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Definition Was ist SIP?

Autor / Redakteur: MiR / Sarah Böttcher

Die Abkürzung SIP steht für das Session Initiation Protocol. Mit diesem Netzprotokoll können Kommunikationsverbindungen zwischen zwei Partnern oder auch mehreren Teilnehmern aufgebaut, gesteuert sowie abgebaut werden.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Spezifiziert ist das Session Initiation Protocol etwa im RFC 3261. Zum Einsatz kommt SIP vor allem bei der Verwaltung von Streaming-Sitzungen respektive für den gezielten Aufbau und Abbau von Sprachverbindungen in der IP-Telefonie. Für die Entwicklung von SIP zeichnet sich die Internet Engineering Task Force verantwortlich (kurz: IETF). Konzeptioniert wurde dieses spezielle Netzprotokoll, um den Aufbau von Gesprächsverbindungen gezielt zu steuern. Für die eigentliche Sprachübertragung ist das Protocol demgegenüber nicht zuständig. Hat das Session Initiation Protocol eine Verbindung erfolgreich hergestellt, findet die Kommunikation in den meisten Fällen direkt zwischen den jeweiligen Gesprächspartnern statt.

Trennung von Medien- und Sitzungsaushandlungen

Obwohl SIP nicht mit dem Hypertext Transfer Protocol kompatibel ist, orientiert sich sein Design an genau diesem Protokoll. Allerdings stellt das Session Initiation Protocol grundsätzlich eine bessere Lösung für IP-Netze dar. Zudem kann dieses Netzprotokoll weitaus flexibler genutzt werden. So liegt der Einsatzschwerpunkt von SIP auf der Video- und Audio-Übertragung; zudem greift auch das ein oder andere Online-Spiel auf dieses Netzprotokoll zurück. Ein wesentlicher Vorteil von SIP liegt in der Trennung von Medien- und Sitzungsaushandlungen. Die Medienaushandlung stellt dabei eben keinen integrierten Bestandteil von SIP dar. Verschiedene Protokolle können diese Aufgabe übernehmen.

Firewalls und NAT

Im Hinblick auf VoIP (hier: voice over internet protocol) werden zum Beispiel das Real-Time Transport Protocol (RTP) oder ähnliche Transportprotokolle genutzt. Diese Trennung erhöht die Flexibilität bei der Nutzung des Session Initiation Protocol gerade im Hinblick auf die unterstützte Nutzlast. Diesbezüglich ist es möglich, für spezialisierte Anwendungen eine komplett eigene Medienaushandlung zu gestalten, sofern es noch kein entsprechendes Protokoll gibt. SIP ermöglicht es dank der Protokoll-Mechanismen zudem auch, dass Kommunikationsverbindungen vorbei an NAT-Restriktionen (Network Address Translation) sowie über Firewalls hinweg initiiert werden können.

Sicherheit durch Verschlüsselung

Dank der Trennung von Medien und Sitzung beim Session Initiation Protocol können beide Datenströme autark verschlüsselt werden. Im Hinblick auf eine sichere Verschlüsselung ist es dabei empfehlenswert, beide Datenströme gleichzeitig zu verschlüsseln. SIP lässt sich über das TLS- beziehungsweise SIPS-Protokoll verschlüsseln. Die Sprachdaten greifen demgegenüber auf die Sicherung durch das SRTP-Protokoll zurück. Zwar kommt es dabei zu einem Austausch der symmetrischen Schlüssel von TLS, aber hier sorgen die Mechanismen der SSL-Zertifikate für die entsprechende Sicherheit.

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