ISC2-Studie zu Cybersecurity-Training Security-Teams setzen bei Weiterbildung auf KI

Von Ira Zahorsky 4 min Lesedauer

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Um rasant wachsende Kompetenzlücken, vor allem bei KI, zu schließen und die eigene Resilienz zu stärken, investieren Unternehmen laut ISC2 verstärkt in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Trotz steigender Budgets blockiert häufig Zeitmangel den Erfolg.

Unternehmen investieren verstärkt in die Cybersecurity-Bildung ihrer Mitarbeiter, um u.a. die eigene Resilienz zu stärken.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Unternehmen investieren verstärkt in die Cybersecurity-Bildung ihrer Mitarbeiter, um u.a. die eigene Resilienz zu stärken.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Bereits die „2025 ISC2 Cybersecurity Workforce Study“ belegte eine alarmierende Verschärfung im Arbeitsmarkt für IT-Sicherheit: 59 Prozent der weltweit Befragten melden einen kritischen Bedarf an Cybersecurity-Kompetenzen – ein signifikanter Sprung gegenüber den 44 Prozent des Vorjahres. Der „Skills Gap“ ist somit keine vorübergehende Erscheinung, sondern eine fundamentale Skalierungsbremse.

KI führt die Prioritätenliste an

In der aktuellen ISC2-Studie „Security Training Trends 2026“ nennen 43 Prozent der deutschen Security-Verantwortlichen Kenntnisse rund um Künstliche Intelligenz als wichtigste Weiterbildungspriorität. Damit liegt Deutschland unter dem internationalen Vergleichswert. Über alle untersuchten Regionen hinweg bewerten 47 Prozent der Befragten KI-Kompetenzen als dringlichstes Trainingsfeld. In den USA und Großbritannien liegt der Anteil laut ISC2 bei 54 beziehungsweise 55 Prozent.

Gerade der Einzug von AI-Agents und die zunehmende Automatisierung in Security Operations Centers (SOC) verschieben das Anforderungsprofil massiv. Security-Teams müssen heute nicht mehr nur Systeme konfigurieren, sondern die Integrität autonom agierender Algorithmen sicherstellen.

Weltweit priorisieren die Befragten aktuell folgende Kompetenzfelder in ihren Trainingsprogrammen:

  • Künstliche Intelligenz (AI): 47 Prozent
  • Cloud Computing Security: 44 Prozent
  • Sicherheitsanalyse: 44 Prozent
  • Risikobewertung, -analyse und -management: 40 Prozent
  • Sicherheitsadministration: 40 Prozent

Deutsche Entscheider agieren breiter gefächert: Nach KI (43 %) folgt ein Trio aus Cloud-Sicherheit, Netzwerküberwachung und Sicherheitsanalyse mit jeweils 39 Prozent. Diese breite Streuung deutet auf einen holistischen Ansatz hin, birgt jedoch die Gefahr, in der spezialisierten KI-Abwehr den Anschluss an internationale Standards zu verlieren.

Mehr Budget, wenig Zeit

Weltweit haben 73 Prozent der befragten Unternehmen ihre Budgets für Security-Training innerhalb der vergangenen zwölf Monate erhöht. Die Investitionen sollen dabei helfen, vorhandene Teams für neue Technologien und veränderte Bedrohungslagen weiterzubilden. Ob Budgets in echte Kompetenz oder in ungenutzte Lizenzen fließen, entscheidet jedoch die Ressourcenplanung.

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Die Studie der Nonprofit-Organisation für Cybersecurity-Experten zeigt zugleich eine praktische Grenze für diese Maßnahmen: Zwar erlauben 98 Prozent der Firmen Training offiziell während der Arbeitszeit, dennoch nennen 53 Prozent der Security-Verantwortlichen fehlende Zeit und schwierige Terminplanung als größte Hürde für wirksame Weiterbildung. Mehr Budget allein löst das Problem des Skills Gaps also nicht. Wenn Trainings im Arbeitsalltag keinen ausreichenden Platz finden, bleiben zusätzliche Angebote in der Praxis begrenzt wirksam.

Ein strukturelles Problem ist auch die Initiierung von Schulungen: 54 Prozent der Unternehmen bestimmen den Trainingsbedarf erst bei der Einführung neuer Systeme. Dieses reaktive Muster verlängert die „Time-to-Protection“ unnötig. Wer erst schult, wenn die Hardware bereits im Rack verschraubt ist, agiert fahrlässig. Strategisches Training muss vor dem Rollout erfolgen, um die operative Sicherheit ab dem ersten Tag zu gewährleisten.

Zertifikate dienen als Qualitätsnachweis

Zertifizierungen sind mehr als bloße Urkunden; sie sind die harte Währung für Glaubwürdigkeit und Projektaufträge. Sie dienen als standardisierter Qualitätsnachweis, der die individuelle Praxiserfahrung messbar macht. Dies belegt eine weitere ISC2-Studie, der „2026 Value of Cybersecurity Certifications Report“, der den wahrgenommenen Nutzen von Cybersecurity-Zertifikaten untersucht. 67 Prozent der Experten weltweit stufen herstellerunabhängige Zertifizierungen als hochgradig effektiv ein, 65 Prozent sagen dies über herstellerspezifische Qualifikationen. Dass 71 Prozent der Inhaber herstellerunabhängiger Zertifikate zusätzlich produktspezifische Nachweise führen, unterstreicht den Trend zur dualen Qualifizierung.

Der geschäftliche Nutzen für Unternehmen manifestiert sich in drei Bereichen:

  • 1. Gezielte Lückenschließung: Zertifizierungskataloge bieten einen präzisen Fahrplan, um Defizite in kritischen Sektoren wie Cloud oder KI systematisch zu beheben.
  • 2. Kulturelle Nachhaltigkeit: Zertifizierte Profis zeigen eine höhere Bereitschaft zu kontinuierlicher Weiterbildung. Zertifizierungen wirken somit als Katalysator für eine lernende Organisation und fördern die Mitarbeiterbindung.
  • 3. Incident Response: Zertifizierte Teams erreichen eine höhere Reife in der Vorfallbewältigung und minimieren dadurch Ausfallzeiten und Haftungsrisiken.

Fazit

Die Ergebnisse der ISC2-Studien belegen den hohen Stellenwert von Cybersecurity-Zertifizierungen für Fachkräfte und Unternehmen. Für Experten dienen diese Qualifikationen als Karrierebeschleuniger, wobei herstellerunabhängige Zertifikate oft das Fundament bilden und herstellerspezifische Nachweise zur vertieften Spezialisierung beitragen.

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Auf Arbeitgeberseite investieren zwei Drittel der Verantwortlichen verstärkt in Fortbildungsbudgets, um kritische Kompetenzlücken in Bereichen wie Künstlicher Intelligenz und Cloud-Sicherheit zu schließen.

Die Berichte verdeutlichen, dass kontinuierliche Weiterbildung die organisatorische Resilienz gegen moderne Cyberbedrohungen maßgeblich stärkt. Die Kombination aus praktischer Erfahrung und anerkannten Abschlüssen scheint dabei der effektivste Weg zur Personalentwicklung in der IT-Sicherheit zu sein.

Über die Studien

Für die Studie „Security Training Trends 2026“ wurden im Dezember 2025 über ein externes Online-Panel insgesamt 995 Führungskräfte im Bereich Cybersicherheit befragt. Die Teilnehmer stammen aus den USA (181), Indien (180), Kanada (166), Japan (163), Deutschland (155) und Großbritannien (150) und arbeiten in Großunternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern.
Voraussetzung für die Teilnahme war, dass sie mindestens auf Management-Ebene (Manager oder höher) tätig sind und persönlich in die Organisation oder Durchführung der Sicherheitsschulungen in ihrem Unternehmen involviert sind.

Für den Report „The Value of Cybersecurity Certifications“ wurden weltweit 1.533 Fachleute für Cybersicherheit befragt. Die regionale Verteilung umfasste dieselben sechs Kernländer: Kanada, Deutschland, Indien, Japan, Großbritannien und die USA.
Voraussetzung für die Teilnahme an dieser spezifischen Auswertung war, dass die Befragten über mindestens eine herstellerunabhängige Zertifizierung im Bereich Cybersicherheit verfügen.

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