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Channel Fokus: Christian Werner im Interview

Logicalis macht Industrial Networking zum strategischen Geschäft

| Autor: Michael Hase

Sichere und performante Netzwerke spielen auch in der industriellen Fertigung eine Schlüsselrolle.
Sichere und performante Netzwerke spielen auch in der industriellen Fertigung eine Schlüsselrolle. (Bild: © fotoknips - stock.adobe.com)

Als enger Cisco-Partner hat sich Logicalis seit mehr als zwei Jahren gezielt bei Industrial Networking verstärkt, wie Deutschlandchef Christian Werner berichtet. Damit sieht er den IT-Dienstleister gut gerüstet für IIoT-Projekte.

IIoT ist ein weites Feld, das kein Dienstleister in seiner ganzen Breite allein abdecken kann. Wie positioniert sich Logicalis bei diesem Thema?

Werner: In diesem Umfeld ist Industrial Networking ein strategisches Thema für Logicalis. Dabei sehen wir das Zusammenspiel von IT und Operational Technology (OT) als essenziell an, um Aspekte wie Security oder Datamanagement sinnvoll zu orchestrieren. Für Unternehmen aus der Industrie ergeben sich konkrete Mehrwerte, indem sie robuste Technologien einsetzen, Daten für neue Geschäftsmodelle gewinnen oder bisher manuell ausgeführte Abläufe automatisieren. Hier gilt es allerdings, noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten, damit Kunden mögliche Einsatzszenarien besser abschätzen können. Das zeigt unser aktueller CIO Survey, für den wir knapp 900 Entscheider befragt haben. Demnach nutzen 61 Prozent der Unternehmen bereits IoT, wobei für nur neun Prozent die Vorteile greifbar sind.

Christian Werner, Geschäftsführer bei Logicalis Deutschland, legt einen Schwerpunkt auf industrielle Netze.
Christian Werner, Geschäftsführer bei Logicalis Deutschland, legt einen Schwerpunkt auf industrielle Netze. (Bild: Logicalis)

Welche Kompetenzen bringt Logicalis für IIoT mit, und wo haben Sie sich gezielt verstärkt?

Werner: Wir haben in den vergangenen beiden Jahren erheblich investiert und das auf allen Ebenen: in Fachexperten, in Technologien, in Sales- und Marketing-Ressourcen. Wenn wir heute als Service Provider im IoT-Markt agieren möchten, brauchen wir diese Schlagkraft. Zu den ­Investments gehört auch, dass wir 2019 ein Team des IIoT-Spezialisten Hopf, das sich auf Cisco Industrial Networking fokussiert, übernommen haben. Als Partner von ­Cisco und anderen renommierten Herstellern decken wir ohnehin schon klassische IT-Kompetenzfelder wie Security, Storage oder Networking ab. Dazu kommen nun Themen aus dem OT-Spektrum wie Industrial Networking und IIoT hinzu. Hier sind ebenfalls Security-Aspekte von Belang, aber auch Themen rund um Sensorik oder Data Analytics. Wir stehen unseren Kunden zur Seite, wenn es um die Konzeption, die Integration und den Schutz industrieller Netzwerke geht. Nur wenn man alle ­Aspekte im Blick hat, kann man Projekte professionell umsetzen.

Sind Partnerschaften und Kooperationen aus Ihrer Sicht wichtig?

Werner: Mit unserem Investment in IIoT, speziell im Cisco-Segment, sind wir jetzt für Projekte gut gerüstet. Doch IoT ist, wie Sie richtig sagen, ein breites Betätigungsfeld, zu dem Smart Cities, Smart Buildings oder Smart Factories gehören. Deshalb spielen Kooperationen eine große Rolle. So arbeiten wir beispielsweise mit Partnern im kommunalen Sektor zusammen, um Themen wie Smart Lighting zu positionieren. Außerdem sind wir Gründungsmitglied der Innovation Alliance, einem Zusammenschluss von Unternehmen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gemeinsam mit Cisco die Digitalisierung voranzubringen. In solch einem Partnernetzwerk profitiert jeder von den Technologie-Schwerpunkten und Skills der anderen.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person

Wie tief muss man sich, wenn man als IT-Dienstleister in IIoT-Projekte geht, mit OT, also mit spezifischen Technologien der Industrie, auskennen?

Werner: Wir haben bei Logicalis schon früh verstanden, dass man für solche Projekte mit der klassischen IT-Expertise allein nicht ausreichend gerüstet ist. So sprechen beispielsweise Mechatroniker, die in fertigenden Unternehmen für OT verantwortlich sind, ihre eigene Sprache. Die muss man verstehen und die Industriestandards, etwa dedizierte Protokolle oder APIs, kennen. Hier müssen wir als IT-Dienstleister auf Augenhöhe kommunizieren können. Wenn man IIoT und Industrial Networking wirklich ernst nimmt, kommt man daher nicht um Experten herum, die die Sprache des Kunden beherrschen.

Man hat also vermehrt mit Ansprechpartnern außerhalb der IT zu tun?

Werner: Ja, und das gilt nicht nur in puncto Technologie, sondern auch bezogen auf die konkreten Business-Anforderungen eines Fachbereichs. Wenn man die Herausforderungen eines fertigenden Unternehmens nicht kennt und versteht, dann fehlt die Grundlage für alles Weitere. Gegenüber klassischen IT-Verantwortlichen kommen also die Fachbereiche verstärkt zur Geltung. Das können beispielsweise Betriebs- oder Produktionsleiter sein ebenso wie verantwortliche Mechatroniker. Trotzdem hat natürlich auch der IT-Leiter ein gewichtiges Wort mitzureden, wenn es um das Zusammenspiel der IT- und OT-Komponenten geht.

Wie groß ist der Anteil des Umsatzes, den Logicalis heute mit IoT erzielt? Und wo wollen Sie hin?

Werner: Stand heute entfallen etwa fünf bis zehn Prozent des Umsatzes auf IoT, abhängig davon, welche Teilbereiche man einrechnet. Unser Ziel ist es, diesen Anteil in den kommenden zwölf Monaten auf zehn bis 15 Prozent zu erhöhen. Das hängt natürlich auch von der Adoption Rate in den Unternehmen ab.

Bei klassischen IT-Infrastrukturprojekten überwiegt vom Umsatzvolumen her meist der Produktanteil. 80 Prozent sind keine Seltenheit. Ist der Anteil der Dienstleistungen bei IIoT-Projekten höher?

Werner: Produkte spielen auch hier eine große Rolle, von Sensoren über smarte Devices bis hin zur IoT-Plattform. Sie sind aber nicht allein maßgeblich. Die Dienstleistungskomponente gewinnt bei IIoT einen höheren Stellenwert, was meist schon vor dem eigentlichen Projektstart beginnt, wenn der Kunde beispielsweise einen Proof of Concept oder Proof of Value möchte. In dieser Phase wird der Grundstein für den späteren Erfolg des gesamten Projekts gelegt. Deshalb muss man Zeit investieren, um den Use Case vernünftig zu skizzieren. Insofern würde ich bei IoT-Projekten eher ein ungefähres Verhältnis von 60 Prozent Technologie zu 40 Prozent Dienstleistung sehen.

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