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Xerox: Aktiv bei MPS, im Cloud- und Outsourcing-Geschäft

| Redakteur: Klaus Länger

Bereits 1977 brachte Xerox mit dem 9700 den ersten kommerziell erhältlichen Laserdrucker auf den Markt, basierend auf einer Entwicklung von Xerox PARC.
Bereits 1977 brachte Xerox mit dem 9700 den ersten kommerziell erhältlichen Laserdrucker auf den Markt, basierend auf einer Entwicklung von Xerox PARC. (Bild: Xerox)

Xerox gehört ebenso wie IBM zu den Urgesteinen der IT-Branche. Die Ursprünge reichen bis ins Jahr 1906 zurück. 1949 brachte die Firma die ersten Fotokopierer auf den Markt. Allerdings ist Xerox deshalb keineswegs von gestern: Als Druckerhersteller ist Xerox führend bei Managed Print Services, daneben ist die Firma auch im Cloud- und Outsourcing-Geschäft aktiv.

Xerox dürfte den meisten Menschen als die Firma bekannt sein, die den Fotokopierer auf den Markt gebracht hat. 1938 hatte der US-amerikanische Patentanwalt den ersten elektrofotografischen Kopierer entwickelt. Das Kopierverfahren erhielt 1947 den Namen „Xerographie“. Im selben Jahr erwarb die 1906 gegründete Haloid Company, ein Hersteller von Fotopapier, eine Lizenz für das xerografische Verfahren und brachte 1949 den ersten xerografischen Kopierer auf den Markt. 1956 entstand in London Rank Xerox als Joint Venture von Haloid und der Rank Corporation. Daher war die Firma in Europa auch primär als Rank Xerox bekannt, 1996 wurde das Joint Venture komplett von Xerox übernommen.

1958 wurde aus der Haloid Company die Haloid Xerox Inc., 1961 erfolgte schließlich die Umbenennung der US-amerikanischen Muttergesellschaft in Xerox Corporation. Ende der 1990er Jahre geriet Xerox in schweres Fahrwasser, als die Aktie innerhalb weniger Monate 90 Prozent ihres Wertes verloren hatte. Ein radikales Sparprogramm brachte die Firma schließlich wieder auf Kurs.

Pionierarbeit in den 70er-Jahren

In den 70 Jahren wurde Xerox auch durch das PARC bekannt, ein Forschungszentrum in Palo Alto, das eine ganze Reihe wichtiger Entwicklungen wie die Computermaus oder das Ehernet hervorgebracht hat. Das PARC ist auch die eigentliche ­Geburtsstätte des modernen PCs und auch Macs. Denn dort wurde der erste Rechner mit einer grafischen Benutzeroberfläche entwickelt. Sowohl Apple als auch Microsoft bedienten sich für die Konzepte hinter Mac OS und Windows bei dem Xerox-Forschingslabor. Auch Bob Metcalfe und John Warnock, die Gründer von 3Com und Adobe, entwickelten die Grundlagen für ihre Firmen bei PARC. Xerox selbst konnte von diesen Innovationen allerdings kaum profitieren.

Bei Druckern und Multifunktionsgeräten kann Xerox dagegen bahnbrechende Entwicklungen vorweisen, die von der Firma selbst zum kommerziellen Erfolg geführt wurden. 1977 brachte der Hersteller mit dem 9700 den ersten kommerziell erhältlichen Laserdrucker auf den Markt, basierend auf einer Entwicklung von Xerox PARC. Der 9700 ist selbst nach heutigen Maßstäben mit 120 Seiten rasend schnell, war aber auch extrem teuer und enorm groß.

Xerox fährt zweigleisig

Heute stellt Xerox nicht nur Kopierer und Bürodrucker her, sondern ist als multinationale Firma mit mehr als 140.000 Mitarbeitern auch einer der wichtigsten Anbieter für professionelle Druck-Systeme und zudem im Dokumentenmanagement-, Cloud- und Outsourcing-Geschäft aktiv. Das Outsorcing-Business erschloss sich Xerox 2009 durch die Übernahme der Affiliated Computer Services Inc. für 6,4 Milliarden US-Dollar, um sich neben dem damals schwächelnden Drucker- und Kopierer-Geschäft ein zweites Standbein zu schaffen. Architektin dieser Übernahme war die damals gerade neu gekürte CEO Ursula Burns, die Xerox auch heute noch führt. Als Outsourcing- und Cloud-Dienstleister ist Xerox für Behörden, Versicherungen, Fluggesellschaften oder auch den Einzelhandel tätig. Die Palette der Tätigkeiten reicht dabei von der Übernahme der Buchhaltung und des Personalwesens über die Verwaltung elektronischer Patientendaten für Versicherungen bis hin zur Abwicklung von Vielfliegerprogrammen für Airlines.

