Aktueller Channel Fokus:

Output Management

Systemhausgespräche 2018

iTeam-Chef rückt von eigener Prognose ab

| Autor: Michael Hase

Traditionell stellen sich die Geschäftsführer der iTeam-Häuser bei den Systemhausgesprächen zum Gruppenfoto auf.
Traditionell stellen sich die Geschäftsführer der iTeam-Häuser bei den Systemhausgesprächen zum Gruppenfoto auf. (Bild: Michael Hase)

Der Systemhausverbund iTeam setzt sich seit Jahren intensiv mit den Veränderungen des ITK-Geschäfts auseinander. Grund genug, einmal innezuhalten: Bei den diesjährigen Systemhausgesprächen richtete iTeam-Chef Frank Roebers den Blick auf das, was bleibt.

Eigentlich ist Frank Roebers, Vorstand der Fachhandelskooperation Synaxon, ein Fan zugespitzter Thesen. In dieser Hinsicht legte er sich zu den Systemhausgesprächen des Synaxon-Verbunds iTeam, die Ende ­November in Bielefeld stattfanden, allerdings Zurückhaltung auf. Gelegentlich empfiehlt der Vorstand seinen Mitgliedern schon mal, ihr Unternehmen selbst „in die Luft zu sprengen“, bevor es andere tun. Diesmal verzichtete Roebers, der in Personalunion die iTeam-Geschäfte führt, darauf, den Systemhauschefs mit derart drastischer Metaphorik die Transformation ihres Geschäftsmodells nahezulegen.

Anlass für seine Nachdenklichkeit war die selbstkritische Revision einer Vorhersage, die er erstmals vor drei Jahren getroffen hatte. Wer sein Dienstleistungsgeschäft nicht vom klassischen Modell – Zeit gegen Geld – umstelle auf Managed Services, ­also auf wiederkehrende, standardisierte Leistungen, die mit einer monatlichen Pauschale abgegolten sind, der werde über kurz oder lang „in die Todeszone“ geraten. ­Diese Prognose werde „durch alle verfügbaren Marktzahlen bisher nicht bestätigt“, ­räumte Roebers jetzt ein. Deshalb werde er Thesen nach dem Muster „Wer dieses oder jenes nicht tut, wird vom Markt gefegt!“ bis auf Weiteres nicht mehr aufstellen.

Was sich nicht ändert

Üblicherweise setzt man sich bei Synaxon intensiv mit dem Wandel des ITK-Markts auseinander, um die Leistungen der Zentrale permanent an den sich verändernden Bedarf der Verbundpartner anzupassen. Zur Abwechslung ging Roebers in seiner Keynote bei den iTeam Systemhausgesprächen auf das ein, was sich kaum oder gar nicht ändert. Als Beispiel für eine solche Konstante nannte er die Kernwerte von McDonald‘s „Quality, Service, Cleanliness“ (QSC), die nach seinen Worten seit den 50er-Jahren ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Fastfood-Kette sind. In Analogie dazu formulierte der Manager für iTeam die Werte-Trias „Kundenorientierung, Effizienz und Professionalität“ (KEP).

Insbesondere in puncto Kundenorientierung sieht der Synaxon-Chef noch Verbesserungspotenzial bei Systemhäusern. Das fange bei Service-Verträgen an, die meist zu lange Laufzeiten hätten und von dem Wunsch geprägt seien, alle Haftungsrisiken auf die Kunden abzuwälzen. Beides muss Roebers zufolge nicht sein, da zufriedene Kunden in der Regel nicht kurzfristig aussteigen und die Haftpflichtversicherung einen Teil der Risiken abdeckt. Zudem seien Verträge oft unverständlich formuliert.

Auf den Systemhausgesprächen, die in diesem Jahr zum achten Mal stattfanden, treffen sich die Geschäftsführer von iTeam-Häusern zum Erfahrungsaustausch. Die Zentrale hatte dazu ein Programm mit Keynotes und weiteren Vorträgen vorbereitet. Neben Roebers traten als Hauptredner der Rechtswissenschaftler Dirk Heckmann, der der Datenethikkommission der Bundesregierung angehört, der Coach Ralf Strupat und der Zukunftsforscher Erik Händeler auf. Ein zusätzliches Format waren die Themeninseln, an denen Partner in kleineren Gruppen über Authentifizierung, Einkaufs-Management, Low-Code-Entwicklung, Managed Services, Modern Workplace und vieles mehr diskutierten.

Ergänzendes zum Thema
 
Größter Systemhausverbund im deutschen Markt

Integration in „Impulse“

„Wir haben exzellentes Feedback von den Mitgliedern bekommen“, berichtet Jan Schwarzenberger, Leiter Einkauf bei Synaxon. „Das bestätigt uns, dass wir mit der Veranstaltung erneut einen Nerv getroffen haben.“ 240 Teilnehmer waren diesmal nach Bielefeld angereist. Seit der Premiere im Jahr 2011, als 30 Mitglieder kamen, ging die Zahl stetig nach oben. Dennoch werden die iTeam-Systemhausgespräche als eigenständiges Event eingestellt und von 2020 an in die Synaxon-Konferenz „Impulse für Systemhäuser“ integriert. Angesichts der Event-Flut in der ITK-Branche möchte die Verbundgruppe ihr eigenes Veranstaltungsangebot etwas straffen.

Nach seiner Keynote werde ihn womöglich mancher für schizophren halten, scherzte Roebers im Gespräch mit IT-BUSINESS. Prinzipiell sieht er es als sinnvoll an, wenn Systemhäuser ihr Geschäftsmodell transformieren und auf Managed Services ausrichten, weil sich der Markt nach seiner Erwartung langfristig in diese Richtung entwickelt. Der Synaxon-Vorstand spricht von der „dritten Welle“. Sie rolle aber langsamer heran als erwartet. „Nach wie vor können IT-Dienstleister sehr gut von der zweiten Welle leben, ­also von Zeit-gegen-Geld-Geschäften.“ Auf eindeutige Handlungsempfehlungen verzichtet Roebers daher einstweilen.

Neu bei Synaxon

Neuigkeiten zu Leistungen der Synaxon-Zentrale teilte Einkaufschef Schwarzenberger den iTeam-Geschäftsführern mit. So hat die Verbundgruppe ihre Projektunterstützung jetzt auf Cisco ausgedehnt. Bei einer Reihe von IT-Anbietern, unter anderem bei Dell, ­Fujitsu, HP Inc, HPE, Lenovo und Sophos, stehen den Partnern über den gesamten Projektzyklus zertifizierte Experten zur Seite – von der Bedarfsanalyse und Angebotserstellung über Konfiguration und Aufbau der Systeme bis zum Projektabschluss. Synaxon beschäftigt dafür bei einigen Herstellern wie HPE oder Lenovo eigene ­Berater und Lösungsarchitekten. Bei anderen arbeitet das ostwestfälische Unternehmen mit Distributoren zusammen. Kooperationspartner für Cisco ist der Berliner VAD Comstor, der sich auf das Portfolio des Netzwerkriesen fokussiert.

Außerdem gab Schwarzenberger zwei neue Cloud-Angebote bekannt. Über das Egis-Bestellsystem von Synaxon haben Partner nun darauf Zugriff. Bei diesen ­Offerings handelt es sich um die Exone Cloud, die der Heidenheimer Hersteller Extra Computer seit Anfang dieses Jahres bereitstellt, und den Cloud-Marktplatz des Münchner Distributors Tech Data. An Egis sind mittlerweile einige Cloud-Plattformen angebunden, unter anderem die der Distributoren ADN, Also, Ingram Micro und Siewert & Kau. Darüber hinaus betreibt Synaxon in Kooperation mit dem Dienstleister und Lizenzspezialisten Crayon seit fünf Monaten einen eigenen Marktplatz.

Crayon hilft Synaxon-Partnern beim Vertrieb von Office 365

Kooperationsvertrag

Crayon hilft Synaxon-Partnern beim Vertrieb von Office 365

06.07.18 - Partner der Fachhandelskooperation Synaxon können ihr Geschäft mit den Cloud-Diensten Azure und Office 365 jetzt über die Plattform des Lizenzspezialisten Crayon abwickeln. Dazu haben beide Unternehmen eine enge Zusammenarbeit vereinbart. lesen

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45637556 / Dienstleister & Reseller)