Der gesunde Mix macht's Systemhaus s.i.g.: zwischen Projektgeschäft und Managed Services

Autor: Sarah Böttcher

Zahlreiche Systemhäuser kämpfen aktuell mit ihrer Digitalen Transformation zum Managed Service Provider (MSP). Doch nicht jedes Systemhaus springt auf den Managed-Services-Zug auf. Das IT-Haus s.i.g. verfolgt beispielsweise eine zweigleisige Strategie.

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Studien zeigen, dass der Verzehr von Nüssen positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns haben kann. Getreu dem Motto „IT mit IQ“ setzt auch das IT-Systemhaus s.i.g. auf einen Mix von klassischem Projektgeschäft und einem IT-Services-Angebot.
Studien zeigen, dass der Verzehr von Nüssen positive Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns haben kann. Getreu dem Motto „IT mit IQ“ setzt auch das IT-Systemhaus s.i.g. auf einen Mix von klassischem Projektgeschäft und einem IT-Services-Angebot.
(Bild: Studio mars - stock.adobe.com)

Dass die Zukunft im IT-Services-Geschäft liegt, steht außer Frage. Laut einer Studie des Herstellers Barracuda sind Unternehmen weltweit in Sachen Managed Services positiv gestimmt. 69 Prozent der Umfrageteilnehmer wählten das Servicegeschäft als die größte Chance zur Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr. So steigt die Wahrnehmung und die Akzeptanz von Managed Services und damit auch ihre Bedeutung im täglichen Channel-Geschehen. Auch der EMEA ISG Index für das dritte Quartal 2020 zeigt, dass die DACH-Region zu den größten Märkten in EMEA für Managed Services gehört.

Managed Services sind zum Commodity-Begriff geworden.

Guido Fetzer, Gründer und Geschäftsführer des Systemhauses s.i.g.

Aufgrund der vielversprechenden Marktaussichten transformieren sich zahlreiche klassische Systemhäuser zum Managed Service Provider (MSP). Sie fahren das einmalige Projektgeschäft und den Verkauf von Komplettpakten, bestehend aus Hard- und Software, sukzessive zugunsten wiederkehrender Erlöse in Form von Managed Services aus der Cloud zurück. Doch nicht jedes Systemhaus springt auf den Managed-Services-Zug auf. „Managed Services sind zum Commodity-Begriff geworden“, sieht Guido Fetzer, Gründer und Geschäftsführer des Systemhauses s.i.g., das reine Services-Geschäft kritisch. Denn nicht jede IT-Anforderung kann durch eine Cloud-Technologie abgebildet werden. So werde es immer Unternehmen geben, die nicht den Betrieb der eigenen Infrastruktur an Externe geben, oder sich erst noch im Aufbau der eigenen IT-Umgebung befinden.

Gesundheits- und Bildungssektor im Fokus

Die Coronakrise hat dies verdeutlicht, denn gerade im Gesundheits- und Bildungssektor besteht ordentlicher Nachholbedarf in Sachen IT-Ausstattung. Den durch die Pandemie bedingten Digitalisierungsschub hat sich das 1997 gegründete Systemhaus zunutze gemacht. Als Digitalisierungspartner in Ulm sowie im Raum München liefert s.i.g. IT-Hardware an Grundschulen, Realschulen und Gymnasien sowie Berufsschulen und Sonderpädagogischen Einrichtungen. „Wären wir nur Managed Service Provider gewesen, hätten wir diese Aufträge nicht gewinnen können. Der gesunde Mix hat uns in der Pandemie geholfen“, meint Eugen Straub, zweiter Geschäftsführer bei s.i.g.

(v.l.) Guido Fetzer und Eugen Straub, Geschäftsführer der s.i.g.
(v.l.) Guido Fetzer und Eugen Straub, Geschäftsführer der s.i.g.
(Bild: [s.i.g.] mbH / Susanne Fetzer)

Nah am Marktgeschehen

Den beiden Geschäftsführern zufolge ist es wichtig, sich auf die Marktgegebenheiten ein- sowie umzustellen. Deshalb verschließt sich das Systemhaus auch nicht per se der Cloud oder dem IT-Services-Geschäft. Aus diesem Grund hat sich der IT-Dienstleister vor einem halben Jahr neu strukturiert und das Portfolio in fünf Business Units – IT-Infrastruktur, IT-Application-Services, IT Datacenter Services, IT Cloud Services sowie IT Industrial Services – aufgeteilt. So führt s.i.g. auch Cloud-Services im Portfolio. Diese erwiesen sich bereits 2019 mit einem Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr als Wachstumstreiber. 2020 konnte das Systemhaus einen Umsatz von 22 Millionen Euro verzeichnen, wovon 7,7 Millionen Euro durch Managed Services erzielt wurden. „Wir werden nicht rein auf die Cloud oder Managed Services setzen. Vielmehr versuchen wir, die Prozesse unserer Kunden zu verstehen, zu adaptieren und in Lösungen zu überführen. Und wenn es für unsere Kunden wichtig ist, gewisse Teile der IT outzusourcen, unterstützen wir sie mit unseren Managed beziehungsweise Infrastructure Services“, erklärt Fetzer. Neben standardisierten Services entwickelt und betreibt das Systemhaus im eigenen Rechenzentrum auch individuelle Lösungen für seine rund 500 Kunden aus dem gehobenen Mittelstand.

Parallel zur Restrukturierung wurde ein internes Projekt gestartet, mit dem die Unternehmenskultur sowie Mitarbeiterführung und -entwicklung vorangetrieben werden soll. Durch das Projekt werden die Mitarbeiter verstärkt in die Geschäftsprozesse eingebunden mit dem Ziel, näher am Marktgeschehen zu sein, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und neue Themen zu identifizieren. Durch die flache Hierarchie sollen auch Entscheidungsprozesse schneller getroffen und umgesetzt werden können. Hierin sieht s.i.g. ein Alleinstellungsmerkmal zur Konkurrenz.

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 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin