Komplexe Problemstellungen mit Software lösen

Die DSGVO ist keine Hexerei

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Oliver Roth (li.), Mitglied der Geschäftsführung und William Geens (re.), Managing Director bei Prianto
Oliver Roth (li.), Mitglied der Geschäftsführung und William Geens (re.), Managing Director bei Prianto (Bild: IT-BUSINESS)

Mit Business-Software lassen sich in Unternehmen komplexe Probleme lösen. Beispielsweise Herausforderungen durch die ­DSGVO. Beim Software-Distri Prianto sieht man sich gut aufgestellt.

William Geens, Managing Director und Oliver Roth, Mitglied der Geschäftsführung gründeten den Software-Distributor Prianto in München im Jahr 2009. „Oliver Roth und ich kommen beide von großen Distris mit Software-Abteilung. Nach unseren Erfahrungen wird sich dort bei der strategischen Marktentwicklung auf das Geschäft mit den Top-5-Herstellern konzentriert, während die restlichen mittleren und kleineren Hersteller nur mitbetreut werden“, so Geens.

„Wir wollten mit der Gründung von Prianto einen anderen Ansatz fahren. Wir arbeiten mit jedem unserer Hersteller eine Go-To-Market Strategie aus, identifizieren die Reseller Partner, die für die jeweilige Lösung prädestiniert sind und stimmen das Messaging genau ab“, ergänzt Mitgründer Roth. Seit 2011 ist das Unternehmen auch in Großbritannien, Österreich und der Schweiz vertreten, 2012 folgten die Benelux-Staaten, 2014 kam Polen und 2016 die USA hinzu. Prianto setzt als Distri voll auf den indirekten Kanal, seit Anbruch des As-a-Service-Zeitalters neben VARs, Systemhäusern und Integratoren auch auf die wachsende Riege der Service-Provider.

Steigende Komplexität

Um die DSGVO umzusetzen, gibt es hilfreiche Software.
Um die DSGVO umzusetzen, gibt es hilfreiche Software. (Bild: Tatyana - stock.adobe.com)

Die Darreichungsform von Software ist vor diesem Hintergrund vielschichtiger geworden. „Damit steigt die Komplexität. Und bei höheren Grade von Komplexität sollten Sie mit Leuten zusammenarbeiten, die sich auskennen. Das spielt uns und unseren Partnern in die Hände“, ist Geens überzeugt. Auch die DSGVO sei ein Paradebeispiel für eine komplexe Problemstellung, einhergehend benötigtes Expertenwissen und – allgemein gesprochen – Software als Problemlösungs-Tool. „Wir haben in diesem Zusammenhang unter anderem Xeelo im Portfolio“, so der Managing Director. „Der Hersteller ist im Segment Prozessautomatisierung und -digitalisierung angesiedelt, bietet aber ein DSGVO-Modul, das dabei hilft, strukturiert einen hohen Grad an Compliance zu erreichen. Dabei geht es darum, die Datenhaltung persönlicher Daten zu minimalisieren, zu steuern, wer Daten nutzen darf, sicherzustellen, dass die Vorschriften zur regionalen Datenhaltung eingehalten werden, sowie dass der Auskunftspflicht und dem Recht auf Vergessenwerden entsprochen werden kann.“

Die DSGVO rückt näher

Lösungsansätze in Hinblick auf das DSGVO gehen in die Richtung `Klassifizierung von Personendaten mit dahinterliegendem ­Access-Rights-Management´, Datenpseudonymisierung und -Encryption sowie Metadatenvergabe. Allgemein gesprochen. Der Teufel liegt aber im Detail. Beispielsweise, was die Dokumentationspflichten angeht, „um nachweisen zu können, dass Newsletter-Empfänger ihre Einwilligung im Rahmen eines ein Double-Opt-In-Verfahrens gegeben haben“, konkretisiert Geens. „Insbesondere bei der Ärzteschaft dürfte es in Deutschland in Hinblick auf die DSGVO noch einiges zu tun geben, denn der Versand kritischer Patientendaten an beispielsweise Krankenkassen und das Thema Backup birgt hier einige Fallstricke.“

Ergänzendes zum Thema
 
Am 25. Mai ist DSGVO-Tag

Alarmismus hilft nicht weiter

Trotz gegebenem Handlungsbedarf hilft Alarmismus nicht weiter, wägt Geens ab. Schließlich werde auch nicht jeder bei jedem Verstoß gleich verklagt werden und es wird auch nicht sofort mit Maximalstrafen sanktioniert werden. Geens vermutet in Hinblick auf den DSGVO-Start am 25. Mai 2018: „Wahrscheinlich wird bei Verstößen zunächst mit – wenn man so will – gelben Karten, also Verwarnungen, gearbeitet. Schließlich gilt das Angemessenheitsprinzip und es kann nicht sein, dass bei minimalen Verstößen gleich der ganze Laden dicht gemacht wird.“

Umsetzungsprobleme wird es trotzdem geben: „Aus Data-Lakes werden sie beispielsweise einzelne personenbezogene Daten nicht mehr rausgelöscht bekommen, so etwas war bei deren Konzeption nicht vorgesehen“, so Prianto-Chef Geens.

Xeelo mit DSGVO-Modul

So passt das aktuelle Aufreger-Thema ­DSGVO gut in das Prianto-Portfolio. Der Prozessautomatisierungsspezialist Xeelo bietet hierfür erweiternde Module an. Der rechtskonforme Umgang mit Daten wird sozusagen zu einem Kernthema im Business-Software-Segment, neben den anderen Schwerpunkten im Prianto-Portfolio: Security, Storage-Management, Backup, Virtualisierung, Infrastruktur, Performance-Management.

Die wichtigste Neuerung aus Sicht von Xeelo, die auch die grundsätzliche Herangehensweise bestimmt, ist das „Prinzip der Rechenschaftspflicht“: Firmen haben aktiv und unabhängig davon, ob es überhaupt zu Schäden oder Verstößen kam, nachzuweisen, dass ihr Datenschutz funktioniert. Bei diesem Nachweis soll Software-gestützt geholfen werden. Denn eine gemeinsame Excel-Tabelle, die zum Beispiel per E-Mail versandt wird, sei nicht der beste Weg, die DSGVO-Dokumentation zu pflegen. „Xeelo für DSGVO“, so der Name des Moduls, wurde unter dieser Prämisse entwickelt. Deshalb können mehrere Benutzer auf die Datensätze zugreifen und sie ändern sowie Aufgaben zuweisen. Jede Änderung wird automatisch revisionssicher protokolliert. Ausgestattet mit verschiedenen Formularen und Vorlagen, führt das Modul automatisch eine überprüfbare Historie zu jedem Datensatz und bietet eine eingebettete Methodik zur Risikobewertung.

Edukativer Auftrag

Prianto-Geschäftsführungsmitglied Roth beschreibt in diesem Zusammenhang den edukativen Auftrag im Selbstverständnis von Prianto: „Wir bieten Schulungen in technischer sowie vertrieblicher Hinsicht – je nachdem ob die Partner gut verkaufen können und sich technisch aufschlauen müssen oder ob technische Expertise vorhanden ist und Vertriebs-Know-how aufgestockt werden soll.“

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