Anbieter zum Thema
ITB: Im Januar 2006 startete die Produktion der Photo Kiosk Terminals »bluechip photoKIOSK« für den Sofortdruck von digitalen Bildern. Wie hat sich dieses Geschäft entwickelt?
Wolf: Ab- und Umsätze der Photo Kiosk Terminals können leider nicht mit der positiven Entwicklung des Gesamtgeschäfts mithalten. Während wir 2006/2007 rund 300 Terminals gefertigt haben, waren es im aktuellen Geschäftsjahr 120 und damit bedeutend weniger als erwartet. Durch hohe Entwicklungskosten und große Fertigungstiefe deckt das Geschäft mit den Terminals nur mühsam den Aufwand. Dennoch werden wir und unsere Vertriebspartner auch künftig in Vorbereitung befindliche und laufende Projekte betreuen. Die Akquise-Tätigkeit wollen wir allerdings reduzieren.
ITB: Was sind die Gründe für die aus Ihrer Sicht unbefriedigende Nachfrage?
Wolf: Viele Kunden bevorzugen kleine, kompakte Auftisch-Lösungen, wie beispielsweise die von uns konzipierte, entwickelte und in Serie gefertigte All-in-One-PC-Lösung Agfa Image Box mit Touchscreen, die von der Firma Foto & Minilabsysteme Saal vertrieben wird. Für das Terminal dagegen sind unter anderem zwei Discounter abgesprungen, weil sie den mit den Geräten angepeilten Jahresumsatz nach Quadratmetern, den das Terminal in den Filiale belegen würde, berechnen. Einer der potenziellen Kunden berechnete mindestens 9.000 Euro Umsatz pro Quadratmeter: Bei 20 Cent pro Bild hätten die Kunden 45.000 Fotos ausdrucken müssen, was dem Discounter vom Einsatz in seinen Geschäften abgehalten hat.
ITB: Sie fertigen PCs, Notebooks und Server im Auftrag Dritter im Corporate Design der jeweiligen Firmen und konnten vor kurzem einen bekannten Elektronikversender dafür als Geschäftspartner gewinnen?
Wolf: Das stimmt, vor rund sechs Monaten sind wir mit Conrad Electronic ins Gespräch gekommen. Im kommenden Geschäftsjahr werden wir für den Multichannel-Elektronikhändler voraussichtlich 40.000 Rechner unter dem Label IP-Star produzieren. Dank dieser Zusammenarbeit können wir unsere auf eine Kapazität von zirka 210.000 Rechnern jährlich ausgelegten Fertigungsanlagen besser auslasten. Derzeit produzieren wir insgesamt zirka 100.000 Rechner jährlich. Die Kooperation mit Conrad Electronic ergab sich, weil der vorherige Lieferant die Zusammenarbeit mit Conrad wegen Geschäftsaufgabe eingestellt hat.
ITB: Bedeutet dieser Schritt, dass Sie Ihr Engagement im Consumer-Umfeld verstärken?
Wolf: Keineswegs, die Anzahl der privaten Nutzer unserer Produkte liegt nach den uns vorliegenden Informationen derzeit bei unter zehn Prozent und wird voraussichtlich weiter absinken. Nur wenige unserer Handelspartner agieren über das klassische Ladengeschäft. Dank der Kooperation mit Conrad, für die wir das Product-Sourcing nach deren Vorstellungen machen, können wir in erster Linie unseren Produktionsbereich stärker auslasten. Unser Schwerpunkt ist jedoch das Eigenmarken-Geschäft und die Distribution von Waren an Reseller, die Geschäftskunden betreuen.
(ID:2012693)