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Umbau des Konzerns Komsa stellt sich als IoT-Dienstleister auf

Autor: Michael Hase

Pierre-Pascal Urbon, seit Mai CEO bei Komsa, kündigt einen Umbau der Unternehmensgruppe an. Als zweites strategisches Geschäftsfeld wird sich der Distributor künftig neben dem ITK-Handel auf IoT-Dienstleistungen konzentrieren. Zudem soll die Konzernstruktur vereinfacht werden.

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In IoT-Szenarien greifen Industrie- sowie Informations- und Kommunikationstechnik ineinander.
In IoT-Szenarien greifen Industrie- sowie Informations- und Kommunikationstechnik ineinander.
(Bild: www.siemens.com/press)

Komsa baut um. Der Distributor aus Hartmannsdorf bei Chemnitz konzentriert sich künftig auf die beiden Geschäftsfelder ITK-Handel und IoT-Dienstleistungen. Damit schärft die Unternehmensgruppe nach den Worten von CEO Pierre-Pascal Urbon, der die Neuausrichtung ankündigt, ihre strategische Positionierung. IoT gehörte bislang nicht explizit zu den Schwerpunkten von Komsa. Zugleich vereinfacht der Konzern seine interne Struktur, indem er bis zum Jahresende die Zahl der Tochtergesellschaften im In- und Ausland halbiert.

Pierre-Pascal Urbon, CEO bei Komsa, verantwortet den Ausbau des IoT-Geschäfts.
Pierre-Pascal Urbon, CEO bei Komsa, verantwortet den Ausbau des IoT-Geschäfts.
(Bild: Komsa)

Urbon steht seit Mai dieses Jahres als CEO und CFO an der Spitze von Komsa. In den beiden vergangenen Monaten habe „ein Team von mehr als 30 Komsianern in einem agil geführten Projekt die zukünftige Struktur der Komsa-Gruppe erarbeitet und die Umsetzungsschritte geplant”, berichtet der Manager. Der Distributor erhalte so eine kompaktere Struktur, durch die er anpassungsfähiger werde und sich besser auf Anforderungen und Bedarf der Industrie- und Handelspartner einstellen könne. Dabei sei kein „groß angelegter Stellenabbau“ geplant, so Urbon weiter. Vielmehr wolle das Unternehmen die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter nutzen, um die „strategischen Geschäftsfelder konsequent auszubauen“.

Neuer Schwerpunkt

Für die Entwicklung des Geschäfts mit IoT-Dienstleistungen wird der Komsa-Chef selbst verantwortlich zeichnen. Dass sich der Distributor auf dieses Lösungsthema fokussiert und es zum strategischen Geschäftsfeld erklärt, ergibt durchaus Sinn. Mit seinem Kompetenzspektrum deckt der ITK-Spezialist mehrere Technologiefelder wie Mobility, Networking, Security oder Cloud ab, die für IoT-Szenarien relevant sind. Diese Kompetenzen will das Unternehmen mit seinen Fähigkeiten in der Logistik, in der Reparatur von Geräten, in der Hardwarebeschaffung und in der Datenanalyse kombinieren.

So gibt es Überlegungen, das Reparaturgeschäft auf IoT-Devices auszudehnen. Außerdem sollen die Fähigkeiten, die Komsa bereits auf den Feldern Data Analytics und Machine Learning besitzt, deutlich erweitert werden. Dazu plant Urbon teils Experten einzustellen, teils möchte er mit spezialisierten Startups zusammenarbeiten. Er selbst bringt für das IoT-Geschäft langjährige Erfahrung aus der Industrie mit. Bis Ende 2018 gehörte der Diplomkaufmann mehr als zwölf Jahre dem Management von SMA Solar Technology, einem Spezialisten für Wechselrichter, an. Seit 2011 war er CEO bei dem Kasseler Unternehmen.

„Keine Channel-Konflikte“

Organisatorisch werden die IoT-Dienstleistungen eine eigene Einheit bilden, die getrennt vom Servicegeschäft im klassischen ITK-Segment agiert. Eines stellt der Komsa-Chef indes klar: „Wir werden nicht in Channel-Konflikte hineinlaufen. Und es wird auch keine Aktivitäten an unseren Partnern vorbei geben.“ Ziel sei es vielmehr, das Geschäft gemeinsam mit Partnern zu betreiben, Opportunities im Markt für sie zu identifizieren, sie bei Ausschreibungen zu unterstützen und ihnen zu helfen, IoT-Szenarien zu realisieren. Gerade kleine und mittelständische Systemhäuser sind nach Überzeugung des Managers nicht in der Lage, solche komplexen und oft langwierigen Projekte allein zu bewältigen.

Darüber hinaus wird Komsa im Zuge der Neuordnung das gesamte ITK-Handelsgeschäft in einer einzigen Gesellschaft bündeln. Für dieses Geschäftsfeld zeichnet Steffen Ebner als Vertriebsvorstand verantwortlich. Somit werden die Distribution für das Consumer-Segment sowie die Einheiten Komsa Systems und Komsa Nordwest, die Systemhäuser im B2B-Geschäft betreuen, in einer Handelsgesellschaft zusammengeführt. Dagegen bleibt die Aetka AG als Dach der Fachhandelskooperation mit mehr als 2.000 Partnern bestehen.

Der Artikel wurde am 3. August 2020 nach einem Gespräch mit Pierre-Pascal Urbon aktualisiert und um einige Passagen ergänzt.

(ID:46717690)

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 Michael Hase

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Chefreporter