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Richard Huth führt Acmeo Henning Meyer wird MSP- und Cloud-Chef bei Infinigate

Autor: Michael Hase

Der Gründer und Geschäftsführer von Acmeo, Henning Meyer, konzentriert sich ab sofort in der Muttergesellschaft Infinigate auf den Ausbau des MSP- und Cloud-Geschäfts. Seine Aufgaben in Hannover übernimmt Richard Huth, bei Infinigate verantwortlich für Integration & Legal.

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Seit 2007 hat Henning Meyer deutsche Systemhäuser bei der Transformation zum MSP begleitet. Nun nimmt er diese Aufgabe auf internationaler Ebene wahr.
Seit 2007 hat Henning Meyer deutsche Systemhäuser bei der Transformation zum MSP begleitet. Nun nimmt er diese Aufgabe auf internationaler Ebene wahr.
(Bild: Acmeo)

Erst vor gut einer Woche gab Henning Meyer den Verkauf seines Systemhauses MR Systeme bekannt. Jetzt teilt der Gründer von Acmeo mit, dass er die Geschäftsführung des hannoverschen Managed-Services-Spezialisten in andere Hände legt. Der Manager kümmert sich ab sofort in Vollzeit darum, das MSP- und Cloud-Geschäft der Infinigate-Gruppe strategisch weiterzuentwickeln. Der schweizerische Security-Distributor übernahm Acmeo im Oktober 2018.

Schon 2019 begann Meyer damit, gemeinsam mit Führungskräften aus seinem Team das Managed-Services-Geschäft bei Infinigate voranzutreiben und dafür in den einzelnen Landesgesellschaften der Gruppe unter dem Label „Infinigate MSP“ dedizierte Einheiten aufzubauen. Diese Aufgabe sei aber zu groß, um sie neben der Geschäftsführung von Acmeo in Teilzeit zu erledigen. „Das ist kein Nebenjob, das ist ein Fulltimejob“, nennt der IT-Profi als Grund, warum er die operative Verantwortung für den VAD jetzt abgibt. Als Senior Vice President (SVP) MSP & Cloud bei Infinigate bleibt er auf übergeordneter Ebene für „sein“ Unternehmen zuständig und wird dessen künftige Entwicklung mitbestimmen.

Nutzung von Synergien

Meyers Rolle in Hannover übernimmt ab sofort Richard Huth, der als SVP Group Business Integration & Legal ebenfalls der Geschäftsleitung von Infinigate angehört. Bis Ende 2018 war der Manager fast zwölf Jahre als Chief Finance Officer (CFO) für den Distributor tätig. In seiner aktuellen Position sorgt er für die nahtlose Integration akquirierter Unternehmen in die Gruppe. Zwischenzeitlich führte Huth einige Monate lang die Geschäfte der Infinigate-Gesellschaften in Benelux und UK. Jetzt wechselt er von der Themse an die Leine. Zu seinen Aufgaben bei Acmeo gehört es, die MSP-Tochter und Infinigate Deutschland näher zusammenzuführen und Synergiepotenziale zu erschließen.

Offiziell befindet sich Meyers Arbeitsplatz mit dem Funktionswechsel in der Zentrale des Distributors in Rotkreuz am Zuger See. Sein Lebensmittelpunkt bleibt aber in Hannover.

Kommentar

Kehrtwende oder logischer Schritt?

Der Wechsel Henning Meyers ins Management von Infinigate und die engere Integration von Acmeo in die Gruppe sieht auf den ersten Blick nach einer Kehrtwende aus. Seit der Akquisition des Spezialdistributors vor gut zwei Jahren haben alle Beteiligten stets betont, das Unternehmen bleibe operativ eigenständig, um seine konsequente Fokussierung auf Managed Services nicht aufzuweichen. Vermutlich liefert aber die Marktentwicklung dem Führungsteam um Klaus Schlichtherle, CEO bei Infinigate, gute Gründe für die Kurskorrektur.

So zieht die Nachfrage nach Managed Security Services deutlich an. Die weltweiten Ausgaben dafür übersteigen laut IDC inzwischen die für Beratungs- oder Integrationsleistungen. Bis 2024 wird das Segment weiter um jährlich 13,6 Prozent wachsen, schneller als der gesamte IT-Sicherheitsmarkt (plus 8,1 %). Hersteller forcieren den Trend. Erst im Sommer hat beispielsweise Sophos, einer der wichtigsten Anbieter im Portfolio von Infinigate, angekündigt, das On-Premises-Geschäft innerhalb von drei Jahren zugunsten des As-a-Service-Modells einzustellen. Zudem investieren direkte Mitbewerber, so etwa Exclusive Networks oder Tech Data, massiv in Managed-Security-Angebote für den Channel.

Die Dynamik des Markts nötigt somit Infinigate, den Anteil der Managed Services im Leistungskatalog auszubauen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Gerade bei diesem Dienstleistungsmodell ist die Distribution, was die Unterstützung der Partner angeht, stärker gefordert als im klassischen Reselling- und Integrationsgeschäft. Mit seiner Expertise bringt Meyer, der mehr als ein Jahrzehnt lang zahllose deutsche Systemhäuser bei der Transformation zu MSPs begleitet hat, die besten Voraussetzungen dafür mit, dieses Geschäft auf internationaler Ebene voranzutreiben.

Corona als Katalysator

Die Pandemie könnte den Trend sogar verstärken. Denn vielen Unternehmen dürfte es nach der Coronakrise an Kapital fehlen, um benötigte Security-Lösungen zu kaufen. Ohnehin ist es seit Jahren schwierig, Fachpersonal für die Administration der Systeme zu bekommen. Extern bereitgestellte Managed Services, für die kalkulierbare monatliche Gebühren anfallen, bieten sich Anwendern somit als alternative Option an.

Von all dem ist in der Mitteilung von Infinigate zwar nichts zu lesen. Die fortschreitende Transformation des Security-Geschäfts von On-Premises hin zu As-a-Service ist aber mit Händen zu greifen. Für einen Distributor, der sich dem Vertrieb von Sicherheitslösungen verschrieben hat, wäre es fahrlässig, die Entwicklung zu ignorieren. Meyer in die Leitung der Gruppe einzubinden und Acmeo enger mit der deutschen Organisation von Infinigate zu verzahnen, erscheinen vor diesem Hintergrund als logische Schritte.

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 Michael Hase

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Chefreporter