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#AWSChannelNews Microsoft-Workloads im AWS-Universum betreiben

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Workloads aus dem Microsoft-Umfeld müssen in der Cloud nicht zwingend auf Azure betrieben werden. Die Dynamik beim Wechsel vom On-Premises-Betrieb auf AWS ist groß, und die Gründe dafür liegen nicht nur bei den Kosten.

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Microsoft-Workloads laufen auch im AWS-Universum.
Microsoft-Workloads laufen auch im AWS-Universum.
(Bild: pickup - stock.adobe.com)

Microsoft-Workloads werden auf Azure betrieben, Linux auf AWS – so hat die IT Struktur, und alles ist an seinem richtigen Platz. Doch was bleibt von dieser These übrig, wenn man genauer hinschaut? TPC-C HammerDB Benchmark hat die Performance und die laufenden Kosten von Workloads eines SQL Servers auf beiden Plattformen verglichen. Hier führte der Betrieb auf AWS zu besseren Ergebnissen in Sachen Leistung (1.75 x) und Preis-Leistungsverhältnis (40 %). Die Marktforscher von IDC schlugen im Sommer 2019 in dieselbe Kerbe und errechneten im Whitepaper „The Business Value of Efficiently Running High-Performing Windows Workloads in the AWS Cloud“, beim Betrieb Windows-Workloads in der AWS-Cloud immerhin 56 Prozent geringere Kosten in einem Fünfjahres-Zeitraum. Zudem weist das Whitepaper auf technische Vorteile von AWS hin. Aus dem Hause AWS heißt es, dass man auf eine inzwischen elfjährige Erfahrung mit Microsoft-Workloads zurückblickt. In den vergangenen vier Jahren zog die Dynamik demnach merklich an, was sich in einem 400-prozentigen Wachstum bei Enterprise-Kunden widerspiegle, die Microsoft-Workloads auf AWS laufen lassen. Eine IDC-Studie kam im Sommer 2018 zum Ergebnis, dass von allen Windows-Servern in der Cloud 57,7 Prozent auf AWS bereitgestellt werden.

Lösung für das End-of-Support-Problem

Wechselmotivation: IT-Infrastruktur in den Händen großer Hyperscaler wird automatisch professionell gewartet.
Wechselmotivation: IT-Infrastruktur in den Händen großer Hyperscaler wird automatisch professionell gewartet.
(Bild: pickup - stock.adobe.com)

Viele Unternehmen betreiben seit Jahrzehnten Microsoft-Lösungen, wie Windows Server 2008 R2, SQL Server 2008 oder SQL Server 2008 R2, die nun als „End-of-Support“ klassifiziert sind (Juli 2019 für SQL Server und Januar 2020 für Windows Server). Um Sicherheits- und Compliance-Risiken zu vermeiden, müssen diese Systeme auf eine unterstützte Version aktualisiert werden. Aus diesem Grund nutzen viele AWS-Kunden ihre Migrationsprojekte, um Microsoft-Workloads aus den eigenen Rechenzentren zu AWS zu verlagern. Dahinter stehen Initiativen wie das „End-of-Support Migration Program (EMP) for Windows Server“, welches AWS ins Leben gerufen hat. Das Programm umfasst Tools und Experten-Tipps zur Migration alter Anwendungen von Windows Server 2003, 2008 und 2008 R2 auf neuere Versionen, die von AWS bereitgestellt werden. Die Anwendungen werden dabei vom zugrundeliegenden Betriebssystem entkoppelt und auf eine neuere unterstützte Version von Windows Server auf AWS migriert, die im laufenden Betrieb mit den neuesten Patches versorgt werden. Das AWS ­„Migration Acceleration Program“ (MAP) soll ­eine operative Grundlage schaffen, um die Kosten für die Workload-Migration gering zu halten. Hier geht es um methodische Hilfestellungen, also ein „Gewusst wie“, sowie um konkrete Werkzeuge, die im Projekt zur Automatisierung der Prozesse in gängigen Migrationsszenarien benötigt werden.

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Lizenzen sparen und dadurch Kosten senken

AWS hat ein Interesse daran, die vorhandenen ­Lizenzen für Microsoft Windows Server und SQL Server ins AWS-Universum zu bringen und zu verwalten. Dahinter steht der Ansatz „Bring Your Own License“ (BYOL). Dabei wird es den Kunden ermöglicht, beim Starten von Windows-Server- oder SQL-Server-Instanzen in einer AWS-Umgebung entweder auf Lizenzen von AWS zu setzen (in ­einem Pay-as-you-go-Modell) oder vorhandene Lizenzen mitzubringen.

Werden vorhandene Lizenzen für Windows Server oder SQL Server miteingebracht, berücksichtigt AWS sie beim Erstellen virtueller Maschinen und kümmert sich um die Verwaltung der Lizenzen ­dahingehend, dass die Einhaltung der vom Kunden festgelegten Lizenzierungsregeln sichergestellt wird. Wird nicht nur die AWS-Cloud genutzt, sondern auch Azure, ermöglicht der Service AWS Single Sign-On (SSO), die Software Cloud-übergreifend zu lizenzieren und zu betreiben.

Konkret können Unternehmen, die Azure AD verwenden, ihren vorhandenen Identity-Store bei Azure auch mit AWS SSO nutzen. Dabei wird die automatische Synchronisierung von Benutzer­identitäten und -gruppen aus Azure AD heraus unterstützt. Gemäß dem „Single Sign-On“-Ansatz müssen sich Nutzer keine zusätzlichen Benutzernamen und Kennwörter merken.

Modernisierungserwägungen

Neben der mitunter zeitkritischen „End-of-Sup­port“-Thematik spielen Modernisierungserwägungen eine zentrale Rolle, wenn Kunden ihre ­Microsoft-Workloads ins AWS-Umfeld verfrachten. Dann steht im Vordergrund, die ­eigene IT zu entlasten beziehungsweise durch die Nutzung ­einer verwalteten Plattform den Betriebsaufwand im Tagesgeschäft zu senken. Im Zentrum dieser Bemühungen stehen naturgemäß häufig File-Server. Der Dienst „Amazon FSx For Windows File Server“ unterstützt die IT-Akteure, wenn es darum geht, Windows-basierte File-Server auf AWS zu betreiben. Dabei kann die vorhandene Active-Directory-Umgebung (AD) zur Authentifizierung von Benutzern und Autorisierung ihrer Berechtigungen genutzt werden. AWS verspricht SSD-­basierte, also schnelle Hardware und dank der automatisierten Skalierung viel Zeitersparnis für Systemadministratoren. Schließlich ist es nicht mehr erforderlich, dass Speichermedien angeschlossen und formatiert werden oder dass ein Windows-File-Server aktualisiert beziehungs­weise nach Hardwarefehlern wiederher­gestellt wird. Im Herbst vergangenen Jahres wurde der Dienst überarbeitet und um weitere Funktio­nalitäten ergänzt („On-Premises Access“, „Fine-Grained File Restoration“ et cetera).

Hybride Lösungen

Auch für den hybriden Betrieb bietet AWS die richtigen Werkzeuge an. So setzt das Finanz­analystenhaus Moody’s Corporation beim Patchen einer vierstelligen Anzahl von Servern, die auf mehrere ­Rechenzentren verteilt sind, auf den AWS Systems Manager. Mit der Lösung werden Patch-Baselines für die Ressourcen (in eigenen Rechenzentren oder bei unterschiedlichen Cloud-Anbietern) festgelegt und von der zentralen AWS Systems Manager-Konsole verwaltet.

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

Dr. Stefan Riedl

Leitender Redakteur