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Managed Services

Comteam setzt Wingmen und -women für die Startup-Betreuung ein

Wachstum mit Startups

| Redakteur: Wilfried Platten

Sie machen den Unterschied: die Startup-Berater von Comteam – in leicht idealisierter Darstellung.
Sie machen den Unterschied: die Startup-Berater von Comteam – in leicht idealisierter Darstellung. (Bild: Lana Stem – stock.adobe.com)

Gerade Einsteiger brauchen Kontakte und Unterstützung. Comteam hat dafür den Startup-Verbund Growr gegründet – und bringt damit gleichzeitig frisches Blut in die IT-Szene. Verantwortlich für die Identifizierung, Akquise, Betreuung und Weiterentwicklung der Newcomer sind die sogenannten Wingmen und Wingwomen. Na dann: ready for take-off!

Heute, am 1. März 2018, wird ein neuer Comteam-Service scharf geschaltet. Die Rede ist von der ersten Inkarnation des Comteam Competence Clubs, kurz CCC. Dahinter verbirgt sich ein „Rundum-Sorglos-Paket“ für die Kooperations-Partner, das sie fit machen soll für das Thema Managed Services.

Es umfasst regelmäßige Präsenz- und Online-Schulungen für namentlich benannte Mitarbeiter mit Handlungsempfehlungen und Musterverträgen, Beratertagen und Web-Sessions, fast wie in der Schule mit einem festen Stundenplan. Dazu kommen Supportleistungen, die vom Provider der Wahl Server-Eye, einem Geschäftsbereich des Systemhauses Krämer IT, (siehe Kasten rechts) geleistet werden.

Bei Buchung der Leistungen wird eine monatliche Zusatzgebühr fällig. Thematisch werden neben Technologieaspekten unter anderem auch Vertriebs-, Rechts- und Personalentwicklungsfragen abgearbeitet.

Willkommen im Competence Club

Erfolgreiche Absolventen der rund zwölfmonatigen Kursfolge werden Mitglied im Competence Club. „Das Angebot richtet sich sowohl an Systemhäuser, die bislang noch gar keine Managed Services anbieten, als auch an solche, die sich schon auf dem Weg dorthin befinden“, beschreibt Comteam-Chef Sven Glatter die Zielgruppe. Was nichts anderes bedeutet, als dass sie bis auf wenige Ausnahmen die komplette Mitgliedschaft der Systemhaus-Kooperation umfasst.

Wobei Comteam großen Wert darauf legt, nicht als Systemhaus-Kooperation bezeichnet zu werden. Es ist ein ähnliches Phänomen wie bei den Broadline-Distributoren, die ihre verpönte Bezeichnung meiden und alles andere sein möchten (etwa Solution Anbieter oder B2B-Plattform). Glatter erklärt den Hintergrund: „Viele Partner, und das ist immer noch die Mehrheit, sind Systemhäuser. Aber der Anteil anderer Partner wächst rasant. Viele sind selbst Lösungsanbieter oder Consulter.“ Auf eine weitere, besonders interessante Spezies der von Glatter so genannten „anderen Partner“, die „Growr“, kommen wir später noch zu sprechen.

Comteam jedenfalls versteht sich mittlerweile als Technologie-Netzwerk – und hat folgerichtig auch am Erscheinungsbild gefeilt. Ende 2017 präsentiert Glatter der versammelten Partnerschaft den Marken-Relaunch auf dem Flugplatz Mendig mit den einleitenden Worten „Willkommen zur letzten Systemhauskonferenz“. Aus dem tradierten Claim „verstehen.planen.umsetzen“ wurde „Wir digitalisieren Zukunft“.

Managed Services sind nur der Anfang

Doch noch einmal zurück zur Idee des Competence Clubs. Solche Initiativen sind auch für andere Themen vorstellbar. „Sollte sie sich bei den Managed Services bewähren, und davon gehen wir aus, sind weitere solcher Aktionen bereits in Planung. Für dieses Jahr können wir uns sehr gut den Themenkreis Personalentwicklung vorstellen. Das ist ein ganz heißes Eisen bei unseren Partnern.“

Der Competence Club ist eine Weiterentwicklung und Erweiterung der existierenden Weiterbildungsangebote für die Comteam-Partner, etwa Cloud, Security oder HR. Die Themenpalette reicht von „Aufbau von Unternehmensstrukturen in 2 Tagen“ über „Datenschutz nach EU-DSGVO“ bis zu „Implementing a Software-Defined Data Center“.

Comteam-Partner können zudem kostenfrei die Basisversion von myDMS Cloud nutzen, ein Dokumenten Management System für die revisionssichere Beleg-Speicherung. Die für 30 Euro im Monat buchbare Vollversion umfasst darüber hinaus unter anderem eine Verfahrensdokumentation und die Zertifizierung durch Wirtschaftsprüfer. Sie wird sowohl intern im gesamten ElektronikPartner-Konzern mit EP, Medimax und Comteam genutzt, als auch von deren Lieferanten.

Bereitgestellt wird sie von Comteam Business Solutions, einer 100-prozentigen Comteam- und damit EP-Tochter. Neben myDMS Cloud werden aktuell folgende Lösungen vermarktet:

  • Elo Partnerprogramm und Elo as a Service
  • SAP TS3 (angepasste Version von BusinessOne)
  • Iosafe
  • Networkbox Deutschland
  • Vertiv

Aktuell scheint die Comteam-Kooperation, sorry, das Technologie-Netzwerk, auf Platz 2 abonniert. Aber der ist ja auch nicht so schlecht. Sven Glatter jedenfalls ist mit diesem Ergebnis in der Leserwahl der IT-BUSINESS zum Channel VIP 2017 hoch zufrieden: „Nach Platz 7 im Vorjahr ist das ein tolles Ergebnis. Da gibt es nur noch eine Steigerungsmöglichkeit.“

Betrachtet man die Wettbewerbssituation, dann gibt es auch hier unter quantitativen Aspekten (Zahl der Mitglieder) noch einen Konkurrenten zu schlagen: Während bei der Bielefelder Verbundgruppe Synaxon in den diversen Kooperationen (iTeam, IT.Partner, PC-Spezialist) circa 3.000 Partner aktiv sind, sind es bei Comteam rund 800 Mitglieder.

Nimmt man andererseits die Comteam-Mutter ElectronicPartner als Sparringspartner, dann sieht das Verhältnis wieder anders aus: Mit EP, Medimax und Comteam zusammen bringt sie es auf rund 5.000 Mitglieder. Aber mit den Ostwestfalen will sich Glatter in diesem Punkt auch gar nicht messen.

Growr als Wachstumsfaktor

Wichtiger sind ihm die qualitativen Aspekte, und da hat Comteam die über 250 Startups des jüngst gegründeten Netzwerks Growr als Ass im Ärmel. Aber auch quantitativ spielen sie eine gewichtige Rolle, denn nimmt man sie dazu, dann ist die Tausendermarke bei der Mitgliederzahl geknackt. „Growr ist ein Ausbildungszentrum für Startups rund um das Thema Kooperation“, so Glatter. „Startups aber haben ganz andere Voraussetzungen und Bedürfnisse als ein typischer Comteam-Partner, der schon seit zehn oder fünfzehn Jahren am Markt ist.“

Startups sind in der Regel noch nicht am Markt etabliert, verfügen über eine vergleichsweise geringe Bonität und eine dementsprechend dünne Finanzdecke: „Ist der Gesellschaftervertrag beim Rechtsanwalt ausgearbeitet, ist ein Startup oft schon pleite.“ Zudem verfügen sie oft nur über begrenzte betriebswirtschaftliche Kenntnisse und wenig Knowhow in Sachen Unternehmensform, Datenschutz oder Präsentation im Bankengespräch. An diesen Punkten setzt die Unterstützung an. Man kann sich das also als eine Art Kaderschmiede für Comteam-Partner in spe vorstellen. Andererseits können Startups das Growr-Netzwerk auch als Vermarktungsplattform nutzen, um dort ihre Lösungen und Dienstleistungen zu verkaufen.

Es ist das erklärte Ziel, aus jedem Growr-Partner zum jeweils individuell gegebenen Zeitpunkt einen „echten“ Comteam-Partner zu machen. „Ein Growr kann und soll der Comteamer von morgen sein. Es ist nicht unser Interesse, dass ein Growr irgendwann verkauft wird, sondern wir wollen ihn weiterentwickeln oder mit anderen Partnern zusammenbringen, so dass sie gemeinsam ihr Business aufbauen können“, so Glatter. Growr rekrutieren sich – oder werden rekrutiert – in erster Linie aus der florierenden Startup-Szene. „Sie haben eine andere Ausgangslage, andere Bedürfnisse eine unterschiedliche Herangehensweise und sprechen eine andere Sprache.“

Flügelzange

Und wo kommen die Growr her? Ein knappes halbes Dutzend Comteam-Mitarbeiter kümmert sich um Nachwuchs. Im internen Jargon heißen sie Wingmen, beziehungsweise Wingwomen. Wobei sie idealerweise ihren Namen damit rechtfertigen, nicht selber wie Superman durch die Lüfte zu segeln, sondern ihren Startup-Partnern Flügel für den Höhenflug verleihen, und das ganz ohne überteuerten Energy Drink, der diese Fähigkeit trotz unablässiger Beteuerungen ja bis heute noch nicht hat nachweisen können.

Die Betreuung ist sehr individuell angelegt: „Jedes Startup hat seine eigenen Baustellen. Mal mangelt es an Marketingkompetenz, mal an Controlling-Knowhow“, so die Erfahrungen von Wingman Daniel Hülsenbusch in der Praxis.

Für Growr gibt es drei Partnerstufen: Die erste Stufe ist so eine Art kostenloses Schnupperstadium, für das man sich registriert. Die nächste Stufe ist dann beitragspflichtig mit Zugriff auf die diversen Leistungen. In der dritten, der Premium-Stufe, wird ein Growr dann zum vollumfänglichen Comteam-Partner mit allen Rechten und Pflichten. Was aber nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass ein Growr zum klassischen Systemhaus geworden ist.

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