KI-Agenten für IT-Dienstleister Nexoware startet AI Agent Platform

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Mit der „AI Agent Platform“ bringt Nexoware KI-Agenten auf den Markt, die speziell für die Service-Prozesse von IT-Providern konzipiert sind. Die AI Agent Platform ist ab sofort verfügbar – auch in Form eines Demo-Angebotes.

KI-Agenten, die speziell für IT-Provider ausgelegt sind, erfüllen ihre Aufgaben naturgemäß besser als unspezifizierte GenAI-Lösungsansätze.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
KI-Agenten, die speziell für IT-Provider ausgelegt sind, erfüllen ihre Aufgaben naturgemäß besser als unspezifizierte GenAI-Lösungsansätze.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Die spezifischen Anforderungen im IT-Provider-Geschäft liefern generische KI-Tools nicht, ist man bei Nexoware überzeugt. Nachdem das Unternehmen vor wenigen Monaten angekündigt hat, mit KI, Automation und dem Zusammenspiel einzelner Tools neue Wege einzuschlagen, wird nun sozusagen geliefert.

Zwei Einstiegswege in die Agententätigkeit

Dr. Oliver Mauss, CEO, Nexoware(Bild:  Thomas Pöhler)
Dr. Oliver Mauss, CEO, Nexoware
(Bild: Thomas Pöhler)

Nexoware offeriert grundsätzlich zwei Einstiegswege über die AI Agent Platform in die Welt der agentischen KI für IT-Provider, entweder in Form sofort einsatzbereiter KI-Agenten oder in Form eines AI Agent Designers, über den Betreiber eigene Agenten nach individuellen Regeln konfigurieren. Die sofort einsatzbereiten KI-Agenten decken typische IT-Provider-Prozesse ab, während mit dem Designer mehr Individualisierungsmöglichkeiten bestehen. Dabei kann die AI Agent Platform mit allen Softwarelösungen von Nexoware interagieren. „Die Plattform bringt die dafür notwendigen KI-Modelle (LLMs) gleich mit, in Europa gehostet und DSGVO-konform“, heißt es aus dem Unternehmen.

GenAI reicht nicht

Generische KI-Tools sind laut Dr. Oliver Mauss, CEO von Nexoware, „weder in die Prozesse noch die Systeme von IT-Providern integriert“ – eine Lücke, die Nexoware mit der AI Agent Platform schließen möchte.

Agenten, die speziell für das IT-Provider-Geschäft entwickelt wurden, tief in die Systeme verwurzelt sind und eigenständig handeln. Genau das liefern wir mit der Nexoware AI Agent Platform.

Dr. Oliver Mauss, CEO, Nexoware

Vom Eingang bis zur Abrechnung

Das erste Release der KI-Agenten setzt Unternehmensangaben zufolge dort an, wo täglich die meiste Zeit verloren geht: im Ticket-Lifecycle vom Eingang bis zur Abrechnung:

  • Der Ticket Triage Agent klassifiziert eingehende Tickets automatisch, erstellt eine strukturierte Beschreibung und weist in der zweiten Ausbaustufe den passenden Techniker auf Basis von Skills und Verfügbarkeit zu.
  • Der Service-Text-Agent verdichtet Kommentare und Ticket-Inhalte zu einer vollständigen Tätigkeitsbeschreibung.
  • Der Abrechnungs-Agent generiert daraus eine abrechenbare Leistung inklusive Zeitbuchungen.

Kommentar

Keine Extrawürste für KI-Agenten

von Stefan Riedl

Agentic AI ist die Zukunft, fancy, der hot Stuff schlechthin. KI-Agenten werden Bildschirmarbeiter arbeitslos machen und die Produktivität „to the Moon“ und darüber hinaus hochleveln. Was auch immer davon Hype und was wahr ist, so viel sollte klar sein: KI-Agenten sind im Grunde IT-Assets wie eine Excel-Lizenz, der Drucker im ersten Stock oder die Maus im Keller (sofern sie nicht lebendig ist).

Wer glaubt, man könne KI-Agenten einfach als „Schatten-IT“ in einer hippen Cloud-Nische vor sich hin wurschteln lassen, hat die Rechnung ohne den Admin gemacht. Das ist übrigens kein optionales „Nice-to-have“ für paranoide IT-Leiter, sondern Gesetz. Der EU AI Act rückt den „Human-in-the-loop“ und die Nachvollziehbarkeit ins Zentrum.

Microsoft hilft mit Lösungen wie Agent 365 als Teil des neuen Abonnements Microsoft 365 E7. Da wird nicht das Rad neu erfunden, sondern die KI-Power in den Microsoft-365-Tenant geholt. Identitätsmanagement, Zugriffsberechtigungen und Datenabflusskontrolle – und die Schatten-KI wird sozusagen ins Tageslicht gezerrt. Die Infrastruktur ist ja schon da. Wer verhindern will, dass „Schatten-KI“ die neue „Schatten-IT“ wird, muss die KI-Agenten ordentlich managen.

Weitere Agenten „in der Mache“

Weitere KI-Agenten stehen kurz vor dem Start, heißt es aus dem Unternehmen. Unter anderem sei auch ein IT-Services Agent geplant, der Fehlermeldungen und Tickets analysiert und eigenständig in Desktop- oder Server-Umgebungen Änderungen und Fehlerbehebungen vornehmen kann. Im Laufe des Jahres folgen Shop-, Document- und Output-Management. Damit können KI-Agenten von unterschiedlichen Systemen Trigger empfangen, auf Daten zugreifen, Prozesse auslösen und Ergebnisse zurückschreiben – entlang der gesamten IT-Wertschöpfungskette.

Hintergrund

Was sind Large Language Models (LLMs)?

Large Language Models (LLMs) sind KI-Modelle, die auf natürliche Sprachverarbeitung (NLP) spezialisiert sind und eine große Menge an Textdaten nutzen, um menschenähnliche Sprache zu verstehen und zu generieren. Diese Modelle werden trainiert, um Kontexte zu erfassen und relevante Antworten auf Fragen zu liefern, Texte zusammenzufassen, Übersetzungen vorzunehmen und weitere sprachbezogene Aufgaben zu erledigen. Sie finden Anwendung in Chatbots, Textgenerierung, automatischen Übersetzungen und vielen anderen Bereichen der Sprachverarbeitung und Analyse.

Der Human-in-the-Loop-Ansatz

Die KI-Agenten sind je nach Risikograd mit Human-in-the-Loop-Mechanismen ausgestattet. Wer eigene Prozesse definieren will, nutzt den AI Agent Designer. In der visuellen Oberfläche definieren IT-Provider Ziel, Datenzugriffe und Entscheidungsrahmen eines Agenten und legen den Grad der Autonomie selbst fest. Die AI Agent Platform ist ab sofort verfügbar. Weitere Informationen sowie Demo-Buchungsmöglichkeiten gibt es auf der AI-Agent-Platform-Seite.

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