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Eco-Prognose

Der Online-Handel boomt

| Autor: Heidemarie Schuster

Der Online-Handel wächst besonders gut im B2B-Umfeld.
Der Online-Handel wächst besonders gut im B2B-Umfeld. (Bild: Pixabay)

Unternehmen und Verbraucher in Deutschland wickeln laut Eco ihre Ein- und Verkäufe verstärkt über das Internet ab. Das beschert dem Online-Handel jährliche Wachstumsraten von durchschnittlich 13 Prozent bis 2019.

Bis 2019 erwarten Eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und Arthur D. Little der Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015 – 2019“ zufolge einen Umsatz von mehr als 70 Milliarden Euro im e-Commerce.

Das Internet und die damit verbundenen Geschäftsmodelle und Technologien haben sich laut Eco für den deutschen Handel zu einem Faktor von zentraler Bedeutung entwickelt. Unter „Onlinehandel“ ist dabei nicht nur der Handel ohne stationäres Geschäft, also „nur im Internet“ zu verstehen, sondern auch alle damit verbundenen ökonomisch relevanten und juristisch verbindlichen Prozesse, wie Angebotsabgaben und verbindliche Preisauskünfte.

E-Commerce im B2B-Umfeld

E-Commerce B2B“ ist der Studie zufolge eines der größten Segmente der deutschen Internetwirtschaft. Im Jahr 2015 lag der Umsatz noch bei knapp 27 Milliarden Euro. 2017 werden es Schätzungen zufolge bereits 35 Milliarden Euro sein und 2019 sogar mehr als 46 Milliarden Euro.

Arthur D. Little erwartet für dieses Segment eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 15 Prozent in den nächsten Jahren. Dieses rasante Wachstum basiert zum einen darauf, dass auch traditionelle Unternehmen verstärkt den B2B-Direktvertrieb via Internet nutzen, und zum anderen auf dem allgemein wachsenden Trend zum E-Procurement und zum Internet-basierten Absatz. Schon heute betreiben rund 75 Prozent der deutschen Unternehmen Procurement und Absatz im Wesentlichen über Internet-basierte Prozesse und E-Commerce.

„Der Digitale Wandel der deutschen Wirtschaft und ein hoher Automatisierungsgrad machen E-Commerce im B2B-Segment sehr attraktiv“, erklärt Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann, Leiter der Eco Kompetenzgruppe E-Commerce. „In der deutschen Wirtschaft sehen wir eine mittlerweile fast flächendeckende Dominanz der semi-automatisierten Bestellungen und Beschaffungen per Internet.“ Rund 100.000 Beschäftigte sind im Segment ‚E-Commerce B2B‘ involviert. Das ist rund ein Drittel der Beschäftigten der deutschen Internetwirtschaft. Die Nachfrage im B2B-E-Commerce in Deutschland decken vor allem deutsche Unternehmen ab. Ausländische Plattformen haben nur einen geringen Marktanteil. Deutsche B2B-Online-Shops sind auch international aktiv und erfolgreich, insbesondere innerhalb der EU.

E-Commerce im B2C-Umfeld

Der Kernbereich des Segments E-Commerce mit Privatkunden und Konsumenten (B2C) ist weiter auf dem Vormarsch. Bis 2019 erwartet Arthur D. Little ein durchschnittliches jährliches Wachstum von zwölf Prozent. Getrieben ist dieses Plus von der zunehmenden Online-Affinität der Verbraucher. Mehr als die Hälfte der Deutschen kauft bereits regelmäßig bei Online-Händlern ein.

„Trends wie Personalisierung der Shops, etwa bei Kauf-Empfehlungen, und die voranschreitende Nutzung von künstlicher Intelligenz werden das Online-Shopping-Erlebnis weiter erleichtern“, so Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little.

Schon heute ist Deutschland gemessen am Online-Umsatz die „Nummer 1“ in Europa. Im Jahr 2014 wurden bereits 15 Prozent des Handelsumsatzes im E-Commerce erwirtschaftet. Dieser Anteil wird in den kommenden Jahren steigen. 40 Prozent der deutschen B2C-Nachfrage wird durch Global Scale Player wie Amazon, eBay und Expedia abgedeckt. Darüber hinaus gibt es deutsche Unternehmen, angeführt von Otto Group, Zalando oder Unister, welche nicht nur die deutsche Nachfrage abdecken, sondern auch exportorientiert sind. Aufgrund des erleichterten Marktzugangs wird der Wettbewerb weiter zunehmen.

Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann weist darauf hin, dass nicht nur den Kernbereich der „echten“ Onlinehändler zu betrachten ist. B2C sei mehrdimensional: „Einige Online-Marktsegmente erscheinen fast schon gesättigt – ein neuer ‚hybrider Handel‘ wird in den nächsten Jahren entstehen. Auch der stationäre Handel geht immer mehr in Richtung B2C und kann künftig beim Kunden mit neuen digitalen Services für Beratung, Kauf und Lieferung punkten. Der aufgeklärte Verbraucher wird sich vor dem Kauf beratungsintensiver Produkte fast immer online informieren. Die Eigenschaften mehrere Angebote werden verglichen. Der in den nächsten Jahren erfolgreiche stationäre – dann „hybride“ – Handel wird das Internet nicht als Gegner betrachten, sondern als große Chance.“

Portale und Marketplaces

Während beitragspflichtige reine Kontaktportale (zum Beispiel Online-Dating-Börsen und Business Networks) mit fünf Prozent jährlich ein eher moderates Wachstum aufweisen, können Verkaufs- und Handels-orientierte Marketplaces wie etwa Immobilien- und Automobil-Plattformen neun Prozent Umsatzwachstum jährlich verbuchen, so die Prognosen. Zusammengenommen wird dieses Segment laut Eco und Arthur D- Little bis 2019 um acht Prozent jährlich wachsen.

Im Segment Portals und Classified Marketplaces gewinnen der Studie zufolge erfolgsabhängige Zahlungsmodelle an Bedeutung. Das Segment kann mit einer hohen Profitabilität aufwarten, wobei die genaue EBITDA-Marge sehr stark vom Geschäftsmodell der Nischenmärkte abhängt, erklärt Eco.

„Während zum Beispiel Dating- und Job-Plattformen eine eher geringe EBITDA-Marge aufweisen (15 bis 20 Prozent), haben Business Networks und etablierte Auto- und Immobilienmarktplätze eine weitaus höhere Profitabilität (25 bis 45 Prozent) bei steigender Tendenz“, erläutert Riegel.

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