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EMEA ISG Index, Q3/2020 Der IT-Outsourcing-Markt wächst

Autor: Melanie Staudacher

Der EMEA ISG Index für das dritte Quartal 2020 zeigt, dass die DACH-Region zu den größten Märkten in EMEA für Managed Services gehört. Die Bereiche Infrastructure-as-a-Service und IT-Outsourcing sind ebenfalls gestiegen.

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Infrastructure-as-a-Service und Managed Services legten im dritten Quartal 2020 zu. Auch das Vertragsvolumen im Outsourcing-Bereich ist gestiegen.
Infrastructure-as-a-Service und Managed Services legten im dritten Quartal 2020 zu. Auch das Vertragsvolumen im Outsourcing-Bereich ist gestiegen.
(Bild: © Feodora – stock.adobe.com)

Der EMEA ISG Index erfasst Outsourcing-Abschlüsse der Privatwirtschaft mit einem jährlichen Vertragsvolumen (Annual Contract Value, ACV) von mindestens fünf Millionen Euro. Laut dem aktuellen Index für das dritte Quartal 2020 wurde der Sourcing-Markt in Europa, dem nahen Osten und Afrika (EMEA) vor allem durch eine starke Nachfrage nach IT-Outsourcing (ITO) angeheizt.

IT-Outsourcing und As-a-Service sind gefragt

Während Managed Services im vorherigen Quartal noch schwächelten, legten sie im dritten Quartal wieder zu und liegen nun bei einem ACV von 2,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Q3 in 2019 sind das 10 Prozent mehr. Der Bereich ITO stieg sogar noch stärker an: um 36 Prozent, verglichen mit 2019, auf 1,8 Milliarden Euro.

Derweil legte das Geschäft mit Cloud-basierten Services (As-a-Service, AsS) im Vergleich zum dritten Quartal 2019 um 9 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu. Dem zugrunde liegt vor allem die Stärke von Infrastructure-as-a-Service (IaaS). Hier stieg das Marktvolumen um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro an. Im Gegensatz dazu schrumpfte das Marktsegment Software-as-a-Service (SaaS) um 7 Prozent auf 431 Millionen Euro, was damit das geringste Quartalsvolumen in fast drei Jahren bedeutet.

Barbara Florschütz, Geschäftsführerin der ISG Germany
Barbara Florschütz, Geschäftsführerin der ISG Germany
(Bild: ISG)

Zusammengefasst legte das gesamte Vertragsvolumen von AaS und Managed Services in der EMEA-Region im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9 Prozent zu. Damit liegt es bei 3,9 Milliarden Euro. „Der Managed-Services-Markt in EMEA war im vergangenen Quartal von zahlreichen Neuabschlüssen geprägt. Deren Zahl lag um mehr als 20 Prozent über der des zweiten Quartals“, sagt Barbara Florschütz, Geschäftsführerin der ISG Germany. „85 Prozent dieser Verträge beliefen sich jedoch auf weniger als 17 Millionen Euro, so wie in anderen Weltregionen auch. Nur 10 Verträge in EMEA wiesen einen Wert von mehr als 34 Millionen Euro auf.“

Bisherige Entwicklung 2020

In den ersten neun Monaten diesen Jahres wuchs der Gesamtmarkt in EMEA um 2,6 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. AsS legte in diesem Zeitraum um 12 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro zu. Vor allem IaaS trug einen großen Teil dazu bei, mit 20 Prozent mehr und insgesamt 3,8 Milliarden Euro. Das SaaS-Vertragsvolumen sank um 5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Das ITO-Marktvolumen stieg um 8,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Und der Bereich Business Process Outsourcing (BPO) schrumpfte um mehr als 40 Prozent auf nur noch 1,0 Milliarden Euro. Managed Services insgesamt schrumpften um 3,6 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. „Niedrige regionale Ergebnisse, insbesondere in Skandinavien, haben die Managed Services in diesem Jahr nach unten gezogen“, stellt Florschütz fest. „Ungeachtet dessen weisen die zwei größten EMEA-Märkte, das Vereinigte Königreich und die DACH-Region, ein moderates Wachstum bei den Managed Services auf. Im As-as-Service-Segment wiederum wuchs die gesamte Region bisher schneller als im vergangenen Jahr und vergrößert damit ihren Anteil am Gesamtmarkt.“

Das bisherige Wachstum von IaaS in diesem Jahr spiegelt die fortlaufende Überführung auf Cloud Computing in EMEA wider. Cloud-Hyperscaler, insbesondere AWS, Google Cloud und Microsoft Azure, ziehen trotz des hier scharfen Wettbewerbs den größten Nutzen aus der steigenden Nachfrage.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Vertragsvolumen bei den Managed Services in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro gestiegen. Covid-19 hat die Nachfrage nach Cloud-Diensten, insbesondere nach IaaS, auch bei weniger technologisch versierten Unternehmen erhöht, da diese ihr Geschäft weiter digitalisieren wollen.

Weltweiter Ausblick

Auf das gesamte Jahr gesehen erwartet ISG für den Managed-Services-Markt ein Minus von 6 Prozent. Im As-a-Service-Bereich werden Jahreszuwächse von insgesamt 15,5 Prozent erwartet.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH