung auf SIP bei den Endgeräten sehr kompliziert. Zusätzlich können dabei viele Funktionen verloren gehen.« Anwender seien deshalb oft durch die Hintertür gezwungen, auf entsprechende kompatible Endgeräte zu setzen.

Entgegen den quasi-proprietären IP-TK-Anlagen biete das 3CX IP-Telefonanlagensystem eine VoIP-Lösung, die nicht nur die herkömmliche TK-Anlage vollständig ersetzt, sondern auch die Endgeräte sämtlicher Hersteller im VoIP-Umfeld über SIP unterstützt. Als eine von wenigen IP-Lösungen auf dem Markt läuft die TK-Anlage unter Windows und ist daher laut Hersteller sehr einfach zu verwalten und nahezu beliebig zu skalieren.

Volker Lang, Geschäftsführer (CTO) von Ebertlang, sieht daher 3CX weniger im Wettbewerb mit den kleineren VoIP-Anbietern als vielmehr mit den traditionellen TK-Herstellern: »De facto sind heute die beiden Welten IT und TK immer noch nicht zusammengewachsen. Die klasischen TK-Anbieter versuchen derzeit, im Netzwerk-Markt Fuß zu fassen. Von der IT-Seite gibt es noch zu wenig Versuche in die umgekehrte Richtung. Mit 3CX kehren wir die vorherrschende Sichtweise um: Es geht nicht um die IP-Telefonie als solche, sondern vielmehr darum, die Produktivität in den Unternehmen zu erhöhen.«

Einfache Migration

Die Anbindung an die produktiven Systeme wie CRM (Customer Relationship Management) oder ERP (Enterprise Resource Planning) ist laut Volker Lang das Hauptmotiv zur Einführung der IP-Telefonie. Um es Resellern zu erleichtern, auch ihren mittelständischen Kunden den Umstieg auf VoIP schmackhaft zu machen, hat 3CX die Version 4 gegenüber der Vorgängerversion wesentlich erweitert. So können die Anwender beispielsweise jetzt Anrufe direkt über ihren Windows-Desktop starten, entgegennehmen oder vermitteln. Auch direkt aus Outlook heraus sind Anrufe möglich. Die 3CX IP-Telefonanlage bietet ein Mini-VPN, das die Anbindung externer Mitarbeiter ohne große Konfigurationsänderungen bei der Firewall erlaube.

Ab Ende November ist die Version 4 für Händler exklusiv über Ebertlang zu haben. Die Small-Business-Edition, die bis zu 25 Nebenstellen unterstützt, soll rund 450 Euro (UVP) kosten. Die Enterprise-Edition mit unbegrenzter Nebenstellen-Anzahl kommt auf rund 1.400 Euro (UVP). Eine kostenlose Edition, die bis zu acht gleichzeitige Anrufe unterstützt, kann in der Beta-Version 4.0 bereits auf der Webseite des Herstellers heruntergeladen werden.

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