NetApp Partner Executive Forum 2015 NetApp bläst zum Gegenangriff

Autor / Redakteur: Dr.Jakob Jung / Wilfried Platten

Auf dem Partner Executive Forum 2015 in Warschau hat der Storage-Anbieter seine neue Strategie vorgestellt. Gleich vier EMEA Partner Excellence Awards gingen an deutsche Partner – und einer nach Österreich.

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NetApp-VP Thomas Ehrlich: „Unser Partnerprogramm ist flexibel“.
NetApp-VP Thomas Ehrlich: „Unser Partnerprogramm ist flexibel“.
(Bild: NetApp)

Rund 250 Teilnehmer aus 49 Ländern kamen zum NetApp Partner Executive Forum 2015 nach Warschau. Das Motto: „Building Data Fabric Together“. Wobei es speziell an dem „Together“ in letzter Zeit wohl etwas gehapert hat. NetApp-President Rob Salmon übte zum Auftakt des Forums Selbstkritik: „Wir waren zu sehr mit internen Problemen beschäftigt in den beiden letzten Jahren. Das wird sich mit dem neuen CEO George Kurian ändern. Wir greifen an. Unser Portfolio ist stark wie nie und wir sind heute ein anderes Unternehmen als noch vor sechs Monaten.“

George Kurian, Zwillingsbruder des langjährigen Oracle-Vorstands Thomas Kurian, fungiert seit dem 1. Juni als neuer CEO. In einer Videobotschaft an die Partner beteuerte er deren Bedeutung für das Unternehmen.

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Neue Initiativen

Da schönen Worten auch Taten folgen müssen, kündigte Sven Schonaerts, Senior Director Channel Sales EMEA, neue Initiativen für den Channel und mittelständische Kunden (MSB) an. Ab dem 22. Juni gibt es ein Incentive-Programm für die All-Flash-FAS-Modelle der 8000er-Serie. Mit aggressiven Preisen soll der Erfolg von Storage-Startups eingedämmt werden: „Wir wollen die kleinen Kläffer loswerden“, so Schonaerts schonungslos.

Ein neues, vereinfachtes Programm für Marketing Development Funds (MDF) soll ab 1. Juli eine der Hauptklagen der Partner beschwichtigen. Außerdem gibt es drei neue Programme für das Go-to-Market (GTM) bestimmter Lösungsbereiche: „Modernize your Datacenter“, „Modernize your Enterprise Applications“ und „Transform your Data Protection“.

#1 als Ziel

Aus Kundensicht sieht Manfred Reitner, Senior VP EMEA, NetApp in der Rolle des Trusted Advisors. Sein Ziel: „Wir wollen die Nummer 1 sein und streben zweistelliges Wachstum an.“ Grundlage dafür ist die enge Zusammenarbeit mit dem Channel. „Wir waren immer schon channel-freundlich und gehen mit ihnen zusammen, aber mit verschiedenen Go-to-Market-Ansätzen. Mit unseren Lösungen für die Cloud sind wir kein Wettbewerber unserer Partner, sondern wollen ihnen helfen.“

Thomas Ehrlich, VP Partner & Pathways Global Accounts, sieht NetApp mit dem Dynamic Unified Partner Programm auf dem richtigen Weg: „Was uns unterscheidet vom Wettbewerb ist Expertise und Innovation. In großen Accounts sind wir vertreten, aber immer gemeinsam mit Partnern. Die Kunden sind in monolithischen Strukturen und müssen kritische Anwendungen in die neue Welt bewegen. Das ist eine Geschäftschance für die nächsten 36 Monate. Es gibt viel Zögern, aber wir können nicht warten und die Reseller können es auch nicht.“

Licht und Schatten

Im abgelaufenen Geschäftsjahr bilanzierte NetApp in Deutschland ein Umsatz-Plus von immerhin 5,94 Prozent. Die weltweiten Zahlen sind dagegen nicht so berauschend. Im Fiskaljahr 2015 hat NetApp einen Umsatz von 6,1 Milliarden Dollar erzielt. Das sind 200 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Nettogewinn sank um 80 Millionen auf 559 Millionen Dollar. Entsprechend hat NetApp auch Einbußen bei den Marktanteilen hinnehmen müssen. Laut IDC sank der Marktanteil von NetApp im Markt für Total Disk Based Storage im ersten Quartal 2015 auf 8,7 Prozent. Im ersten Quartal 2014 lag er noch bei 10,4 Prozent.

Die vergleichsweise starke Position von NetApp im deutschsprachigen Raum wird durch die Tatsache unterstrichen, dass fünf von neun EMEA Partner Excellence Awards in die DACH-Region gingen. Vier Auszeichnungen gingen an deutsche Partner, eine nach Österreich:

  • ACP IT Solutions Austria: Clustered Data ONTAP Partner of the Year
  • Bechtle: SAN Partner of the Year
  • Computacenter: Enterprise Market Partner of The Year wurde AG & Co. oHG (Germany).
  • SVA System Vertrieb Alexander: Flash Partner of the Year
  • Teamix: Cloud Partner of the Year

Diese Auszeichnungen sind auch ein persönlicher Erfolg für Alexander Wallner, Area Vice President CEMA. Er zeigte sich besonders erfreut über den erfolgreichen Start des Angebots für Backup as a Service (BaaS), das jetzt nach Österreich und die Schweiz exportiert wird. Zum Schluss konnte er sich dann einen Seitenhieb gegen den traditionellen Wettbewerber nicht verkneifen: „Die Differenzen zwischen EMC und Cisco spielen uns in die Karten. Wir wollen gemeinsam mit Cisco Flexpod massiv vorantreiben.“

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