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Paessler PRTG 20.1.55.1775 Starkes Monitoring für die gesamte IT-Infrastruktur

| Autor / Redakteur: Dr. Götz Güttich / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit PRTG stellt Paessler ein leistungsfähiges Werkzeug zum Überwachen von IT-Infrastrukturen bereit. Wir haben uns im Testlabor angesehen, wie sich die aktuelle Version einrichten und nutzen lässt. Dabei lag unser Schwerpunkt vor allem auf der Praxisnähe.

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PRTG von Paessler ist ein leistungsstarkes und dennoch einfach zu bedienendes Monitoring-Werkzeug, das kaum Wünsche offen lässt.
PRTG von Paessler ist ein leistungsstarkes und dennoch einfach zu bedienendes Monitoring-Werkzeug, das kaum Wünsche offen lässt.
(Bild: Paessler / IT-Testlab)

PRTG von Paessler kann viele Komponenten und Diensten überwachen. Dazu gehören Server, Workstations, Router, Switches und Drucker ebenso wie Cloud-Dienste, Datenbanken, Mail-Server, Storage-Server, Virtualisierungsumgebungen, Anwendungen und die verbrauchte Bandbreite. Auf diese Weise lassen sich Probleme schnell finden, das Sicherheitsniveau steigt und Engpässe können einfach identifiziert werden.

Die Überwachung erfolgt im Betrieb über unterschiedliche Technologien. PRTG unterstützt sowohl Windows-Abfragen über WMI und Windows Performance Counters als auch SNMP sowie Verkehrsanalysen über Flow-Protokolle und Packet Sniffing. Systeme auf Basis von Unix wie MacOS und Linux lassen sich bei Bedarf über SSH analysieren. Außerdem stehen unter anderem auch noch Ping-, SQL- und HTTP-Abfragen sowie REST APIs für XML oder JSON zur Verfügung.

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Die bei den Abfragen gewonnenen Erkenntnisse werden dann in einem zentralen Management-Interface mit Hilfe von Dashboards visualisiert. Dabei kommen neben Live-Statusinformationen auch Echtzeit-Übersichtskarten zum Einsatz, die frei definierbar sind.

Eine leistungsfähige Überwachungslösung muss im Betrieb außerdem dazu in der Lage sein, die zuständigen Mitarbeiter jederzeit über auftretende Probleme und Störungen zu informieren. Deswegen bringt PRTG diverse Alarmfunktionen mit. Die Software kann unter anderem Alerts via E-Mail und SMS verschicken. Darüber hinaus existiert auch noch die Option, sich direkt über das Web-Interface sowie über Mobile- und Desktop-Apps informieren zu lassen.

Begriffsklärung: Was ist ein Sensor?

Gehen wir an dieser Stelle kurz auf die Begriffe ein, die Paessler verwendet, um die einzelnen Komponenten seiner Überwachungslösung zu bezeichnen. Die Grundlage aller Monitoring-Tätigkeiten sind die so genannten Sensoren. Dabei handelt es sich um Überwachungsfunktionen für einzelne Elemente, wie die Prozessorlast, den freien Speicherplatz, die Uptime und Ähnliches. Momentan bringt PRTG mehr als 250 verschiedene Sensoren zum Überwachen von Netzwerkkomponenten mit.

Mehrere Sensoren lassen sich zu Geräteeinträgen zusammenfassen. So besteht beispielsweise die Option, einen Geräteeintrag für einen Router anzulegen und diesem Router dann Sensoren zum Überwachen der Netzwerkschnittstellen, des darauf laufenden DNS-Servers, des Arbeitsspeichers oder des NTP-Servers hinzuzufügen.

PRTG im Test

Im Test installierten wir PRTG in unserem Netz, nahmen die Lösung in Betrieb und richteten eine Überwachung sämtlicher Netzwerkkomponenten ein. Dazu gehörten Clients und Server unter Windows 8 beziehungsweise Windows Server 2012 und neuer, Systeme unter Centos-, Debian-, Fedora-, Opensuse- und Ubuntu-Linux, Rechner unter OpenBSD, NetBSD und FreeBSD, zwei alte Workstations unter Solaris 10 und 11 sowie Virtualisierungsumgebungen auf Basis von Hyper-V 2016 und 2019 sowie ESXi 6.5 und 6.7. Außerdem arbeiteten in unserem Netz noch diverse Infrastrukturkomponenten wie Router von Lancom und Netgear, Switches von Cisco, Netgear und TP-Link, IP-Telefone von Grandstream, D-Link Webcams sowie Drucker von Brother und Dell. Last but not least bezogen wir noch einen Rechner unter MacOS und einen Exchange Server 2016 in unsere Überwachungsumgebung mit ein.

Nachdem wir das Monitoring für all diese Geräte eingerichtet hatten, ließen wir PRTG erst einmal ein paar Tage lang laufen, um Daten zu sammeln und zu sehen, wie sich unsere Umgebung im normalen Betrieb verhielt. Danach richteten wir Alarmmeldungen ein, die uns informierten, wenn Unregelmäßigkeiten auftraten und arbeiteten mit den zu PRTG gehörenden Apps und Desktop-Clients.

Video-Tutorials, kostenlose Tools und Knowledge Base

Nach dem Abschluss der Software-Installation warteten wir erst einmal ab, bis der automatische Suchlauf für unser Netz abgeschlossen war. Danach nahmen wir uns die Geräteübersicht vor und prüften, ob das System wirklich alle Komponenten gefunden hatte. Das war bei uns der Fall. PRTG hatte zu diesem Zeitpunkt auch schon etliche Sensoren eingerichtet. Einige funktionierten nicht, was mit der mangelhaften Konfiguration unserer Netzwerkkomponenten zusammenhing. Deswegen machten wir uns zunächst einmal daran, auf allen zu überwachenden Systemen die Dienste für SNMP, WinRM und WMI so zu konfigurieren, dass sie durch die Firewalls kommunizieren konnten und Daten bereitstellten.

Jetzt konnten wir uns damit befassen, weitere Sensoren, die nicht automatisch eingerichtet worden waren, hinzuzufügen. Generell gilt, dass die automatische Funktion zum Hinzufügen von Sensoren recht gut arbeitet und eine ordentliche Übersicht über die auf den jeweiligen Zielsystemen relevanten Faktoren bietet. Unter Windows sind das beispielsweise Datenverkehr, Prozessorlast, Laufzeit, freier Speicherplatz und Ähnliches. Auf einem Cisco-Switch legt das System im Gegensatz dazu Sensoren zur CPU-Last, dem VLAN-Verkehr, der Laufzeit, dem Ethernet-Verkehr, dem Status des Netzteils oder der Systemtemperatur an. Deswegen ist es sinnvoll, die Auto-Konfiguration immer zuerst laufen zu lassen.

Nach dieser automatischen Sensorsuche ist es aber auf vielen Systemen sinnvoll, noch manuell eigene Sensoren hinzuzufügen, zum Beispiel zum Abfragen der Auslastung bestimmter Queues auf einem Exchange Server oder zum Abfragen der SMART-Werte bestimmter Laufwerke. Für die Vielzahl der von PRTG angebotenen Sensoren gestaltet sich das Auffinden einzelner Einträge recht einfach: Es genügt, mit der rechten Maustaste auf den Eintrag des betroffenen Geräts zu klicken und den Befehl „Add Sensor“ aufzurufen. Danach öffnet sich eine Seite, auf der Administratoren angeben können, was überwacht wird (Verfügbarkeit, Prozessornutzung, Netzwerkinfrastruktur, etc.), welchen Typ das Zielsystem hat (Windows, Linux, virtuelles OS usw.) und welche Technologie für das Monitoring zum Einsatz kommen soll (Ping, SNMP, WMI oder ähnliches). Sobald diese Angaben gemacht wurden, zeigt das System am unteren Rand die für die Anfrage passenden Sensoren an. Es ist außerdem möglich, nur eines oder zwei von den drei genannten Auswahlfeldern auszufüllen, zum Beispiel nur die verwendete Technologie. Trägt ein IT-Mitarbeiter hier etwa „SNMP“ ein, so präsentiert PRTG alle verfügbaren SNMP-Sensoren. Das Suchen und Finden der Sensoren läuft also recht einfach ab.

Dashboards für einen umfassenden Überblick

Loggt sich der Administrator beim Web-Interface ein, landet er standardmäßig auf einer Übersichtsseite namens „Willkommen bei PRTG“, die in Form von Tortengrafiken sämtliche Sensoren mit ihrem aktuellen Status und alle aktuellen Alarme visualisiert. Außerdem gibt es Links zu den mobilen und Desktop-Apps, eine Übersicht über den Lizenzstatus und die Aktivität des vorherigen Tages sowie Links zu Tipps oder Video-Tutorials.

Abgesehen davon bietet das System noch ein „Sample Dashboard“, das eine automatisch generierte Überblickskarte des Netzes, eine Sensorübersicht, eine Liste mit Alarmen und einen Link zu einem Video-Tutorial enthält, das beschreibt, wie man seine eigenen Dashboards anlegt. Zum Anpassen der Dashboards an eigene Wünsche steht ein in das Konfigurationswerkzeug integriertes Design-Tool zur Verfügung, mit dem sich auch neue Dashboards erzeugen lassen. PRTG ist an dieser Stelle also sehr flexibel.

Die Apps für mobile Geräte und Desktop

Nach der Arbeit mit den Dashboards wandten wir uns den von Paessler bereitgestellten Apps für Android, iOS, MacOS und Windows zu. Diese Apps sind nicht nur dazu in der Lage, die von PRTG gesammelten Werte anzuzeigen, sondern sie ermöglichen auch das Abwickeln vieler Konfigurationsaufgaben (beispielsweise bei den Sensoreinstellungen) und – das wohl wichtigste – das Anzeigen von Alerts.

Die Desktop-Apps bieten praktisch den gleichen Funktionsumfang wie das Web-Interface. Mit ihnen lassen sich bei Bedarf auch mehrere PRTG-Installationen von einer zentralen Stelle aus verwalten. Darüber hinaus ermöglichen sie Benachrichtigungen über ein Icon in der Taskleiste und optional die Ausgabe von Alarmtönen. Wenn ein Administrator die Software auf seiner Workstation installiert und sie so konfiguriert, dass sie ihr Status-Icon in der Taskleiste anzeigt und mit Windows startet, hat er stets einen direkten Überblick über das Gesamtsystem, ohne dass er dazu das Web-Interface oder die Desktop-App öffnen muss. Das ist sehr praktisch, da man immer auf einen Blick sieht, dass alles in Ordnung ist.

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Alert-Funktionen als Info-Service

Wie schon erwähnt, gibt PRTG auch Alarmmeldungen via SMS, E-Mail, per Browser, über das genannte Tray-Icon auf dem Desktop und per Push auf Smartphones oder Tablets aus. Die kostenlosen Alarmmeldungen per Push sind dabei die beliebtesten und interessantesten.

Sie lassen sich relativ einfach konfigurieren: Die zuständigen Mitarbeiter müssen dazu lediglich sicherstellen, dass der PRTG-Server mit der Webseite https://api.prtgcloud.com:443 kommunizieren kann. Anschließend wechseln sie nach „Konfiguration/Kontoeinstellungen/Vorlagen für Benachrichtigungen“ und aktivieren dort die Option „Push-Benachrichtigungen senden“.

Wenn das erledigt ist, müssen die Verantwortlichen nur noch auf ihren mobilen Geräten die PRTG-App einspielen und Kontakt zum PRTG-Server aufnehmen. Dann besteht unter Android etwa die Möglichkeit, in den App-Einstellungen die Push-Benachrichtigungen zu aktivieren.

Damit die Push-Notifications dann wirklich verschickt werden, müssen die Verantwortlichen schließlich noch in der Konfiguration der jeweiligen Sensoren oder Objekte, Trigger definieren, die die Nachrichten auslösen. Danach erfolgt die Meldung der Alerts direkt auf das mobile Endgerät.

Fazit

PRTG bringt eine Vielzahl nützlicher Funktionen und Tools mit, die das Überwachen von IT-Infrastrukturen – nach einer grundlegenden Erstkonfiguration von Server und Clients – recht einfach machen. In diesem Zusammenhang seien die Apps und die Dashboards genannt. Alle im Test beschriebenen Funktionen sind in jeder Lizenz enthalten, wodurch sich der Admin die Anschaffung kostspieliger Add-Ons spart.

Zwar sind im Betrieb nicht alle der von PRTG automatisch angelegten Sensoren notwendig, doch abgesehen davon kann sich der Administrator sicher sein, Probleme im Netzwerk schnell zu finden und Engpässe einfach zu identifizieren. Da die Lösung die gesammelten Daten in einer zentralen Datenbank vorhält, lässt sich PRTG nicht nur zum Überwachen des Netzes im laufenden Betrieb nutzen, sondern auch als Werkzeug, um in der Zeit zurückzugehen, um Probleme zu finden und zu sehen, wie viel Zeit für die Lösung des spezifischen Problems aufgewendet wurde. Das hilft beim Treffen zukünftiger Entscheidungen und sorgt dafür, dass IT-Mitarbeiter proaktiv arbeiten können.

Über das IT-Testlab Dr. Güttich

Das Institut zur Analyse von IT-Komponenten erstellt qualitativ hochwertige und unabhängige Tests, Workshops, Video-Tutorials sowie Interviews zu neuen Produkten und Lösungen aus der Informationstechnologie, die anschließend in neutralen Medien erscheinen.

Dr. Götz Güttich ist Leiter des IT-Testlab.
Dr. Götz Güttich ist Leiter des IT-Testlab.
(Bild: IT-Testlab)

Über den Autor

Der Leiter des IT-Testlab – Dr. Götz Güttich – verfügt über rund 20 Jahre Branchenerfahrung als IT-Consultant und Fach- beziehungsweise Chefredakteur im IT-Umfeld. Aufgrund seiner langjährigen umfangreichen Testtätigkeit für führende deutsche Netzwerkmagazine beschränken sich seine Fähigkeiten nicht auf die Theorie des IT-Geschäfts.

Dr. Güttich bringt auch umfassende praktische Kenntnisse aus dem Einsatz unterschiedlichster Lösungen in Unternehmensnetzen mit. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Cloud, Mobile Computing, IT-Sicherheit, Storage, Netzwerkmanagement, Netzwerkbetriebssysteme, Terminalserver und Virtualisierung.

Den ungekürzten Testbericht des IT-Tastlab gibt's in unten stehendem Kasten als PDF-Download.

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Über den Autor

Dr. Götz Güttich

Dr. Götz Güttich

Journalist, IAIT