Netzwerk-Sicherheit für KI-Nutzung Check Point integriert KI-Schutz in bestehende Firewalls

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Check Point erweitert seine Firewall Software Release R82.20 um eine AI Network Firewall. Sie soll KI-Nutzung, MCP-Kommunikation und Prompt-Injektionen direkt an bestehenden Kontrollpunkten erkennen und steuern.

Die AI Network Firewall von Check Point soll als Erweiterung der bereits in Unternehmen eingesetzten Check-Point-Firewalls Prompts, Aktionen autonomer Agenten und sensible geschäftliche Zusammenhänge erkennen und absichern.(Bild:  Check Point)
Die AI Network Firewall von Check Point soll als Erweiterung der bereits in Unternehmen eingesetzten Check-Point-Firewalls Prompts, Aktionen autonomer Agenten und sensible geschäftliche Zusammenhänge erkennen und absichern.
(Bild: Check Point)

87 bis 93 Prozent der Unternehmen erleben laut Check Point Research jeden Monat mindestens eine risikoreiche Interaktion mit generativer KI. Gleichzeitig enthält inzwischen eine von 25 Interaktionen sensible Unternehmens-, Personen- oder regulierte Daten. Die Zahlen stammen aus dem AI Security Report 2026 von Check Point.

Der Cybersecurity-Anbieter Check Point Software Technologies reagiert darauf mit einer AI Network Firewall als Bestandteil der Firewall Software Release R82.20. Die Lösung soll Prompts, Aktionen autonomer Agenten und Interaktionen mit Large Language Models (LLM) erkennen. Sie wird über die AI Defense Plane des Herstellers bereitgestellt und soll keine zusätzliche Infrastruktur oder Neugestaltung der bestehenden Architektur erfordern.

„Im Netzwerk laufen bereits alle Eingabeaufforderungen, Modellaufrufe und Interaktionen mit Agenten zusammen, doch herkömmliche Firewalls wurden nie dafür entwickelt, diese Aktivitäten zu erkennen oder zu steuern“, erläutert Nataly Kremer, Chief Product Officer bei Check Point.

Drei Kontrollbereiche für Unternehmen

Die AI Network Firewall richtet sich an Unternehmen, die bereits physische oder virtuelle Check-Point-Firewalls einsetzen. Der Hersteller nennt drei zentrale Einsatzbereiche.

  • KI-Nutzung durch Mitarbeiter: Sicherheitsteams sollen genehmigte und nicht autorisierte KI-Anwendungen, Agenten und Tools erkennen. Richtlinien können den Zugriff auf freigegebene Dienste regeln und verhindern, dass sensible Daten das Netzwerk verlassen.
  • Model Context Protocol (MCP): Die Firewall soll MCP-Kommunikation sichtbar machen. Dazu gehören verwendete Server und Tools. Richtlinien können den Zugriff auf einzelne Interaktionen beschränken.
  • KI-Anwendungen und LLM: Bösartige Prompts und Prompt-Injections sollen inline blockiert werden, bevor sie ein Sprachmodell erreichen. Änderungen an den geschützten Anwendungen seien dafür nicht erforderlich.

Die Lösung lässt sich laut Check Point über Zweigstellen, Rechenzentren, Cloud- und Multicloud-Umgebungen hinweg einsetzen. Für bestehende Kunden soll die Firewall damit zu einem zusätzlichen Kontrollpunkt für KI-Aktivitäten werden.

AI Defense Plane bündelt weitere Schutzfunktionen

Die AI Network Firewall ist Teil der AI Defense Plane. Check Point beschreibt sie als zentrale Steuerungsebene für KI-Sicherheit in Netzwerken, auf Endgeräten, in Clouds, Anwendungen und APIs.

Zum Funktionsumfang gehören laut Hersteller:

  • Erkennung, Steuerung und Schutz von KI im Web, auf Desktops, in Programmierassistenten und bei KI-Agenten
  • Kontrolle lokaler und cloudbasierter SaaS-KI-Agenten
  • Laufzeitschutz für KI-Anwendungen
  • Risikoerkennung für selbst entwickelte und bereitgestellte KI
  • Schutz von KI-Anwendungen und deren Schnittstellen

Weitere Durchsetzungspunkte umfassen eine API für selbstverwaltete Anwendungen, Mitarbeiter-Endpunkte, eine containerisierte Firewall für KI-Rechenzentren und eine Web Application Firewall. Damit soll eine einheitliche KI-Sicherheitsarchitektur für öffentliche und private Clouds, Remote-Nutzer, Zweigstellen und Rechenzentren entstehen.

Zentrale Verwaltung wird ausgeweitet

Check Point verbindet die neue Firewall-Funktion mit seinem agentenbasierten Management. Das zentrale Richtlinienmanagement soll auch Check Point SASE und SD-WAN einbeziehen. Zusätzlich nennt der Hersteller Integrationen in IT- und OT-Umgebungen sowie in Mikrosegmentierungswerkzeuge wie Illumio.

Eine Konsole soll dabei On-Premises- und Cloud-Firewalls, AWS-native Firewalls, SD-WAN und SASE verwalten. Einheitliche Richtlinien und ein gemeinsamer Prüfpfad sollen die Administration vereinfachen. Offene Integrationen sollen Firewall-Regeln bei Änderungen der Umgebung automatisch aktualisieren.

Der Ansatz adressiert ein praktisches Problem. Unternehmen setzen zunehmend einzelne KI-Sicherheitsprodukte neben ihre bestehende Infrastruktur. Das kann die Zahl isolierter Tools und unverbundener Agenten weiter erhöhen. Pete Finalle, Research Manager für Trusted Access und Netzwerksicherheit bei IDC, sieht deshalb Vorteile in der Integration direkt an bestehenden Kontrollpunkten: „Die native Integration von KI-Sicherheit in bestehende Kontrollpunkte ist zwar selten, führt jedoch zu Verbesserungen hinsichtlich Transparenz, Effektivität der Telemetrie, Sicherheitslage und einfacher Verwaltung.“

Die AI Network Firewall von Check Point ist ab sofort verfügbar.

(ID:50915043)

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung