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Marktübersicht: Server mit den neuen Intel-Prozessoren Großer Sprung: Intel Xeon E5-2600 v3

| Redakteur: Klaus Länger

Xeon E5-2600 v3 statt v2: Auf den ersten Blick sieht das nach nur einem kleinen Update bei den neuen Intel-Xeon-Prozessoren für Dual-Socket-Server aus. Tatsächlich gibt es aber mit der neuen Version einen gehörigen Leistungssprung. Wir stellen die ersten Server mit dem neuen Prozessor vor, der jetzt mit bis zu 18 Cores und DDR4-Speicher aufwarten kann.

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Mit dem neuen 22-Nanometer-Prozessoren der Xeon-E5-2600-v3-Serie sollen Server deutlich schneller und sparsamer sein, als mit der Vorgänger-CPU.
Mit dem neuen 22-Nanometer-Prozessoren der Xeon-E5-2600-v3-Serie sollen Server deutlich schneller und sparsamer sein, als mit der Vorgänger-CPU.
(Bild: Intel und Fujitsu)

Mit den Xeon-Prozessoren hat Intel den Markt für Server-Prozessoren fest im Griff: Bereits mit der letzten Xeon-Generation auf Ivy-Bridge-Basis hat Intel die Opteron-CPUs bei der Leistung und auch beim Marktanteil gründlich abgehängt. Selbst mit der neueren Piledriver-Architektur liefert ein Opteron nur etwa die halbe Performance pro Watt wie ein vergleichbarer Xeon. Mit den neuen Xeon E5-2600v3-Modellen bringt Intel nun bereits die zweite Generation von 22-Nanometer-Prozessoren für Server auf den Markt. Der Opteron von AMD wird immer noch in einem 32-Nanometer-Verfahren hergestellt.

Intel E5-2600 v3: Bis zu 18 Kerne und 36 Threads

Eine niedrige Leistungsaufnahme bei gleichzeitig hoher Performance ist bei Server-Prozessoren eine zentrale Anforderung. Denn nur so kann der Bedarf nach immer mehr Rechenkapazität gedeckt werden, ohne dass in den Rechenzentren die Kosten für Energie und Klimatisierung aus dem Ruder laufen. Daher basieren die neueren Xeon-CPUs immer auf Architekturen, die primär für Notebooks entwickelt wurden.

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Auch der Haswell EP, so der interne Codename für den Xeon E5-2600 v3, ist hier keine Ausnahme. So gibt Intel selbst für den E5-2699 v3, das Spitzenmodell der neuen Familie, eine Thermal Design Power von nur 145 Watt an. Und diese CPU verfügt über 18 Kerne und einen riesigen 45-Megabyte-Cache, 50 Prozent mehr Kerne und Cache als der Vorgänger. Neben einem ausgeklügelten Power-Management des Prozessors trägt auch die Unterstützung des sparsameren DDR4-Speichers zu Servern mit insgesamt niedrigerer Leistungsaufnahme bei. Neu ist auch die Befehlssatzerweiterung AVX2. Sie beschleunigt mit 256-Bit-Vektoren vor allem HPC-Anwendungen.

Die neuen Server von Dell, Fujitsu, HP und Lenovo

Dual-Socket-Server sind die Arbeitspferde in den Rechenzentren. Dementsprechend wichtig ist dieses Segment auch für die Serverhersteller, die ihre Modellpaletten eilends auf die neue Intel-Plattform umstellen. Den Anfang machen dabei mit Dell, Fujitsu, HP und Lenovo die Schwergewichte der Branche.

Bei Dell schlägt es 13, denn die Server für die Xeon-V3-Prozessoren mit bis zu 18 Cores gehören bereits zur dreizehnten Generation der Poweredge-Baureihe. Sie umfasst zunächst die drei Rack-Server Poweredge R730xd, R730 und R630, den „M630“-Blade-Server und den T630-Tower-Server. Alle fünf neuen Modelle sollen sich laut Dell durch ein deutlich vereinfachtes Server-Management auszeichnen. Eine automatische Zero-Touch-Konfiguration über Profile oder mittels eines speziellen USB-Sticks erleichtert die Einrichtung der Server erheblich. Da die Server mit NFC ausgestattet sind, lassen sie sich auch einfach via Smartphone konfigurieren und inventarisieren. Neu ist auch die NVMe-Schnittstelle für PCI-Express-SSDs, die eine deutlich höhere Leistung liefern, als SAS- oder SATA-SSDs. Kombiniert mit Dell Fluid Cache for SAN und SanDisk DAS Cache erlaubt das eine schnellere Bearbeitung benötigter Daten.

Fujitsu bringt vier Primergy-Modelle mit Xeon-E5-2600-v3-Prozessoren auf den Markt und feiert damit gleichzeitig den zwanzigsten Geburtstag der Primergy-Serie. Das erste Modell ist der Rack-Server RX2540 M1 mit zwei Höheneinheiten. Er ist laut Fujitsu besonders sparsam und kann durch das Cool-save Advanced Thermal Design auch bei höheren Umgebungstemperaturen sicher betrieben werden. Der zweite Primergy-Server mit den neuen Intel-CPUs ist der Blade-Server BX2560 M1. Dazu kommen noch die Server-Knoten Primergy CX2550 M1 und CX2570 M1 für den Scale-Out-Server Primergy CX400 M1. Alle Modelle können Xeon-Prozessoren mit bis zu 18 Kernen aufnehmen und fassen bis zu 768 Gigabyte Arbeitsspeicher.

Bei der neunten Generation der Proliant-Server ist HP inzwischen angelangt. Gleich acht neue Server für Intel Xeon E5-2600 v3 kommen auf den Markt. Die Spannweite der Proliant-Gen9-Geräte reicht dabei von zwei Rack-Servern einer Höheneinheit, zwei 2-HE-Rack-Servern, dem Blade-Server BL460c Gen9, den auch im Rack einsetzbaren Tower ML350 Gen9 bis hin zu zwei Rack-Servern für den Scale-out-Server Apollo 6000 und den wassergekühlten Supercomputer Apollo 8000 mit bis zu 144 Servern pro Rack. Prozessoren mit 18 Cores können dabei nur im Tower, dem Blade-Server und mit dem DL380 Gen9 einem der Rack-Server eingesetzt werden.

Bei den anderen Modellen mit sehr kompakter Bauform muss man sich mit weniger Kernen in Prozessormodellen mit geringerer Leistungsaufnahme zufrieden geben. Die kleinen Servermodule für die Apollo-Server haben zudem weniger Platz für Speicher: Der Proliant XL230a für den Apollo 6000 fasst maximal 512 Gigabyte RAM, der XL730f höchstens 256 Gigabyte DDR4, da die Heatpipes für die Kühlung relativ viel Platz belegen.

Lenovo ist mit drei Thinkservern mit von der Partie: Den Enterprise-Servern RD550 und RD560 im Rack-Formfaktor mit einer und zwei Höheneinheiten sowie dem für SMB bestimmten 4U-Tower TD350. Alle drei Modelle lassen sich mit jeweils zwei Prozessoren mit 18 Cores bestücken. Beim Tower gibt es nur die Beschränkung auf 512 Gigabyte Hauptspeicher, die Mainboards der beiden Rack-Modelle fassen bis zu 768 Gigabyte DDR4.

Optional können die neuen Lenovo-Server mit AnyRaid-Adpatern bestückt werden, die keinen PCI-Express-Steckplatz belegen. Ein sicheres Booten ermöglichen zwei M.2-Steckplätze, die mit Enterprise-SSDs belegt werden können. Laut Lenovo ist bei allen drei Servern ein Dauerbetrieb ohne Einschränkungen bei Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius möglich. Der Thinkserver TD350 soll zudem so leise sein, dass er auch in einer Büroumgebung eingesetzt werden kann.

Server von kleineren Herstellern und Komponenten für Integratoren

Neben den Großen haben auch kleinere Hersteller demnächst Server mit den neuen Xeon-Modellen im Portfolio. So wird Wortmann die Server der 7000er-Baureihe einem Refresh unterziehen. Die neuen Modelle tragen dann die Endung G2. Neben Rack-Servern mit einem und zwei Höheneinheiten wird es auch einen Tower für den Einsatz im SMB-Umfeld geben. Es kann aber laut Wortmann noch bis Anfang Dezember dauern, bis die Geräte verfügbar sind.

Für Integratoren bieten sich Server-Barebones oder Mainboards mit Intel-C612-Chipsatz an. Passende Produkte sind beispielsweise die X10-Modelle von Supermicro, die über Ingram Micro erhältlich sind. Neben den X10-Mainboards in verschiedenen Formfaktoren hat Supermicro Rack-Server in 1U- und 2U-Bauform, Blades und in der propietären Twin-Architektur im Portfolio. Aber auch andere Mainboardhersteller wie Asus oder MSI haben bereits Dual-Socket-Mainboards mit C612-Chipsatz im Programm: MSI die EATX-Platine MS-S0991 und Asus gleich mehrere Boards in verschiedenen Formfaktoren auch für Rack-Server.

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