Dieser Teil des Geschäfts ist aber zu einem erheblichen Teil auf die USA konzentriert, und er wird auch primär direkt abgewickelt. Allerdings sieht Peter Kratky, General Manager der European Channels Group für Xerox in Deutschland, grundsätzlich die Möglichkeit, im Großkundengeschäft gewonnene Erfahrungen auch in Lösungen für den Mittelstand umzusetzen. Hier sieht Kratky für Xerox die Möglichkeit, Partner bei der Integration von Cloud und Druckumgebung beim Kunden zu unterstützen. Denn als Partner für den deutschen IT-Channel tritt derzeit vor allem die Office-Drucker-Sparte von Xerox in Erscheinung.

Beim IT-Channel fährt Xerox inzwischen eine Doppelstrategie. Traditionell setzte der Anbieter auf Partner, die bei Druckern und Multifunktionsgeräten ausschließlich Xerox-Geräte verkaufen, die so genannten Konzessionäre. Inzwischen arbeitet Xerox aber auch mit Partnern zusammen, die auch Geräte anderer Hersteller verkaufen. Das Ziel liegt dabei darin, die Zahl der Partner zu erhöhen und „weiße Flecken auf der Landkarte“ zu schließen, so Peter Kratky.

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Die Drucker und Multifunktionsgeräte aus dem aktuellen Xerox-Programm richten sich ausschließlich an professionelle Anwender. Geräte für Heimanwender bietet die Firma nicht an. Bei den reinen Druckern ohne Scan- und Kopierfunktion reicht die Produktpalette vom Monolaserdrucker Phaser 3250 mit bis zu 28 Seiten pro Minute bis hin zum farbkalibrierbaren A3-Farb-LED-Drucker Phaser 7800. Neben Laser- und LED-Druckern stellt Xerox auch noch die Festtintendrucker der Colorcube-Serie her.

Auch bei den Multifunktionsgeräten bietet Xerox neben der Workcentre-Serie mit Laserdruckwerk Colorcube-Modelle mit Festtinte an. Die schnellen Laser-MFPs der Colour-C-Serien mit Druckgeschwindigkeiten von mehr als 60 Seiten pro Minute markieren bereits den Übergang zu den Produktions- und Digitaldrucksystemen, die dann aber über andere Kanäle verkauft werden.

Software als Differenzierungsmerkmal

Das wesentliche Differenzierungsmerkmal bei Druckern und MFPs sieht Kratky inzwischen in der Software und den Services. Die Kunden erwarten, dass die Hardware einfach funktioniert, leistungsstarke Managed Print Services (MPS) können dagegen über ein effizientes Flottenmanagement die Kosten senken. Zudem erleichtern sie sowohl den Anwendern und den Administratoren die Arbeit, was wiederum die Produktivität steigert.

Gerade bei MPS sieht sich Xerox in einer starken Position, was gerade auch die Marktforscher von Infotrends in einer aktuellen Studie zu Managed Print Services bestätigt haben. Auch Gartner, IDC und Quocirca ordnen Xerox ebenfalls als Marktführer oder Leader für Managed Print and Document Services ein.

Xerox bietet eine ganze Reihe von MPS-Lösungen an, die flexibel lizenziert werden können. Mit Xerox Complete View können Firmen ihre Druckkosten erfassen und über Was-wäre-wenn-Szenarien optimieren. Das Print Awareness Tool soll überflüssige Druckaufträge verhindern und so die Nachhaltigkeit im Unternehmen steigern. Weitere Elemente sollen die Sicherheit verbessern, etwa durch die Authentifizierung der Anwender mittels Touchscreen oder Kartenleser.

Die Connect-Key-Technologie ist für Xerox eine wesentlicher Baustein für den Erfolg der eigenen Multifunktionsgeräte, die ja in vielen Unternehmen die reinen Drucker zunehmend ablösen. So können eingescannte Dokumente in verschiedenen Formaten gespeichert werden, auch als durchsuchbare ein- oder mehrseitige PDF-Dateien. Diese können dann per Tastendruck auf vordefinierten Netzwerkordnern oder Cloud-Speichern abgelegt, oder in Dokumentenmanagement- und Backend-ERP-Systemen abgelegt werden. Optionale Module erlauben die Einbindung von Dokumenten in Sharepoint oder Dokushare. Ebenso ist das Drucken von Mobilgeräten aus, wie Smartphones oder Tablets mit Android oder iOS, über Connect-Key möglich.

Bei mit Connect-Key ausgestatteten MFPs können die Menüs des Touchscreens jeweils an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Über Connect-Key-Apps werden einzelne Schritte bei wiederkehrenden Aufgaben als eine Art Makro zusammengefasst, das dann über ein individuelles Icon im Touchscreen aufgerufen wird. Der Zugriff auf diese Apps kann personalisiert werden.

Die Entwicklung dieser Apps im dafür vorgesehenen kostenlosen Windows-Programm Xerox App Studio oder die Programmierung weitergehender Funktionen mit dem Xerox Extensible Interface Platform SDK bietet auch Chancen für den Channel. Denn Händler oder Systemhäuser können die Entwicklung solcher Apps für Kunden übernehmen, die selbst nicht über die nötigen Fähigkeiten oder Ressourcen verfügen.

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