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Was ist ein Joint Venture?

| Autor / Redakteur: Updater / Sylvia Lösel

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Im wirtschaftlichen Kontext ist oft von Joint Ventures die Rede. Wir erklären in diesem Beitrag, wie eine derartige Kooperationsvereinbarung aufgebaut ist und welche Vorteile diese bringen kann.

Der Begriff Joint Venture (engl. "gemeinsames Wagnis") bezeichnet in der Wirtschaft unterschiedliche Varianten partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen eigenständigen Unternehmen, wobei Art und Umfang der Kooperation frei wählbar sind. Im engeren Sinn ist darunter ein gemeinschaftliches Projekt zweier oder mehrerer rechtlich voneinander unabhängiger Unternehmen zu verstehen, wobei die Partner sowohl für die Leadership-Verantwortung als auch für das finanzielle Risiko gemeinsam verantwortlich sind. Internationale Joint Ventures sind oft dann die erste Wahl, wenn Direkt-Investitionen ausländischer Konzerne in den jeweiligen Zielländern rasch und sicher durchgeführt werden sollen. Daher spielen Joint Ventures beispielsweise im Bereich des internationalen Technologietransfers seit jeher eine tragende Rolle.

Arten von Joint Ventures

Hinsichtlich der rechtlichen Konstruktion können sogenannte „Contractual Joint Venture“ und „Equity Joint Venture“ unterschieden werden.

Equity Joint Ventures

Bei dieser Variante gründen zwei oder mehrere Unternehmen, die meist aus verschiedenen Herkunftsländern stammen, eine Gesellschaft, an der sie selbst in einem bestimmten Ausmaß finanziell beteiligt sind. Da eine unbegrenzte Haftung der gemeinsamen Gesellschaft vermieden werden soll, wird diese meist als Kapitalgesellschaft gegründet.

Contractual Joint Ventures

Im Falle des Contractual Joint Venture arbeiten mehrere Unternehmen auf vertraglicher Basis zusammen, ohne eine eigene Rechtspersönlichkeit (z.B. eine Kapitalgesellschaft) zu gründen, in welche finanzielle Ressourcen einfließen würden. Das Ergebnis ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts nach §§ 705 ff. BGB bzw. - bei ausländischen Gesellschaften - nach der in dem betreffenden Staat anzuwendenden Rechtsnorm.

Joint Ventures sind ferner nach der Art der Kapitalbeteiligung in paritätische und ungleiche Joint Ventures sowie nach ihrer Kooperationsausrichtung in horizontale und vertikale sowie konzentrische und konglomerierende Joint Ventures unterteilbar.

Einteilung nach der Kapitalbeteiligung

Sogenannte paritätische Joint Ventures weisen proportionale Beteiligungsverhältnisse auf (z. B. zwei Partner sind mit je 50 % beteiligt, drei mit je 33,33 %, vier mit je 25 % usw.). Dem gegenüber stellen ungleiche Joint Ventures (z. B. Beteiligungsverhältnis 40 % / 60 %) keine Joint Ventures im eigentlichen Sinn dar, da hier nicht Wettbewerbsvorteile oder andere strategische Überlegungen im Vordergrund stehen, sondern lediglich das Motiv der Kapitalbeteiligung vorliegt.

Einteilung nach der Kooperations-Strategie

Von einem horizontalen Joint Venture spricht man, wenn sämtliche Partner in demselben Geschäftszweig engagiert sind, während bei vertikalen Joint Ventures sämtliche Kooperationspartner ihre Tätigkeitsbereiche in vor- oder nachgelagerten Phasen der unternehmerischen Wertschöpfungskette haben. Stammen die Partner hingegen aus zueinander in Beziehung stehenden Branchen, liegt ein konzentrisches Joint Venture vor, während sich konglomerative Joint Ventures aus Teilnehmern völlig unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche zusammensetzen.

Welche Vorteile bestehen bei Joint Venture-Abkommen?

Joint Ventures sind in der Lage, Markteintrittsbarrieren zu beseitigen oder zumindest zu reduzieren, da es durch ein derartiges Kooperationsabkommen in der Regel zu einer Bündelung der Kräfte, insbesondere im Kompetenz- und Ressourcenbereich, kommt. So kann der Einstieg in einen fremden Beschaffungs- oder Absatzmarkt auf relativ einfache Weise erfolgen, was für ein einzelnes Unternehmen nur schwer und unter wesentlich massiverem Einsatz von Ressourcen realisierbar wäre.

Auch synergetische Effekte werden durch Joint Ventures mitunter freigesetzt, oft kommt es darüber hinaus zu konstanten Skalenerträgen (constant returns to scale - Erträge erhöhen sich in jenem Ausmaß, in welchem Ressourcen zugeführt werden). Des Weiteren ergibt sich für die einzelnen Partner ein geringerer Investitionsbedarf sowie eine Senkung des unternehmerischen Risikos, da diese Faktoren auf alle Teilnehmer aufgeteilt werden. Schlussendlich können durch Joint Ventures auch neue Kenntnisse und Erfahrungen - beispielsweise über internationale Märkte und deren Wettbewerbsverhalten - gewonnen werden.

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