Channel Fokus: IT-Security Die Jagd auf Dr. No geht weiter

Autor: Ann-Marie Struck

Sei es ein Einbrecher, der bei Dunkelheit in das Haus eindringt, oder ein Spion, der politische Geheimnisse weitergibt: Gegen unerwünschte Eindringlinge, die die Sicherheit gefährden, möchte jeder gewappnet sein. Heutzutage kommen die Störenfriede über das Netz.

Firmen zum Thema

Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

„Keine Zeit zu Sterben“ ist der Titel des 25. James Bond Films. 1962 erschien der erste 007, und fast 60 Jahre und sechs Darsteller später ist der Hype um den britischen ­Geheimagenten noch nicht abgeflaut. ­Warum? Die Filmreihe trifft den Zahn der Zeit. Zum einen spiegeln die Filme in der Ausrüstung (oftmals von Q) den technologischen Fortschritt wider. Zum anderen spielen die Filme in der Darstellung der ­Antagonisten mit realen Bedrohungen. In „Der Spion, der mich liebte“ (1977) nutzt Bond, um geheime Daten der Sowjets zu klauen, noch ein in einem Brillenetui ­untergebrachtes Mikrofilm-Lesegerät. Fast 20 Jahre später, in „Skyfall“ (2006), sieht die Lage schon anders aus: 007 ist auf der Jagd nach einer Liste von Nato-Agenten, die der Cyberterrorist Raoul Silva ergattert hat. Die Flucht gelingt diesem aufgrund ­eines speziellen Programms.

Aktuelle Lage: Hackerangriffe

Der Film stellt so auch die aktuelle Bedrohungslage dar. Laut des „Cyber Security-Report 2021“ von Deloitte war in diesem Jahr aufgrund der Bundestagswahl die ­Angst vor Datenklau, Hacker-Angriffe und Meinungsmanipulation durch Fake News ­besonders groß. Außerdem erschüttern immer wieder große Hackerangriffen die Unternehmen, wie die REvil-Attacke, bei der zwischen 800 und 1.500 Organisationen von dem Vorfall betroffen waren.

Folglich boomt der Markt mit ­IT-Security, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-­Panels zeigen. Für 36 Prozent der befragten Partner / Systemhäuser macht IT-Security bis zu 20 Prozent ihrer Umsätze aus. Weitere 32 Prozent geben an, dass der ­Anteil zwischen 20 und 40 Prozent liegt. Bei 19 Prozent liegt er zwischen 60 und 80 Prozent, und sieben Prozent machen noch mehr Umsatz damit.

Cybersicherheit überfordert viele Unternehmen, weshalb sie Hilfe von extern ­beziehen. Das Zauberwort heißt hier: ­Managed Security Services (MSS), die sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt haben. Bei 33 Prozent der Partner machen MSS mehr als 50 Prozent des Umsatzes aus. Bei 29 Prozent liegt der ­Anteil zwischen 20 und 40 Prozent, bei 38 Prozent der Partner unter 20 ­Prozent. Und der Blick in die Zukunft? IT-Security bleibt wichtig. 78 Prozent der Partner erwarten, dass das IT-Security-­Geschäft in den kommenden 18 Monaten steigen wird.

IT-BUSINESS-Panel 2021: IT-Security
Bildergalerie mit 6 Bildern

Top drei Risikofaktoren für die IT

Bei der Frage, was die größten Hürden für die Unternehmenssicherheit sind, sind sich die befragten Teilnehmergruppen einig. Platz eins der Risikofaktoren ist noch immer der Mensch. 76 Prozent der befragten Partner / Systemhäuser und 77 Prozent der befragten Distributoren / Hersteller halten das mangelnde Security-Bewusstsein der Belegschaft für die größte Sicherheitslücke. 77 Prozent der Distributoren / Hersteller sehen den Fachkräftemangel als ein gleichbedeutendes Problem, denn in unterbesetzten und überarbeiteten IT-Teams können schneller Fehler passieren. Platz zwei der Risiken belegt das Homeoffice (Partner / Systemhäuser 74 %; Distributoren / Hersteller 66 %), gefolgt von Mobility (Partner / Systemhäuser 60 %; Distributoren / Hersteller 44 %).

Große Auswahl an IT-Security

Das Portfolio der Teilnehmer an IT-Security-Lösungen und Services ist vielfältig. 80 Prozent der befragten Partner / Systemhäuser haben Backup & Disaster Recovery in ihrem Security-Angebot. Den zweiten Platz der Angebote der Partner belegen mit 76 Prozent E-Mail und Web-Security sowie Antivirus. Endpoint Detection and Response-Lösungen (EDR) bieten 63 Prozent der Partner / Systemhäuser an, gefolgt von Schulungen zur Security Awareness (57 %). Bei den befragten Distributoren und Herstellern liegen hingegen mehrere Angebote auf Platz eins. So bieten 44 Prozent sowohl Backup & Disaster Recovery, E-Mail und Web-Security sowie Antivirus als auch EDR sowie Cloud und Mulitcloud Security an. 38 Prozent der Distributoren / Hersteller verkaufen Identity and Access Management (IAM).

Security braucht jeder

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Lebenswelt kommt kein Unternehmen aus jedweder Branche an IT-Sicherheit vorbei. Dabei ist die Nachfrage in Industrie und Produktion laut 84 Prozent der Partner / Systemhäuser besonders groß. 54 Prozent der Partner berichten von einer hohen Nachfrage im Gesundheitswesen, gefolgt von Bank- und Finanzwesen. Den Bedarf an IT-Sicherheit im Einzelhandel und im E-Commerce nennen nur 24 Prozent der Partner. Erstaunlicherweise liegt die Nachfrage von Schulen und Universitäten bei nur 22 Prozent.

(ID:47709854)

Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien