Nach der Akquise von Panda Security Watchguard verdoppelt sich

Autor: Dr. Andreas Bergler

Mit dem Aufkauf von Panda Security hat sich der Security-Spezialist Watchguard quasi verdoppelt. Sowohl in der Anzahl der Mitarbeiter als auch in der Zahl der Partner. Nun sollen die Cross-Selling-Möglichkeiten weitgehend ausgeschöpft werden.

Firmen zum Thema

Die vier Säulen des Watchguard-Portfolios: Network-, WLAN- und Endpoint-Security sowie Multifaktor-Authentifizierung
Die vier Säulen des Watchguard-Portfolios: Network-, WLAN- und Endpoint-Security sowie Multifaktor-Authentifizierung
(Bild: Ruslan Gilmanshin_Adobe.Stock.com)

Kaum ein halbes Jahr ist es her, dass der Security-Spezialist Watchguard eine seiner größten Übernahmen in der Firmengeschichte über die Bühne gebracht hat. Der Aufkauf des spanischen Sicherheits-Anbieters Panda Security galt bereits im Mai offiziell als beschlossene Sache. Die Zahl der Mitarbeiter stieg mit der Akquisition von ursprünglich 700 auf rund 1.200 an. Die Zahl der Reseller-Partner – und entsprechend auch die Zahl der Vertriebsmitarbeiter bei Watchguard – hat sich indes verdoppelt, berichtet Michael Haas, der im Zuge des Mergers zum Vice President Central Europe von Watchguard befördert wurde. Die bisherigen Marktgebiete beider Unternehmen seien nahezu identisch gewesen, „aber mit Panda hat Watchguard einen kompletten Markt neu dazu gekauft“, so Haas weiter. Der SMB-Fokus von Panda, der mit Consumer-Software angefangen hat, ergänzt sich fast überschneidungsfrei mit der Zielgruppe von Watchguard, die bei den etwas größeren mittelständischen Unternehmen anfängt.

Zielgruppe und Synergien

Die breite Zielgruppe wird nun mit einem erweiterten Portfolio abgedeckt, das auf den vier Säulen ruht: Network-, WLAN- und Endpoint-Security sowie Multifaktor-Authentifizierung. Während die Panda-Firewall, die eine OEM-Lösung war, nun bei den Kunden durch eine hauseigene Firewall ersetzt werden soll, betritt Watchguard mit Thema WLAN-Security einen noch relativ neuen Markt. Dabei sind auch Synergie-Effekte für die Kunden nicht auszuschließen.

So lassen sich beispielsweise über die WLAN-Access-Points des Security-Anbieters nach Analyse der Kundenbewegungen gezielt Marketing-Maßnahmen aufsetzen und steuern – natürlich stets Datenschutz-konform, wie Haas erklärt. „Wir haben bereits einen Kunden, der gezielt die Marketing-Möglichkeiten mit unseren Access Points ausschöpfen möchte, freut sich Haas. Auch die Verkaufsfläche im Ladengeschäft kann damit optimiert werden oder es können aktuelle Hygienekonzepte einfacher durchgesetzt werden, wie etwa eine automatisierte Limitierung der Anzahl der Personen in einem Raum.

Technologische und vertriebliche Integration

Wert legt Watchguard vor allem auf die Vollständigkeit des Portfolios. Die vorhandenen Technologien zum Schutz von Netzwerken, Endpunkten und Anwendern können Partner ihren Kunden sowohl als Komplettpaket in Form der Total Security Suite, als spezialisierte Bundles wie die Lösung „Passsport“, für den Endpoint-Schutz von Telearbeitern, oder auch einzeln anbieten. Von der Integration der Technologien sollen insbesondere auch Managed Service Provider profitieren. Dazu werden die Panda-Lösungen nun auch in die Management-Oberfläche, etwa für Logging und Reporting, schrittweise integriert. Deutsche und österreichische Panda-Partner mussten sich dabei allerdings umstellen: vom direkten Vertrieb beim spanischen Security-Hersteller auf den indirekten Vertrieb bei Watchguard.

„Seit Oktober kann jeder Watchguard-Händler nun auch Panda-Produkte über unsere Distributoren kaufen“, berichtet Haas über den Status quo – und benennt schon das nächste größere Marktsegment, das man sich bei Watchguard jetzt erschließt: den Bildungsbereich.

(ID:46968557)

Über den Autor

Dr. Andreas Bergler

Dr. Andreas Bergler

CvD IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien