IT-Servicepreisspiegel 2020 So sehen die aktuellen IT-Servicepreise aus

Autor: Heidi Schuster

Die Preisgestaltung bei Dienstleistungen ist oft eine Gratwanderung zwischen zu teuer und zu wenig Marge. Um die Balance zu halten hilft nur eins: Schauen, wie es die anderen machen. Der IT-Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie gibt einen detaillierten Überblick.

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Der Servicepreisspiegel gibt IT-Unternehmen eine Orientierung für Preis- und Serviceleistungen.
Der Servicepreisspiegel gibt IT-Unternehmen eine Orientierung für Preis- und Serviceleistungen.
(Bild: Nico Bekasinski - stock.adobe.com)

Die Preisgestaltung bei IT-Services ist so eine Sache: Was darf Service kosten? Nehme ich zu viel? Verdiene ich zu wenig? Einen praxisnahen Ein- und Überblick über die aktuelle Preissituation von IT-Dienstleistungen gibt der Servicepreisspiegel der Synaxon Akademie. Über 700 Systemhäuser der verschiedenen Synaxon-Verbundgruppen haben 2020 daran Teil genommen. Dabei zeigt sich, dass nach wie vor der Fachkräftemangel bei 61 Prozent der IT-Unternehmen auch in Pandemie-Zeiten die größte Herausforderung darstellt. Allerdings zeigt die aktuelle Umfrage auch, dass die Auftragslage beziehungsweise das Investitionsklima mit mehr als 42 Prozent die zweitgrößte Herausforderung ist. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag an zweiter Stelle noch der Umbau des Geschäftsmodells. Aber nun zu den Zahlen.

Die Stundensätze

Der aktuelle durchschnittliche Stundenpreis für IT-Leistungen liegt bei 84,83 Euro (alle Angaben netto). Damit fällt er etwas geringer aus als im Vorjahr, da lag der Stundensatz bei 85,19 Euro. Innerhalb der letzten zwölf Monate haben 43,9 Prozent der Befragten ihre Preise angehoben, 55,7 Prozent geben an, keine Veränderungen vorgenommen zu haben. Generell ist der durchschnittliche Preis für Serviceleistungen in den letzten zehn Jahren damit rund 25 Prozent gestiegen, denn 2010 lag dieser bei 68,63 Euro.

Die Tagessätze

Auch die Tagessätze haben im Durchschnitt über den Vergleichszeitraum von 2017 bis 2019 abgenommen. Die Preissenkungen verteilen sich jedoch sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Leistungsarten. Die Tagessätze von Programmierleistungen sanken von 924,96 Euro 2018 auf 881,62 Euro 2020. Auch der Tagessatz für Techniker für Standard-IT-Serviceleistungen ist gefallen (2019: 745,36 Euro pro Tag; 2020: 731,40 Euro pro Tag). Die Tagessätze für Beratungsleistung im Datenschutz sinken seit 2018 und stehen jetzt bei 935,13 Euro (2017: 838,39 Euro; 2018: 1.009,25 Euro; 2019: 978,81 Euro).

Die Pauschalen

Hinsichtlich der Pauschalen für IT-Serviceleistungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Anfahrtskosten pro gefahrenen Kilometer sind 2020 minimal gestiegen. (2017: 1,99 Euro; 2018: 1,23 Euro; 2019: 1,01 Euro; 2020: 1,03 Euro). Der Zuschlag für Servicebereitschaft (24/7) ist dagegen gesunken (2017: monatlich 402,35 Euro; 2018: monatlich 390,04 Euro; 2019: monatlich 465,23 Euro; 2020: monatlich 402,35 Euro).

Alle detaillierten Zahlen finden Sie in der Bildergalerie:

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Managed Services

Ein Renner waren auch 2020 wieder die Managed Services, die für viele Systemhäuser zum wichtigsten Standbein geworden sind, mit steigender Tendenz dank der Corona-Pandemie.

Zu den Topsellern 2020 gehört Microsoft 365/Hosted Exchange. Im Vergleich zu den Ergebnissen von 2019 hat sich die Nachfrage nach diesen Leistungen deutlich erhöht (2019: 38,99 %; 2020: 58,56 %). Weitere Nachfrage- und Umsatzrenner sind Server Monitoring mit weiteren Services (von 50,71 % 2019 auf 57,36 % 2020) und Managed Backup (von 32,96 % 2019 auf 47,09 % 2020).

Ausblick für 2021

Und wie sieht die Zukunft des IT-Servicemarktes aus? Nach wie vor ist die größte Herausforderung für 61,47 Prozent der befragten Systemhäuser der Fachkräftemangel, gefolgt von Auftragslage/Investitionsklima (42,71 %). Mit dem Umbau des Geschäftsmodells sind 38,67 Prozent beschäftigt.

Optimistisch sind die Befragten gegenüber den Umsätzen für 2021. 15,15 Prozent der Umfrage-Teilnehmer erwarten ein Wachstum von mehr als 20 Prozent und weitere 32,76 Prozent erwarten bis zu 20 Prozent mehr Umsatz. 34,05 Prozent der Befragten erwarten in etwa den gleichen Umsatz wie im Vorjahr zu erzielen. Allerdings vermuten auch 18,4 Prozent einen Rückgang.

Informationen zur Studie

Die Synaxon Akademie führt seit 2010 regelmäßig bundesweite anonymisierte Umfragen zu Serviceleistungen, Stundensätzen und Entwicklungen in IT-Unternehmen und Systemhäusern durch. Der daraus resultierende Servicepreisspiegel gibt einen repräsentativen Überblick über die Entwicklungen und beinhaltet Geschäfts- und privates Endkunden-Segment sowie unterschiedliche Regionen.

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Über den Autor

 Heidi Schuster

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Redakteurin, Online CvD, Vogel IT-Medien