Konsolidierung auf einem Dashboard Sophos Fusion als KI-natives Verteidigungssystem

Von Natalie Forell 3 min Lesedauer

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Sophos Fusion bündelt einen Großteil des Sophos-Portfolios in einem System. Agentische KI verbindet dabei alle Kontrollpunkte und reagiert eigenständig auf mögliche Bedrohungen. Für Partner bedeutet das weniger Aufwand und mehr Raum für Beratungsgeschäft.

Sophos Fusion erweitert Sophos Central und vereint zahlreiche Sicherheitswerkzeuge in einer gemeinsamen Plattform. (Bild:  Gemini / KI-generiert)
Sophos Fusion erweitert Sophos Central und vereint zahlreiche Sicherheitswerkzeuge in einer gemeinsamen Plattform.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Mit Sophos Fusion präsentiert der Sicherheitshersteller ein System, das weniger Tools, weniger manuellen Aufwand und mehr Beratungsgeschäft verspricht. Dabei bündelt Sophos fast das gesamte eigene Sicherheitsportfolio in einer zusammenhängenden Architektur, sodass Partner Security Operations, Endpoint Protection, Netzwerk-, Identitäts-, E-Mail- sowie Cloudsicherheit in einem System nutzen können.

Agentische KI verbindet alle Kontrollpunkte miteinander

Sophos Fusion ist eine Weiterentwicklung der bisherigen Plattform Sophos Central. Möglich wurde das unter anderem durch die Integration der Taegis-Analytik von Secureworks, einem Cybersicherheitsunternehmen, das Sophos Anfang 2025 übernommen hatte.

Auf dieser Datenbasis setzt nun die agentische KI an, sodass sämtliche Kontrollpunkte einer IT-Umgebung miteinander verknüpft und synchronisiert werden. Folgende Fähigkeiten besitzt das Verteidigungssystem:

  • Context Lake: Eine zentrale Datenschicht, in der alle Signale in Echtzeit zusammenlaufen.
  • Synchronized Security: Das System reagiert sofort nach der Erkennung bedrohlicher Signale und leitet entsprechende Maßnahmen ein.
  • Human-on-the-loop: Die agentische Technologie analysiert und reagiert selbstständig innerhalb definierter Leitplanken. Menschliche Analysten behalten die Kontrolle, vor allem bei der Steuerung und laufenden Feinabstimmung dieser Leitplanken.
  • Kumulierende Intelligenz: Bedrohungsdaten werden zusammengeführt und stärken dadurch die Verteidigung über alle Kunden hinweg.

Zudem sind bereits Sophos Next-Gen SIEM, Sophos MDR sowie XDR im System integriert. Ab Oktober 2026 sollen außerdem Sophos AI Defense sowie CISO Advantage allgemein verfügbar sein.

Sophos Fusion ist sowohl offen als auch nativ. Sophos entwickelt also die zentralen Kontrollpunkte selbst, gleichzeitig sollen aber auch über 500 Drittanbieter-Integrationen nahtlos eingebunden sein.

Der Preis der Tool-Vielfalt

Joe Levy, Chief Executive Officer von Sophos(Bild:  Sophos)
Joe Levy, Chief Executive Officer von Sophos
(Bild: Sophos)

„Da KI die Geschwindigkeit, den Umfang und die Komplexität von Angriffen erhöht, benötigen Unternehmen eine moderne, vernetzte, intelligente und adaptive Verteidigung“, erklärt Joe Levy, Chief Executive Officer von Sophos. Laut Angaben des Herstellers nutzen IT-Teams durchschnittlich mehr als 45 verschiedene Sicherheitsprodukte – eine Menge, bei der man schnell den Überblick verlieren kann. Das führt zu höheren Kosten, mehr Dashboards und mehr manueller Arbeit, während Angreifer längst mit Maschinengeschwindigkeit operieren, so Sophos. Hier soll Sophos Fusion ansetzen, das statt vieler einzelner Meldungen aus unterschiedlichen Tools die Bedrohungen zentral erkennt und mit einer koordinierten Reaktion darauf antwortet.

Human-on-the-loop

Der Mensch in der G'schicht

Wenn KI-Agenten selbstständig handeln sollen, braucht es trotzdem einen Menschen. Eine Technologie kann schließlich nicht einfach aus dem Nichts heraus agieren. Bisher hat sich dafür der Begriff „Human-in-the-loop“ etabliert: Der Mensch ist aktiv Teil des Systems, er überwacht oder ist an der Entscheidungsfindung eines automatisierten Systems direkt beteiligt.

Raja Patel, Chief Product Officer bei Sophos, betont für Fusion, dass sich die Rolle des Menschen dabei verändert, nicht seine Notwendigkeit: „Humans should not be in the loop, but on the loop.“ Die komplette Kontrolle soll der Mensch dabei aber nicht abgeben, denn ohne menschliche Kontrolle gehe laut Patel die Rechenschaftspflicht verloren. Für das reine Ausführen einer Aktion, wie beispielsweise das bekannte Drücken eines einfachen Knopfes, brauche es hingegen keinen Menschen mehr, erklärte er bei einer Presserunde im Juli. Der Mensch ist stattdessen dafür da, klare Grenzen zu setzen, innerhalb derer sich die KI-Agenten sicher bewegen können. In einzelne Workflows soll er dabei nicht mehr eingreifen müssen.

Das KI-native Cybersicherheits-Verteidigungssystem

Sophos bewirbt Fusion als das „branchenweit erste und umfassendste KI-native Cybersicherheits-Verteidigungssystem“. Revolutionär neu scheint der Ansatz selbst aber nicht zu sein. Auch der Wettbewerb setzt mit Lösungen wie Palo Alto Networks Cortex XSIAM oder CrowdStrike Charlotte AI auf eine ähnliche Konsolidierung. Verschiedene Sicherheitswerkzeuge laufen in einer gemeinsamen KI-nativen Plattform zusammen. KI-Agenten übernehmen dabei selbstständig innerhalb gesetzter Leitplanken die Analyse und Reaktion auf Bedrohungen. Der relevante Punkt ist jedoch nicht, was zuerst unter welchem Namen auf den Markt kam, sondern welches System sich am besten in die bestehenden Kundenumgebungen einfügt.

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