Channel Fokus: Managed Security Services Eine Sache des Vertrauens

Autor: Ann-Marie Struck

Die Sicherheit des eigenen Unternehmens in fremde Hände geben, war für viele Unternehmen lange keine Option. Sicherheitsrisiken und Fachkräftemangel führen zu einem Umdenken, und der Markt mit Managed Security Services (MSS) wird immer wichtiger.

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Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
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(Bild: apinan - stock.adobe.com)

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“, ist eine altbekannte Redewendung, die besagt, dass man sich nur auf das verlassen kann, was man nachgeprüft hat. Diese Weisheit mag durchaus noch ihre Richtigkeit ­haben, doch hinsichtlich der zunehmenden Digitalisierung scheint die Kontrolle nicht mehr möglich. Die IT wird immer kom­plexer, und Fachkräfte sind weiterhin rar. Das stellt viele Unternehmen vor Eng­pässe, weshalb sie auf Hilfe von extern zurückgreifen. Vor dem Hintergrund zunehmender Sicherheitsvorfälle haben in den letzten Jahren Managed Security Services an Bedeutung gewonnen. Dem Fernao Trendreport zu „Managed Security Services 2020“ zufolge hindert weiterhin die Angst vor Kontrollverlust 46 Prozent der befragten Unternehmen daran, Managed Services zu beziehen. Hauptgrund für das Outsourcing ist für die meisten der Fachkräftemangel (57 %), dicht gefolgt vom Mangel an Zeit (52 %).

Die Erwartungen an Managed Security Services sind hoch: Entlastung der Mitarbeiter, Kosteneffizienz, Transparenz und Skalierbarkeit, um ein paar Aspekte zu nennen. Dementsprechend vielfältig und schwer sind die Aufgaben eines MSS-Anbieters. Dabei helfen sowohl die Hersteller mit ihren Lösungen, als auch die Distribution mit neuen Angeboten. Das bestätigen auch die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels. Um ihre Aufgaben zu bewältigen, greift die Mehrheit (58 %) auf die Angebote und das Knowhow der Distribution zurück. Kein Wunder also, dass 82 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller bereits ­eine dezidierte Einheit haben, die sich mit Managed Services ­beschäftigt haben. 18 Prozent aller Partner planen, MSS aufzubauen. Insbesondere durch die steigende Anzahl der Mitarbeiter, die im Homeoffice arbeiten, nimmt die Relevanz von IT-Security für Unternehmen nochmals zu. Das birgt Umsatzpotenzial. Bei der Frage, wie sich der Anteil der Managed Security Services in den kommenden eineinhalb Jahren entwickeln wird, sind sich 88 Prozent befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren sicher: er wird steigen.

Top drei der IT-Security-Hürden

Bei der Frage, was derzeit die größten Herausforderungen bei der Unternehmenssicherheit sind, scheiden sich die Meinungen der Channel-Akteure. Auf Platz eins der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren steht mit 67 Prozent das mangelnde Security-Bewusstsein der Belegschaft. Das sehen 76 Prozent der befragten Distributoren / Hersteller auch so, ihr Platz drei. Vielmehr sehen alle befragten Distributoren / Hersteller derzeit das Homeoffice als größtes Problem für die Unternehmenssicherheit, immerhin wurde bei vielen Unternehmen der heimische Arbeitsplatz ad hoc umgesetzt. Dieser Ansicht schließen sich 42 Prozent der befragten Partner an. Für sie ist der Fachkräftemangel (40 %) eine weitere Notlage, die 88 Prozent der Distributoren / Hersteller teilen.

Service: IT-Security

Der Markt an Managed Security Services ist groß und das Portfolio der befragten Teilnehmergruppen vielfältig. Auf Platz ein der befragten Channel-Akteure liegt E-Mail und Web-Security (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 82 %; Distributoren / Hersteller 66 %). Den zweiten Platz der befragten Partner ­bekommt mit 72 Prozent Patch-Management. Das sehen nur 30 Prozent der Hersteller / Distributoren so. Ihre Nummer zwei ist Endpoint Threat Detection. Diese Ansicht teilen nur 32 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren. Den dritten Platz der befragten Partner belegt Antivirus, ein Service, den nur 29 Prozent der befragten Distributoren / Hersteller anbieten. Ihren Platz drei bekommt Compliance-Überwachung, die immerhin 45 Prozent der befragten Partner auch im Angebot haben.

Sicherheit braucht Teamarbeit

Partner können zufrieden sein mit der Unterstützung durch Hersteller / Distributoren. 51 Prozent der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren benötigen Technologien und Lösungen, die alle der befragten Distributoren / Hersteller bereitstellen. Außerdem wünschen sich 38 Prozent der befragten Partner Vertriebsunterstützung, die 82 Prozent der Distributoren / Hersteller anbieten. Jedoch gibt es in Sachen Recht und Vertragsgestaltung noch Nachholbedarf: 39 Prozent der Partner brauchen dabei Hilfe, anbieten tun es nur 35 Prozent der Distributoren / Hersteller.

IT-BUSINESS-Panel: Managed Security Services
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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien