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Die Zukunft des Weitverkehrs-Netzwerks

Warum am Software-Defined WAN kein Weg vorbei führt

| Autor / Redakteur: Martin Rausche / Andreas Donner

Warum an SD-WAN kein Weg mehr vorbei führt, erläutert Martin Rausche von Vmware.
Warum an SD-WAN kein Weg mehr vorbei führt, erläutert Martin Rausche von Vmware. (Bild: Vmware)

Unsere Netzwerke sind veraltet. Ein Software-definiertes Netzwerk mit SD-WAN verspricht sichere und stabile Konnektivität bei gleichzeitig hoher Performance und bildet die Grundlage für ein Virtual Cloud Network. Mittel- und Langfristig wird es daher nicht ohne Software-Defined Wide Area Networks gehen!

Sei es im Gesundheitswesen, im Einzelhandel oder im Gaststättengewerbe, in quasi jeder Branche hält die Digitalisierung Einzug. Kaum ein Unternehmen kann es sich leisten, nicht mit der Zeit zu gehen. Alle müssen ihren Kunden den besten und schnellsten Service liefern. Doch was nützt der innovative Web-Auftritt, die moderne Applikation oder das gut durchdachte CRM-System, wenn die Netzwerke mit den Anforderungen nicht Schritt halten? Herkömmliche Netzwerke sind nicht dafür ausgelegt, den heutigen Anforderungen von leistungsstarken Anwendungen gerecht zu werden.

Die Lösung präsentiert sich in Form des Software-Defined Network. Ein relevanter Teil davon ist das Software-definierte Wide Area Network (SD-WAN). Ein SD-WAN ist ein Overlay-Netzwerk, das auf der bestehenden Infrastruktur eines Unternehmens läuft.

Steigende Anforderungen des Gesundheitswesens

Ein simples Anwendungsbeispiel, warum ein hoch performantes, zuverlässiges Netzwerk wichtig sein kann, zeigt sich im Gesundheitswesen: Der zunehmende Einsatz von Telemedizin ermöglicht es Praxis- und Klinikärzten mit Patienten über eine Live-Video-Verbindung zu sprechen, sie optisch zu untersuchen und – gerade bei Folgeuntersuchungen gut praktikabel – Krankheits- und Heilungsverlauf zu diagnostizieren. Besonders für ältere Menschen und immobile Patienten verbessert die Telemedizin die medizinische Versorgung. Das Marktforschungsunternehmen Databridge Market Research prognostiziert für den europäischen Telemedizinmarkt ein jährliches Wachstum um 25 Prozent bis 2024.

Zwei weitere wichtige Trends betreffen den Zugriff von Gesundheitsdienstleistern und Pflegekräften auf Daten. Zum einen nimmt in Krankenhäusern die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) zu. Daten werden zentral gespeichert und über Smart Terminals abgerufen. Die mobile Gesundheitsfürsorge ermöglicht es Anbietern, auf EPAs und Anwendungen von mobilen Geräten ihrer Wahl, wie z.B. Tablets, zuzugreifen, während sie sich zwischen den Patientenzimmern bewegen oder auf Hausbesuchen sind.

Gleichzeitig werden die Wide Area Networks (WANs) von Gesundheitsorganisationen immer komplexer, da diese durch die Privatisierung von Krankenhäusern und Zusammenlegung von Notfallzentren stetig wachsen. Traditionelle Netzwerklösungen sind in der Regel zur Bewältigung der oben genannten Herausforderungen zu unflexibel.

Mit einem Virtual Cloud Network können Gesundheitsorganisationen dagegen eine durchgängige softwarebasierte Netzwerkarchitektur erstellen, die Dienste für Anwendungen und Daten bereitstellt, unabhängig davon, wo sie sich befinden, und zwar von Anfang bis Ende, mit konsistenter, durchgängiger Konnektivität und Sicherheit. Mit einem SD-WAN gestaltet sich das Zusammenlegen von Weitverkehrsinfrastrukturen einfacher und die Performance von kritischen Anwendungen wird verbessert.

Einzelhandel unter Druck

Auch der Einzelhandel steht unter Druck. Die jüngsten Schließungen von Toys R US in den USA haben die deutschen Standorte in Alarmbereitschaft versetzt und zeigen, wie wichtig es ist, die traditionellen Grenzen bei der Kundenbindung zu überschreiten. Wechselndes Kundenverhalten und steigende Erwartungen erfordern technologische Innovationen.

Ergänzendes zum Thema
 
Software-Defined WAN

Kundenorientierte Technologien wie digitales Marketing, intelligente Einkaufswagen, Couponing und mobile Apps sollen die Menschen in den Laden – und vor allem auch später wieder dorthin zurück – bringen. Hinter den Kulissen tut sich viel, was zum allgemeinen Einkaufserlebnis der Kunden beiträgt, wie z.B. der Einsatz von RFID auf Artikelebene oder robuste Scanner für ein besseres Bestandsmanagement.

Cloud-Anwendungen erleichtern es Filialmitarbeitern standortübergreifend zusammenzuarbeiten. Dies alles erfordert hohe Bandbreiten, zuverlässige Konnektivität und sicheren Zugang zu Point-of-Sale-Anwendungen (POS). Doch das verbindende Element, die Wide Area Networks (WANs), ist komplex, teuer und basiert häufig auf jahrzehntealten Konzepten, die für die digitale Transformation ungeeignet sind.

SD-WAN und das Virtual Cloud Network ermöglichen es Einzelhändlern, eine digitale Geschäftsstruktur zur Verbindung und Sicherung von Anwendungen, Daten und Benutzern im gesamten Netzwerk in einer hyper-distribuierten Welt zu schaffen. Durch die Bereitstellung und Implementierung von Cloud-SD-WAN vereinfachen Einzelhändler das Netzwerk- und WAN-Management, optimieren den Cloud-Zugriff von allen Standorten aus, gewährleisten eine hohe Leistung selbst für die anspruchsvollsten Anwendungen und erlauben die zentrale Konfiguration von Sicherheitsvorgaben und damit einfachere Einhaltung von Compliance-Richtlinien im gesamten Netzwerk an jedem Standort des Geschäfts.

Digitale Transformation im Gastgewerbe

Ähnlich verhält es sich im Gastgewerbe. Der Erfolg in der Hotellerie oder in der Gastronomie erfordert mehr als das bequeme Bett, die köstliche Speisekarte oder das luxuriöse Spa. Sowohl hinter den Kulissen als auch in den Händen der Gäste kann Technologie das Kundenerlebnis in unzähliger Weise steigern. Das Erlebnis beginnt bereits vor der Ankunft des Gastes, denn der erste Eindruck wird durch Websites, Reservierungssysteme und Treueprogramme geprägt und diese Prägung manifestiert sich während des Besuchs. Die Palette reicht dabei von Selbstbedienungskiosken bis hin zu personalisierten Diensten, die auf gespeicherten Präferenzen und historischen Daten basieren. Alles ist darauf ausgerichtet, dass sich der Gast willkommen fühlt.

Viele gastorientierte Dienste stellen hohe Anforderungen an die Netzwerkinfrastruktur. Business Services wie digitale Konferenzen, Audio, Video, Datenkonnektivität aber auch Dienste für die Gästezimmer wie Voice over Internet Protocol (VoIP) oder Internet-Fernsehen (IPTV) sind nur einige Beispiele. Nicht wenige Unternehmen migrieren zudem ihre Backoffice- und Gastmanagementsysteme in die Cloud und setzen internetfähige Geräte zur Steuerung von Heizung, Beleuchtung und anderen Einrichtungen ein, was die Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Netzwerkinfrastruktur signifikant erhöht.

Die Netzwerkkonzepte der letzten zwei Jahrzehnte wird diese Betriebe nicht in die Zukunft führen. Dies wird nur mit einem virtualisierten Netzwerk funktionieren. Das trifft alle Bereiche, die ein Virtual Cloud Network abdecken kann. Im Falle von SD-WAN, gibt es verschiedene Lösungsansätze, wobei für die vorgenannten Beispiele ein Betrieb über eine Cloud-Lösung die besten Ergebnisse verspricht.

Gründe für ein SD-WAN aus der Cloud

Bei der Nutzung von SD-WAN aus der Cloud kann jede beliebige Kombination von Transportmethoden verwendet werden, was IT-Abteilungen die Flexibilität verschafft, bei Bedarf mehr Bandbreite hinzuzufügen, um mehr Anwendungen zu niedrigeren Kosten zu unterstützen. So macht man sich von teuren MPLS-Privatanschlüssen (Multi-Protocol Label Switching) unabhängig und kann von anderen, effizienteren Transportmethoden, einschließlich Hochgeschwindigkeitsbreitband oder mobilen Lösungen wie LTE oder zukünftig 5G profitieren.

Zero-Touch-Implementierungen erlauben den Versand von Endgeräten an den jeweiligen Standort und das einfache Verkabeln derselben ohne Fachpersonal vor Ort. Die Geräte rufen dann Konfigurationen von einem zentralen Orchestrator ab, installieren sich selbst und sind zeitnah einsatzbereit. Dadurch wird der gesamte Standort mit den durch eine vorgegebene zentrale Richtlinie definierten Funktionen in das Netzwerk eingebunden, ohne dass ein Besuch eines IT-Experten erforderlich ist.

Der Kunde hat eine unabhängig vom Transportmechanismus garantierte Performance. Netzparameter wie Brownouts (Stromausfälle), Paketverluste oder Jitter (Laufzeitvarianz von Datenpaketen in einem Netzwerk) werden überwacht und der Datenverkehr dynamisch über die besten verfügbaren Verbindungen geleitet, um die Leistungen einzelner Anwendungen inklusive Sprach- und Videodiensten zu optimieren. Außerdem können Paketverluste durch zusätzliche Fehlervermeidungsstragien ausgeglichen werden, um den Durchsatz der unternehmenskritischen Applikationen zu verbessern.

Für Cloud-Dienste wie z.B. Office365 oder SAP muss der Datenverkehr durch eine direkte Verbindung von allen Standorten zur Cloud nicht mehr erst in ein zentrales Rechenzentrum zurückgeführt werden. Cloud-basierte Gateways gewährleisten Zuverlässigkeit, Leistung und Sicherheit für den gesamten Cloud-basierten Datenverkehr, unabhängig davon, woher er stammt, sowie einen schnellen und sicheren Zugriff auf in der Cloud gespeicherte Daten, Informationssysteme und Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS).

Durch einen Cloud-basierten Orchestrator ist die Verwaltung und Überwachung unternehmensweit über eine zentrale Instanz möglich, die entsprechend redundant und unabhängig von anderen Services abgesichert ist.

Martin Rausche.
Martin Rausche. (Bild: Vmware)

Fazit

Unabhängig von der Branche – die Zukunft des Netzwerks ist Software, und das Netzwerk der Zukunft ist das Virtual Cloud Network. SD-WAN und die Virtuelle Cloud werden es Unternehmen und Organisationen jeglicher Couleur ermöglichen, eine flexible aber einfach zu managende digitale Geschäftsstruktur für die Verbindung und Sicherung von Anwendungen, Daten und Benutzern über physische Netzwerkgrenzen hinaus zu schaffen.

Über den Autor

Martin Rausche ist Senior Manager Systems Engineering SD-WAN bei VMware EMEA.

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