Expansion und Diversifizierung des Geschäfts Exclusive Networks drängt mit „BigTec“ ins Datacenter

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Harry Jacob

Der Distributor Exclusive Networks baut mit Riesenschritten seine Präsenz in Europa und dem Nahen Osten aus. Mit der Gesellschaft Big Technology, bislang in UK und Frankreich aktiv, erweitert der Netzwerk- und Security-Spezialist zudem sein Geschäft in Richtung IT-Infrastruktur und Datacenter. Der Deutschlandstart der Tochter ist fest geplant.

Firmen zum Thema

Olivier Breittmayer, CEO von Exclusive Networks (l.), und Martin Twickler, DACH-Geschäftsführer des Distributors, arbeiten an der Diversifizierung des Geschäfts.
Olivier Breittmayer, CEO von Exclusive Networks (l.), und Martin Twickler, DACH-Geschäftsführer des Distributors, arbeiten an der Diversifizierung des Geschäfts.
(Bild: IT-BUSINESS)

Untätig waren die Franzosen gewiss nicht. Vielmehr hat Exclusive Networks, Value Added Distributor aus dem Pariser Vorort Boulogne-Billancourt, in den vergangenen Monaten einiges unternommen, um seine Präsenz auf neue Märkte auszudehnen oder die Position in bestehenden Märkten zu festigen. Im November kaufte der Netzwerk- und Security-Spezialist die Mitbewerber Secureway in Dubai und Terach in Belgien. Im Januar folgte ­Bilisimcim in der Türkei, und im Feb­ruar eröffnete das Unternehmen eine Niederlassung in Dänemark. Mittlerweile ist Exclusive in mehr als 20 Ländern in EMEA aktiv und deckt 84 Prozent des Markts ab.

Der VAD konzentrierte sich allerdings nicht allein auf seine geografische Expan­sion. Vielmehr startete er auch eine internationale Technologie- und Support-Initiative. Nicht zuletzt dehnte das Unternehmen sein Geschäft auf neue Themenfelder aus: Mit der Tochtergesellschaft Big Technology, die im Oktober zunächst in UK an den Start ging, erweiterte Exclusive das Themen­spektrum auf IT-Infrastrukturen: Big Data Storage, Datacenter Optimization, Virtual Appliances und Virtual Desktop Infrastructure (VDI) bilden die Schwerpunkte von Big Technology, kurz „BigTec“ genannt. Zu den Herstellern, mit denen der Distributor ­dabei zusammenarbeitet, zählen unter anderem Avere, Coraid, Extreme Networks, Nimbus Data, Nutanix und Silver Peak.

Seit Februar ist die Tochtergesellschaft auch in Frankreich aktiv. Den Launch von BigTec in Deutschland bereitet Exclusive für 2015 vor und führt dazu Gespräche mit Herstellern. Auf dem hiesigen Markt bewegen sich die Franzosen seit 2012. Den Weg ins Nachbarland fanden sie, wie hätte es anders sein können, über eine Akquisition: ­Anfang 2012 kaufte die Gruppe den Münsteraner Security-Distribtuor TLK. Dessen Mitgründer Martin Twickler führt seither zusammen mit Alexander Sprau die Geschäfte von Exclusive Networks in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).

Ziel: Milliarden-Euro-Firma

Mit der Expansion und der Diversifizierung verbindet Olivier Breittmayer, CEO von Exclusive Networks, ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2017 soll sich der Umsatz des Unternehmens auf eine Milliarde Euro erhöhen. 2013 betrugen die Erlöse rund 330 Millionen Euro. Die Zukäufe des Jahres eingerechnet, hätten sie bei gut 400 Millionen Euro gelegen. Im laufenden Jahr könnte sich der Umsatz, vorausgesetzt dass der Distributor geplante Akquisitionen erfolgreich abschließt, bereits der Marke von 600 Millionen Euro nähern.

Wie Breittmayer im Gespräch mit IT-BUSINESS (siehe auch Interview) versichert, geht es ihm nicht um Größe an sich. Vielmehr sei die Strategie der Gruppe darauf ausgerichtet, „Herstellern und Fachhändlern eine paneuropäische ­Organisation bereitzustellen“. Nach den Worten des Konzernchefs wird es durch die große Reichweite möglich, Synergien in der Zusammenarbeit mit internationalen Anbietern zu bilden. So hat der VAD acht Kernhersteller im Portfolio, deren Produkte er in mehr als zehn Ländern vertreibt.

Groß angelegte Initiativen

Paneuropäische Strukturen sind darüber hin­aus hilfreich, wenn es um groß ange­legte Technologie- und Service-Initiativen für den Channel geht. Beispielsweise hat Exclusive unter dem Kürzel CARM im vergangenen Herbst ein Hersteller-übergreifendes Lösungskonzept entwickelt, mit dem Unternehmen besser gegen Cyber-Attacken gewappnet sein sollen. Das Akronym steht für Cyber Attack Remediation and Mitigation . Eng verbunden damit bietet der Distributor unter dem Label „Passport“ seit Februar einen 24-mal-7­-Support für mehrere Hersteller an, den Fachhändler europaweit in den jeweiligen Landessprachen nutzen können.

Mehr über Chancen und Risiken der Exclusive-Strategie erfahren Sie auf der nächsten Seite.

(ID:42749854)