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Pure Storage ObjectEngine und DirectFlash

Cloud-native Backup-Lösung vom Flash-Spezialisten

| Autor: Klaus Länger

Die Backup-Lösung ObjectEngine ist eine Plattform aus zwei Produkten: Der Appliance ObjectEngine//A für das Rechenzentrum der Kunden und ObjectEngine//Cloud als Lösung auf AWS.
Die Backup-Lösung ObjectEngine ist eine Plattform aus zwei Produkten: Der Appliance ObjectEngine//A für das Rechenzentrum der Kunden und ObjectEngine//Cloud als Lösung auf AWS. (Bild: Sikov - stock.adobe.com, Pure Storage)

Mit Object-Engine bringt Pure Storage eine Backup-Lösung auf den Markt, die auf einem „Flash-to-Flash-to-Cloud“-Ansatz basiert und die Resore-Zeit drastisch minimieren soll. Sie kommt zunächst als Appliance und später als Cloud-Applikation auf AWS. Zusätzlich bringt der Hersteller eine NVMe-oF-Unterstützung für seine Flash-Array-X-Produkte.

Im November 2018 kündigte Pure Storage erste Cloud Data Services und den Beta-Test der Cloud-nativen Deduplizierungstechnologie Stor-Reduce an, den der Flash-Spezialist mit der gleichnamigen Firma übernommen hatte. Nun kommt Stor-Reduce unter dem Namen Pure Storage Object-Engine auf den Markt. Die Cloud-native Object-Engine-Plattform soll durch eine sehr effiziente Deduplizierungstechnologie die Nutzung von Flash-Speicher als Backup-Ziel rentabel machen und damit gleichzeitig eine deutlich höhere Wiederherstellungsleistung liefern, als traditionelle Backup-Verfahren mit HDDs als Speichermedium. Zusätzlich will Pure Storage mit Object-Engine auch das Tape als zweiter Sicherungsschicht durch die Cloud ersetzen: Aus „Disk-to-Disk-to-Tape“ soll „Flash-to-Flash-to-Cloud“ werden. Den Vorteil der Cloud gegenüber Bandspeichern sieht Pure Storage im einfacheren Zugriff auf die Daten, etwa für Analysen. Gleichzeitig soll Object-Engine die Backup-Landschaft der Unternehmen homogenisieren. Bisher werden für die Sicherung unterschiedlicher Anwendungen oft komplett unterschiedliche Backup-Infrastrukturen verwendet. Mit Object-Engine können Unternehmen ihre gewohnte Backup-Software von Anbietern wie Veritas, Veeam und Commvault weiter nutzen. Diese sichert die Daten zukünftig über die S3-Schnittstelle auf die Object-Engine, die das Deduplizieren der Daten übernimmt. Über die S3-Schnittstelle wiederum werden die Daten auf einen Objektspeicher wie Flashblade von Pure Storage gesichert und in einem zweiten Schritt auf Cloudspeicher bei AWS kopiert. Die Daten werden dort redundant gespeichert. Unabhängig vom Speicherort sind alle Daten über einen globalen Namensraum zugänglich.

Object-Engine nutzt den Objektspeicher für die deduplizierten und komprimierten Nutzdaten, für die eigenen Systemdaten und für Index-Snapshots, die eine schnelle Wiederherstellung erlauben. Für die Verschlüsselung der Daten vor dem Speichern im Object-Store werden verschiedene Verfahren unterstützt.

Appliance und Cloud-Applikation

Die erste Komponente der Plattform bringt Pure Storage aber im März in Form der Appliance Object-Engine A270 auf den Markt. Sie soll mit leistungsfähiger Hardware ausgestattet sein und so eine Backup-Leistung von 25 TB pro Stunde liefern. Für die Wiederherstellung von Daten gibt der Hersteller 15 TB pro Stunde an. Damit soll die Object-Engine A270 zehn Mal so schnell sein, wie herkömmliche Backup-Appliances. Hier dient Flashblade mit einem Petabyte nutzbarerer Kapazität als Objektspeicher.

Ein Rack mit einem Cluster aus acht Appliances und Flashblades mit zwei Petabyte Kapazität soll 100 TB pro Stunde sichern und 60 TB pro Stunde beim Restore erreichen. Die Deduplizierung soll zudem den Speicher- und Bandbreitenbedarf laut Hersteller um 97 Prozent reduzieren und damit Object-Engine zu einem kosteneffizienten Ersatz für Disk und Tape machen.

Im zweiten Halbjahr 2019 folgt mit Object-Engine Cloud die zweite Komponente der Plattform. Hier läuft die Object-Engine als skalierbare Applikation auf AWS, die sowohl Daten aus einem Rechenzentrum des Kunden, als auch Cloud-Applikationen sichern soll. Object-Engine Cloud läuft auf Amazon EC2. Die Abrechnung soll auf Basis der verarbeiteten Datenmenge erfolgen. Den Objektspeicher für die Daten bucht der Kunde direkt bei AWS. Pure Storage verspricht für Object-Engine Cloud eine fast lineare Skalierbarkeit auf mehr als 100 TB pro Stunde bei der Sicherungsgeschwindigkeit und mehr als 100 Petabyte Datenvolumen für die Backups.

Der Verkauf von Object-Engine als Appliance oder als Evergreen-Storage-Service in der Cloud soll ausschließlich über den Channel erfolgen. Dazu erklärt Matthieu Brignone, Head of EMEA Channel and Alliances bei Pure Storage: „Wir wissen, dass moderne Unternehmen ihre Daten als Vermögenswert und nicht als Last behandeln wollen. Herkömmliche, heute noch gebräuchliche Modelle der Datensicherung erschweren jedoch die Analyse von Daten. Die Vermeidung derartiger Hindernisse ist für geschäftskritische Anwendungen daher ein Muss. Mit Object-Engine geben wir ihnen ein modernes Datensicherungsmodell an die Hand, das für die Cloud-Ära konzipiert ist. Dieses ermöglicht einen „Flash-to-Flash-to-Cloud"-Ansatz, ein Datenschutzmodell, das bereits jetzt funktioniert und ebenso zukunftssicher ist.“

Matthieu Brignone ist Head of EMEA Channel and Alliances bei Pure Storage.
Matthieu Brignone ist Head of EMEA Channel and Alliances bei Pure Storage. (Bild: Pure Storage)

Schnellere Schnittstelle für All-Flash-Arrays

Während Object-Engine für Kunden und Partner von Pure Storage ein neues Produkt darstellt, kommt die Unterstützung von Direct-Flash-Fabric für alle Kunden, die Flash-Array-X-Produkte automatisch als Evergreen-Update mit der Purity-Software Version 5.2. Mit Direct-Flash-Fabric unterstützen die All-Flash-Arrays NVMe over Fabrics in einem ersten Schritt mit RDMA over Converged Ethernet (RoCE). Damit will Pure Storage Kunden erreichen, die für ihre Anwendungen bisher Direct-Attached-Storage-Lösungen eingesetzt haben. Mit NVMe-oF RoCE will der Hersteller eine höhere Zahl von IOPS bei einer ähnlichen Latenz wie bei DAS erreichen und so die Performance von Anwendungen wie der Kombination aus Red Hat Enterprise Linux und Cloud-nativen, webbasierten Anwendungen wie Mongo DB, Cassandra und Maria DB verbessern. Flash-Array X unterstützt End-to-End NVMe an 25-G- und 50-G-Ethernet-Ports. Auf der Server-Seite will Pure Storage NVMe-oF-fähige NICs von Broadcom, Cisco, Marvell und Mellanox unterstützen. Zudem wird NVMe-oF auch für die Anbindung von Direct-Flash-Shelfs zur Kapazitätserweiterung der Arrays genutzt. Als nächster Schritte soll die Integration von NVMe-oF über Fibre-Channel-Fabric für Enterprise-Anwendungen und schließlich NVMe over TCP Fabric erfolgen.

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