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Angetestet: Zotac Zbox PI225

Der wahrscheinlich kleinste PC der Welt

| Autor: Klaus Länger

Die Zbox PI225 von Zotac ist kleiner als eine 2,5-Zoll-SSD aber trotzdem ein kompletter PC mit Windows 10.
Die Zbox PI225 von Zotac ist kleiner als eine 2,5-Zoll-SSD aber trotzdem ein kompletter PC mit Windows 10. (Bild: Vogel IT-Medien)

Die Zotac Zbox PI225 ist kleiner als eine 2,5-Zoll-SSD. Unser Hands-on-Test verrät, ob man den 200-Euro-Mini als vollwertigen PC nutzen kann und wo Einschränkungen bestehen.

Mit Abmessungen von 95 x 63 x 8 mm ist die Zbox PI225 von Zotac sogar noch etwas kompakter als eine SSD und auch kleiner als der Zotac PC Stick mit HDMI-Anschluss, der allerdings über einen Ethernet-Anschluss verfügt. Auf dem flachen schwarzen Metallgehäuse der Zbox PI225 befinden sich dagegen nur zwei USB-C-Ports und eine Micro-USB-Buchse für die Stromversorgung. Größere Anschlüsse wie etwa USB-A würden bei acht Millimeter Bauhöhe schlicht keinen Platz finden. Die beiden USB-C-Buchsen unterstützen USB 3.1 Gen1, also ebenso wie bei USB 3.0 eine Datenrate von maximal fünf GBit/s. Zusätzlich geben die beiden USB-C-Ports noch ein DisplayPort-Signal mit 4K-Auflösung aus. Eine Stromversorgung via USB-C wird von dem winzigen Rechner leider nicht unterstützt. Dafür liegt ein USB-Netzteil mit mehreren auswechselbaren Adaptersteckern bei, mit denen man das Netzteil beispielsweise in den USA, in China oder in Großbritannien nutzen kann. Alternativ kann man auch eine andere Stromversorgung mit USB-Anschluss nutzen, die 15 Watt liefern kann. Zusätzlich gibt es noch einen Power-Taster nebst Status-LED und einen Kartenleser für Micro-SDHC oder SDXC-Karten. Da Peripheriegeräte mit USB-C-Schnittstelle immer noch rar sind, gehört ein USB-C-Adapter mit einem HDMI-Anschluss und zwei USB-3.0-Buchsen zum Lieferumfang. Der HDMI-Ausgang unterstützt die 4K-Auflösung mit 30 Hz.

Atom-Ableger als Prozessor

Der Prozessor auf dem winzigen Mainboard ist ein Intel Celeron N3350. Er gehört zur Apollo-Lake-Familie und ist damit ein Atom-Ableger. Der SoC verfügt über zwei Kerne ohne Hyperthreading und arbeitet mit einer Basisfrequenz von maximal 1,1 GHz. Den Turbo-Modus, mit dem kurzzeitig bis zu 2,4 GHz möglich wären, hat Zotac im BIOS per Default deaktiviert, damit die passive Kühlung durch das Gehäuse in jedem Fall ausreicht. Dafür sind die C-States-Energiesparfunktionen deaktiviert, die bei einem Rechner mit permanenter Stromversorgung auch nicht unbedingt benötigt werden. Das bringt zumindest wieder etwas mehr Performance, da die Latenzzeiten für den Wechsel aus einem Stromsparmodus in den normalen Betriebsmodus entfallen. Zudem ist die Leistungsaufnahme mit Werten zwischen fünf Watt und neun Watt auch so sehr gering.

Der aufgelötete Arbeitsspeicher ist mit vier GB ausreichend groß dimensioniert. Verwendet wird LPDDR3-1866. Als Massenspeicher sitzen 32 GB eMMC-Flash von Samsung auf der Platine. Mit einer durchschnittlichen sequenziellen Leserate von 258 MB/s ist der eMMC-Speicher zwar deutlich langsamer als eine SATA-SSD, aber für gängige Anwendungen schnell genug. Problematisch ist eher, dass der Speicher nur eine Kapazität von 32 GB hat. Allerdings lässt er sich mittels Speicherkarte erweitern, oder man kann einen externen Massenspeicher für größere Datenmengen einsetzen. Die externe SSD Sandisk Extreme 900 lief im Test am Zbox PI225 ohne Probleme und mit knapp 390 MB/s. Als drahtlose Schnittstellen sind WLAN und Bluetooth an Bord. Beide Übertragungswege stellt die auf das Mainboard gelötete M.2-Karte Intel Dual Band Wireless-AC 3165 bereit. Sie unterstützt den WLAN-Standard 802.11ac mit bis zu 433 MBit/s sowie Bluetooth 4.2. Für beide Funktypen steht jeweils eine im Gehäuse unter einer Kunststoffabdeckung integrierte Antenne bereit.

Windows 10 N ohne Media Player

Als Betriebssystem ist Windows 10 N vorinstalliert. Bei dieser Version fehlen der Windows Media Player sowie einige Codecs. Die fehlenden Funktionen kann man allerdings mit dem kostenlosen Media Feature Pack für Windows 10 nachrüsten, das Microsoft als Download anbietet. Die N-Versionen gibt es seit Windows XP, um damit eine Auflage der EU-Wettbewerbshüter zu erfüllen.

Bei der Rechenleistung macht sich der abgeschaltete Turbo-Modus natürlich bemerkbar. Mit einem Multicore-Ergebnis von 1557 Punkten im Geekbench 3 liegt der winzige Rechner in etwa auf dem Niveau eines Intel Core 2 Duo E4300 von 2006. Unser gewohnter Anwendungsbenchmark PCMark 8 Work lief auf dem Rechner leider nicht durch. Für einfachere Office-Aufgaben wie das Erstellen von Word-Dokumenten oder Excel-Tabellen ohne aufwändige Berechnungen reicht die Performance aus. Die im Celeron N3350 integrierte HD-500-GPU reicht nur für sehr einfache 3D-Games aus, wie das Ergebnis von etwa fünf fps im 3DMark Cloud Gate belegt. Dafür dekodiert sie H.265-/HEVC-Videos in Hardware und kann Filme in 4K-Auflösung flüssig abspielen.

Idealer Partner für die Zbox

Wir haben für den Test der Zotac ZBox den USB-C-Monitor Philips Brilliance 258B6QUEB verwendet, der auch schon Gegenstand eines Hands-on-Tests war. In dem 25-Zoll-IPS-Display mit WQHD-Auflösung ist eine komplette USB-C-Docking-Station mit USB-Hub und Ethernet-Adapter eingebaut. So kann man für den Anschluss von Monitor, Maus und Tastatur nicht nur auf den mit der Zbox gelieferten Adapter verzichten, sondern den kleinen Rechner auch noch mit einem LAN verbinden. Leider unterstützt die ZBox PI225 die vom Monitor bereitgestellte Stromversorgung über USB-C nicht, sondern muss durch ein eigenes Netzteil versorgt werden.

Der Zotac-Rechner (links) ist kleiner als die externe Sandisk-SSD. An einem Monitor mit integrierter USB-C-Docking-Station wie dem von uns verwendeten Philips Brilliance 258B6QUEB spart man sich auch den Adapter, der zum Lieferumfang des Zotac-Rechners gehört.
Der Zotac-Rechner (links) ist kleiner als die externe Sandisk-SSD. An einem Monitor mit integrierter USB-C-Docking-Station wie dem von uns verwendeten Philips Brilliance 258B6QUEB spart man sich auch den Adapter, der zum Lieferumfang des Zotac-Rechners gehört. (Bild: Vogel IT-Medien)

Fazit: Micro-PC mit Potenzial

Auf den ersten Blick erscheint die Zotac Zbox PI225 eher wie eine Machbarkeitsstudie dafür, wie klein ein Windows-10-PC sein kann. Aber der winzige Rechner ist ein Serienprodukt, und damit stellt sich die Frage nach möglichen Einsatzszenarien. Das erste ist sicher der Büroeinsatz. Für einfachere Office-Anwendungen ist die PI225 schnell genug. Zudem kann sie als kleiner und sparsamer Thin-Client dienen. Allerdings nur an Standorten mit lokalem Administrator oder Support. Denn ausgeprägte Fernwartungsoptionen bietet der Zotac-Rechner nicht. Das schränkt auch den Einsatz als Digital-Signage-Mediaplayer etwas ein. Ansonsten ist die PI225 für diese Aufgabe durch die Hardware-Videounterstützung sicher gut geeignet. Auch für Heimanwender ist der winzige, lautlose und vergleichsweise günstige Mini-PC als Mediaplayer und Streaming-Client geeignet.

Preisgekrönt ist der kleine Rechner auch bereits: Zotac hat für die Zbox PI225 einen iF Design Award für das Jahr 2018 erhalten.

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