Suchen

Nfon kauft Onwerk Auf dem Weg zur europäischen Nummer eins in der Cloud-Telefonie

Autor: Ann-Marie Struck

Zuerst der Börsengang, dann die Akquisition der Deutschen Telefon Standard (DTS) und im Anschluss der Launch des neuen Kernprodukts Cloudya sowie Lösungen wie Nvoice for MS Teams und NCTI Pro. In den letzten Jahren ging es bei Nfon steil nach oben und auch 2020 startet das Telefonie-Unternehmen mit dem Aufkauf von Kompetenzen durch Onwerk.

Firmen zum Thema

Aus zwei mach eins, nicht bei Nfon und DTS.
Aus zwei mach eins, nicht bei Nfon und DTS.
(Bild: © Андрей Яланский - stock.adobe.com)

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!“ – nicht immer ist dieses Sprichwort das Maß der Dinge. Und für Unternehmen ist eine funktionierende Kommunikation alles. Der paneuropäische Cloud-PBX-Anbieter Nfon hat sich nicht nur auf die Tools für die Pflege der Gesprächskultur spezialisiert, sondern möchte im Bereich Cloud-Telefonie in Europa an der Spitze stehen. Und dazu passt es, dass das Unternehmen gleich zu Jahresbeginn, sich Fachkräfte mit der Übernahme von Onwerk eingekauft hat. Die 2001 gegründete Softwareagentur aus Mannheim wurde samt seiner acht Entwickler und Softwarearchitekten akquiriert.

Über einen Asset Deal, der zum 1. April 2020 rechtswirksam wird, baut Nfon damit die eigenen Forschungs- und Entwicklungs-Kapazitäten mit einem Full-Stack Entwicklungsteam in den Bereichen Mobile, Web-Front und -Backend sowie Client/Server weiter aus. Die beiden Gründer und bisherigen Geschäftsführer von Onwerk, Marc Brauel und Jens Doose, wechseln zu Nfon und werden die Weiterentwicklung des Produktportfolios vorantreiben.

Wie aktiv der Telefonie-Anbieter sein eigenes Wachstum vorantreibt, stellte er auch im vergangenen Jahr unter Beweis, denn Anfang 2019 hat Nfon für 17 Millionen Euro den Cloud-, DSL- und SIP-Trunk-Spezialisten Deutsche Telefon Standard (DTS) aufgekauft. Mit der Übernahme hat sich nicht nur die Kundenbasis um mehr als 35.000 SIP-Trunk Channels und mehr als 50.000 Nebenstellen vergrößert, hinzu kam auch die Anzahl der Partner, die sich auf über 2.000 innerhalb der Nfon-Gruppe vergrößert hat. Die Herausforderung für den Cloud-PBX-Anbieter bestand darin, die beiden Welten zusammenzubringen.

Gut ein Jahr nach der Akquisition blickt César Flores Rodríguez, CSO bei Nfon, zurück und zieht ein positives Fazit: „Wir haben die Integration der DTS gut vorgeplant und versucht alles vorab zu kommunizieren. Ziel für uns war es, alle Partner mitzunehmen.“

Entscheidend sei dabei vor allem die interne Kommunikation mit den Mitarbeitern und zwischen den beiden Firmenhauptsitzen in München und Mainz gewesen. „Uns war es wichtig, dass kein Partner auf der Strecke bleibt und das gelingt nur durch Verlässlichkeit“, so Thomas Muschalla, Vice President Sales Deutschland bei Nfon und Teil der Doppelspitze der DTS. Und allem Anschein nach ist dies auch gelungen, obwohl beide Unternehmen innerhalb der Nfon-Gruppe kaum eine Partnerüberschneidung hatten. Denn das Nfon-Portfolio versteht sich eher als Premium- und das der DTS als Mid-Market-Angebot.

Eben darin lag auch der Mehrwert für den Produkt-Vertrieb der beiden Unternehmen: Nfon-Partner können ihren Kunden ab sofort den SIP-Trunk des Spezialisten für DSL- und SIP-Trunk-Lösungen anbieten. Und auch die Partner von DTS haben nun die Möglichkeit ihren Kunden das Nfon-Portfolio anzubieten, darunter auch das Kernprodukt Cloudya. Um beiden Partnerlandschaften den Einstieg in die jeweilige Produktwelt zu erleichtern, wurde bereits im Sommer 2019 eine Schulungsinitiative ins Leben gerufen und im darauf folgenden Herbst gab es das erste gemeinsame Partnertreffen. Auch in diesem Jahr soll es weitere Schulungen sowie Partnerevents für die Fachhändler beider Unternehmen geben. In ferner Zukunft ist auch eine gemeinsame Partner-Plattform geplant.

Muschalla war bei der Übernahme besonders wichtig „nicht alles von oben“ zu steuern, vielmehr stand die Zusammenarbeit im Fokus. Da beide Marken für ihre eigene Qualität stehen, wird die DTS als solche auch weiterhin bestehen bleiben.

(ID:46324791)

Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin