Serie: Alternative Cloud-Anbieter (Teil 4) Die deutsche Alternative aus Köln: Gridscale

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

In unserer Reihe mit Alternativen zu den „großen Drei“ des Cloud Computings, AWS, Google und Microsoft, stellen wir heute mit Gridscale wieder einen deutschen Anbieter vor. Der Cloud-Anbieter möchte sich durch Zuverlässigkeit, Kundennähe und Sicherheit von der Konkurrenz abheben.

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„Gerade der oftmals unerfahrene deutsche Mittelstand kann bei seinem Weg in die Cloud von Gridscale profitieren“, so Gridscale.
„Gerade der oftmals unerfahrene deutsche Mittelstand kann bei seinem Weg in die Cloud von Gridscale profitieren“, so Gridscale.
(Bild: gridscale)

Gridscale, Cloud-Technologieanbieter mit Sitz in Köln, versteht sich wie seine US-amerikanischen Pendants Vultr, DigitalOcean oder Linode als direkte Alternative zu den drei Hyperscalern. Geführt wird es mit seinen rund 100 Mitarbeitern von Henrik Hasenkamp und Felix Kronlage-Dammers.

„Als Innovator im Markt Cloud Computing ist Gridscale für viele eine Alternative“, urteilte bereits vor zwei Jahren Maximilian Hille, Senior Analyst & Mobile Practice Lead, Crisp Research, in einem Report. Als größte Zielgruppe hat man neben Entwicklern explizit den deutschen Mittelstand ausgemacht, den man auf Augenhöhe mit Services, Zuverlässigkeit, Kundennähe und Sicherheit begegnen will.

„Gerade der oftmals unerfahrene deutsche Mittelstand kann bei seinem Weg in die Cloud von Gridscale profitieren“, so Henrik Hasenkamp, CEO bei Gridscale. „Durch das unkomplizierte Handling der Technologie gelingt die Cloud-Migration in kürzester Zeit und ist im Vergleich zu großen Anbietern wesentlich nutzerfreundlicher, so dass selbst ein späterer Wechsel keinen größeren Aufwand bedeuten würde.“

Sicherheit durch Zertifizierungen

Gerade die Sicherheit wird als großer Pluspunkt ausgewiesen. Der aktuelle Wegfall des EU-US Privacy Shield und die anhaltenden Diskussionen um fragwürdigen Datenschutz bei den globalen Cloud-Providern gibt dem unter anderem im Frankfurter Tier-III-Rechenzentrum (RZ) gehosteten Angebot Rückenwind. Ein weiterer Rechenzentrumsstandort befindet sich seit Kurzem auch in der Schweiz. Sowohl die Gridscale-Technologie wie auch die Rechenzentren selbst sind zertifiziert, u.a. nach ISO 27001, ISO 9001, ISO 50001, ISO 22301, ISO 20001 und ISO 27018 sowie einer Gridscale-Trusted-Cloud-Auszeichnung durch das BMWi. Daten werden durch Built-in Firewalls, Secure Private Networks, Identity Access Management, 2-Faktor-Authentifizierung und Encryption at Rest gesichert.

Als zweiten großen Pluspunkt für sein Angebot nennen die Kölner die „leicht verständliche Oberfläche“, mit der die Infrastruktur auch von Personen ohne tiefes IT-Knowhow verwaltet werden kann. Eine Kubernetes-Umgebung erleichtere das Management Cloud-nativer Workloads.

Angebot und Technologie

Neben Cloud Servern offeriert Gridscale auch E-Commerce-Setups, Webserver-Cluster und komplexe Setups. Virtualisierung findet mittels Bare-Metal-Virtualisierung (KVM Hypervisor) statt, verschlüsselt wird mit Encryption at Rest sowie TSL/SSL. Die Mandantentrennung findet auf Hypervisor-, Storage- und Netzwerkebene statt. An Speichertechnologie steht Distributed SSD Storage in drei Storage-Klassen zur Verfügung, die genutzte Hardware stammt von HPE, Super Micro, Samsung, Intel, Juniper und Cisco.

Daten können von 1 GB bis zu 1 PB gespeichert, Snapshots dürfen beliebig viele gemacht werden. Der bereitgestellte RAM pro VM reicht von 1 GB bis zu 730 GB, für die Automatisierung stehen Foreman Provider, Terraform Provider, Kubernetes, Ruby Fog Gem, Go SDK, Python SDK und Node Lib bereit. An Platform Services gibt es gemanagte relationale Datenbanken, Key Value Stores, Object Storage und Loadbalancer. Das Netzwerk läuft mit IPv4 & IPv6, es besteht die Möglichkeit der Multi-Carrier-Anbindung. Resellern der Gridscale Cloud Plattform stehen White-Label-Optionen zur Verfügung, die beispielsweise Systemhäusern und Rechenzentrumsbetreibern die Möglichkeit bieten, als eigenständige Cloud-Provider gegenüber ihren Kunden aufzutreten.

„Wir übersetzen die hohe Komplexität eines Rechenzentrums (resultierend aus der Lage, Stromversorgung, Kühlung, Speichersysteme, Rechnerkapazitäten, Netzwerkanbindung, usw.) in eine benutzerfreundliche Oberfläche, auf deren Basis der Anwender jede Cloud-Infrastruktur komfortabel und intuitiv konfigurieren und starten kann“, so CEO Hasenkamp über den Technologie-Ansatz von Gridscale. „In unserer Architektur betreiben wir nicht nur verteilte und hochsichere Data Storages, sondern kümmern uns auch um den äußerst komplexen Softwarebetrieb von Datenbanken, Loadbalancern, Key-Value-Stores und Container-Virtualisierung.“

Preise

Im kostenlosen Trial-Modus können sich Anwender einen ersten Eindruck von den Funktionalitäten verschaffen. Dabei stehen in vollem Umfang Cloud Automation, PaaS, Object Storage und Loadbalancer zur Verfügung. Anders als so manche „pure“ Provider offeriert gridscale auch Managed Hosting, dafür arbeitet ein Team eng mit dem jeweiligen Kunden beziehungsweise Partner zusammen.

Die Preise werden minutengenau abgerechnet und sind vergleichsweise transparent. Ein Server mit einer CPU und 4 GB RAM schlägt pro Monat mit 27,65 Euro zu Buche. Die Pay-Per-Use-Gebühren für aktive wie inaktive Komponenten können in Echtzeit abgerufen werden, es stehen persönliche Verbrauchsdiagramme zur Verfügung.

Selbstlernende Algorithmen verbessern das Angebot

„Durch die konsequente Fokussierung unserer Technologie auf datenbasierte Entscheidungen und die kontinuierliche Verbesserung unserer selbstlernenden Algorithmen, können wir heute mehr als neun von zehn Ereignissen in einer überdurchschnittlich komplexen Cloud-Infrastruktur richtig interpretieren“, so Hasenkamp.

„Neben der höheren Verfügbarkeit unserer Services ergeben sich für uns als Betreiber weitere Vorteile. So konnten wir beispielsweise ein so genanntes dynamisches Kapazitätsmanagement einrichten, das uns hilft, unsere Ressourcen wesentlich effizienter zu nutzen. CPU-Knoten werden heruntergefahren, wenn keine Last erwartet wird, und rechtzeitig wieder gestartet, wenn eine dynamische Systemlast von einem oder mehreren Kunden erwartet wird. Software-Updates werden so weitgehend autonom installiert. Ein eventuell notwendiger Neustart einzelner Komponenten wird dabei algorithmisch geplant und durchgeführt. Durch die Möglichkeit, die von unseren Kunden genutzte Infrastruktur im laufenden Betrieb auf andere CPU-Knoten zu übertragen, ist ein solches Update für den Kunden nicht einmal mehr spürbar und wird somit zur Routineaktivität.“

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