Umsatzsteigerung im Blick

Augmented Reality wichtig für den Einzelhandel

| Autor: Sarah Gandorfer

Wer Augmented Reality einmal genutzt hat, würde es meist auch wieder tun.
Wer Augmented Reality einmal genutzt hat, würde es meist auch wieder tun. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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Wie kann der stationäre Handel der Abwanderung zum Online-Handel mit Hilfe von Augmented Reality entgegenwirken? Dieser Frage gehen die Marktforscher von Splendid Research nach.

Der stationäre Einzelhandel muss sich gegen den Wettbewerb aus dem Internet zur Wehr setzen. Eine Möglichkeit, sich für Kunden attraktiv zu machen, ist der Einsatz von Augmented Reality (AR). Dabei sind meist keine kostspieligen Technologien notwendig, da der Kunde sein Smartphone direkt mit an den Point of Sale bringt und somit das notwendige Equipment bereits dabei hat. Die Realitätswahrnehmung wird bei der AR durch computergestützte Informationen erweitert. Im Einzelhandel können das beispielsweise das Anzeigen von Produktinformationen, Angebote, Produktempfehlungen oder die Navigation durch das Geschäft sein. Eine spezielle Form der Augmented Reality ist der AR-Spiegel, durch den sich der Kunde selbst sehen und Schmuck oder Kleidung testen kann.

Wie eine Studie von Splendid unter 1.008 Deutschen im Alter von 18 bis 69 Jahren herausfand, sind 88,8 Prozent der Befragten, welche AR bereits einmal genutzt haben, bereit, dies wieder zu tun. Auch das Interesse von jenen, die noch nie in Berührung mit AR gekommen sind, ist relativ hoch und liegt immerhin bei 47,7 Prozent. „Die Zahlen sprechen für eine hohe Weiternutzungsrate von AR“, bilanziert Studienleiterin Julia Charlotte Bungeroth.

Pro und Contra Augmented Reality

Einen Pluspunkt sehen die Verbraucher in der „Unterstützung im Alltag“ und begründen die Nutzung mit einem hohen „Interesse an Technik“. Doch auch die Gründe, die laut der Kunden gegen eine Nutzung sprechen, geben Aufschluss über mögliche Handlungswege: Die Ablehner bevorzugen eine persönliche Beratung und sehen keinen Mehrwert in der Nutzung von AR. „Marketingmaßnahmen, die dem Kunden die Verwendung von AR näher bringen, könnten Abhilfe schaffen“, so Bungeroth.

Viele Kunden sind bereit, Augmented Reality zu nutzen.
Viele Kunden sind bereit, Augmented Reality zu nutzen. (Bild: splendid-research.com)

Derzeit gibt es noch einiges zu tun im Bereich der Augmented Reality: Da steht zunächst einmal die Frage nach einer entsprechenden App im Vordergrund. Denn die User geben mit 77,2 Prozent an, eine universelle App für alle Geschäfte einer App für jedes einzelne Geschäft vorzuziehen. So hat der Kunde alles auf einer Anwendung und muss sich lediglich eine Applikation herunterladen. Das vereinfacht den Gesamtprozess enorm und erhöht die Bereitschaft, AR auch tatsächlich zu nutzen.

Vier von fünf Kunden erhoffen sich durch die Nutzung von AR reine Produktinformationen. Von jenen möchten 94,6 Prozent den Produktpreis sehen, 69,2 Prozent möchten über die Verwendung des Produkts informiert werden und knapp sechzig Prozent wünschen sich Informationen zu Material sowie zu Inhaltsstoffen der Produkte. Immer noch knapp dreißig Prozent haben Interesse an Produktempfehlungen. „Hier herrscht ein hohes Cross-Selling-Potenzial, das der Einzelhandel sich zu Nutze machen kann und sollte“, schlussfolgert Bungeroth.

Umsatzsteigerung möglich

Befragt danach, welche Branche sich besonders für AR eignen, fanden 55,3 Prozent, dass sie sich AR im Lebensmittel-Einzelhandel vorstellen können. Hier könnten ganze 5,44 Milliarden Euro Netto-Umsatz pro Jahr mehr erwirtschaftet werden unter der Prämisse, dass dem Nutzer durch AR ein verbessertes Einkaufserlebnis geboten wird.

Fast ebenso viele potenzielle User existieren für Bekleidungsgeschäfte, die mit 53,8 Prozent Platz zwei belegen. „Einzelhändler, die Augmented Reality nutzen, sind derzeit noch Pioniere auf dem Gebiet und können durch die Neuartigkeit der Technik auch andere Zielgruppen anlocken. Geeignete AR-Funktionen können dazu beitragen, den Umsatz zu steigern und den Einzelhandel zu stärken“, glaubt Bungeroth. Allerdings habe der Einzelhandel selbst dabei die Aufgabe, einen echten Mehrwert generieren und eine möglichst nutzerfreundliche Anwendung sicherzustellen.

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