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Virtueller MWC 2020

Huawei treibt 5G weiter voran

| Autor: Ann-Marie Struck

Peng Song, Präsident für Marketing- und Lösungen Netzbetreiber bei Huawei, stellt auf der Hausmesse in London die neuen Produkte vor.
Peng Song, Präsident für Marketing- und Lösungen Netzbetreiber bei Huawei, stellt auf der Hausmesse in London die neuen Produkte vor. (Bild: 17e26)

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„The show must go on“...just not in Barcelona. Nachdem der MWC abgesagt wurde, veranstaltet Huawei stattdessen in London eine Hausmesse, um seine neuen Produkte vorzustellen. Der Schwerpunkt lag neben neuen Antennen auf dem Ausbau eines 5G-Netzes für den Business-Bereich.

Ungeachtet der internationalen Bedenken gegenüber dem chinesischen Konzern, setzt Huawei seine Strategie gegen die europäischen Mitbewerber fort und hielt mit Blick auf die bevorstehende 5G-Ära eine Großveranstaltung in London ab. Auf der Hausmesse stellt Huawei viel vor, was eigentlich auf dem MWC demonstriert werden sollte. Das Motto: „5G, Bring New Value“ (dt. Neue Werte mit 5G schaffen).

Der Fokus der Konferenz lag auf dem Ausbau eines kommerziellen 5G-Netzwerks. Dazu zählen Produktlösungen wie vereinfachtes Radio Access Network (RAN), ein intelligentes IP-Netz, ein Transportnetz mit ultrahoher Bandbreite sowie „green connections“, die den Energieverbrauch senken und KI-fähige End-to-End-5G-Dienste unterstützen sollen.

AUU und HiCampus

Das vereinfachte RAN umfasst drei Produkte: eine massive MIMO-Antenne der dritten Generation, die 64T64R unterstützt, die Blade-AAU und eine 400-MHz-Ultra-Breitband-AAU. Eine AUU ist eine Aktivantenne bei der mehrere Antennen intelligent miteinander verschaltet werden und so eine Richtwirkung zum zu versorgenden Nutzer (MIMO) erzielen können. Die Blade AAU unterstützt die aktive und passive Integration in allen Frequenzbändern unter 6 GHz, während die 5G AAU proprietäre Huawei-Chips verwendet. Laut Hersteller sollen diese den Stromverbrauch um 15 Prozent senken können. Des Weiteren soll durch den Einsatz von Blade-AUUs aufgrund ihres leichten Gewichts von 25 Kilogramm das Platzproblem bei der Antenneninstallation gelöst werden. Huawei behauptet, dass die Gesamtkosten (TCO) im Vergleich zu bestehenden Lösungen um mehr als 30 Prozent geringer seien.

Mit der HiCampus-Lösung von Huawei erhalten Unternehmen weltweit Zugang zu drahtlosen, optischen und intelligenten Netzwerkdiensten und werden so beim Aufbau von 5G-Netzwerken unterstützt. Die Lösung basiert auf Huaweis 5G-, optischen Übertragungs- und KI-Technologien. HiCampus setzt sich zusammen aus Huaweis 5G-basiertem AirEngine Wi-Fi6-System sowie aus der Campus OptiX-Lösung und der eigenen KI-basierten Horizon Digital Platform.

5G-Partner-Innovationsprogramm

Außerdem hat Ryan Ding, Exekutiv-Direktor im Vorstand von Huawei und Präsident der Geschäftseinheit Netzbetreiber, den Start eines 5G-Partner-Innovationsprogramm verkündet. In den kommenden fünf Jahren plant der Konzern 20 Millionen US-Dollar in Startups von Software- und Dienstanbietern zu investieren, um ein „florierendes 5G-Ökosystem“ aufzubauen. Das Ziel ist es, 5G zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu machen. „5G hat sich jenseits aller Vorstellungskraft entwickelt“, so Ding, „Netzwerke sind die Grundlage für das 5G-Geschäft!“

Laut eigenen Angaben hat der Konzern bereits 91 Verträge mit Mobilfunkprovidern zum Aufbau von Mobilfunknetzen der fünften Generation abgeschlossen. Über die Hälfte der Verträge stammen von europäischen Mobilfunkanbietern. 27 seien mit Providern in Asien unterzeichnet worden. Dafür wurden über 600.000 5G-Massive-MIMO-Active-Antenna-Units (AAUs) ausgeliefert.

AR und VR mithilfe von 5G

Zudem hat sich Huawei mit Quectel, der Changhong Holding Group, AI-Link, China Mobile Group Device und Smart Chip zusammengetan, um 5G-Industriemodule, 5G+8K-Medienmodule, 5G-Elektroleistungsmodule sowie weitere Module auf den Markt zu bringen. Dadurch soll die Einführung von 5G beschleunigt und unter anderem der Einsatz der Technologie in der intelligenten Fertigung, im Multimedia- und Werbedisplay-Bereich, sowie in der Energieversorgung und im Transportwesen erleichtert werden.

In Bezug auf das Transportnetz hat Huawei mit Liquid OTN, eine optischen Transportnetzlösung vorgestellt. Ergänzt wird diese mit der optische Zugangslösung AirPON und die AI (eAI) ONT-Terminalprodukte. Damit erweitert Huawei seine OptiX-Network-Strategie. Diese unterstützt das voll-optische Rechenzentrum, die voll-optische Übertragung und den voll-optischen Campus. Der Vorteil davon: eine universelle, voll-optische Konnektivität, eine unterbrechungsfreie Bandbreiteneinstellung sowie eine sehr niedrige Transportlatenz.

Durch 4G konnten Videos- und Audionachrichten schneller unter Nutzern versenden werden. Mit 5G sollen nun auch AR- und VR-Erlebnisse geteilt werden. Die 5G-Module für AR/VR sowie tragbare Geräte sollen bis Ende März auf dem Markt kommen.

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