Highlights zur Channeltrends & Visions 2011: Einzel-Limits werden addiert Also und Actebis bündeln Kreditlinien der Reseller und packen Pläne aus

Redakteur: Regina Böckle

Im Zuge der Fusion haben Actebis Peacock und Also die Einzel-Limits der jeweiligen Vertriebspartner zu einer Gesamtlinie addiert – ohne Abstriche. Auf der Händlermesse in Bochum stellte das Unternehmen die weiteren Fusionsschritte vor. Mehr als 4.300 Besucher waren vor Ort.

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Allerlei seltsame Gestalten, wie hier die weißen Männer am Stand von Also-Actebis, buhlen um die Aufmerksamkeit der Besucher der Channeltrends+Visions 2011 von Also-Actebis.
Allerlei seltsame Gestalten, wie hier die weißen Männer am Stand von Also-Actebis, buhlen um die Aufmerksamkeit der Besucher der Channeltrends+Visions 2011 von Also-Actebis.
( Archiv: Vogel Business Media )

Pünktlich zum Start der Hausmesse Channeltrends & Visions 2011 stellten die beiden fusionierten Distributoren Also und Actebis Peacock die neue Kreditlinien-Regelung vor: Die Linien, die die Fachhandelspartner bei den beiden Distributoren nutzen konnten, werden zu 100 Prozent addiert zu einer Gesamtlinie. In dieser Weise war Actebis schon bei der Integration der TK-Tochter NT plus im vergangenen Jahr verfahren.

Die neue Regelung sei Anfang April in Kraft getreten, wie die Unternehmen am Rande der Hausmesse Channeltrends & Visions erklärten, die am Freitag in der Bochumer Jahrhunderthalle stattfand.

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Stefan Wisst, Leiter Finanzen und Kundenservice bei Actebis Peacock, betont, dass man sich in Soest und Straubing im Rahmen der Einführung eines neuen Kontosystems bewusst für eine Lösung entschieden habe, die keinerlei Nachteile für Fachhandelspartner mit sich bringt. „Im Gegenteil“, so Wisst, „mit der Kumulierung der bestehenden Kreditlinien bei Also und Actebis Peacock entsteht eine Gesamtsumme, die flexibel in Anspruch genommen werden kann.“

Bisher konnte ein Fachhandelspartner mit Kreditlinien bei beiden Distributoren nur die jeweiligen Limits einzeln in ihrer jeweiligen Höhe nutzen. War eine Linie erschöpft, konnte die andere nicht in Anspruch genommen werden. Mit der neuen Regelung wird der Partner nunmehr die kumulierte Summe beider Kreditlinien nutzen und diese nach seinen Bedürfnissen einsetzen können.

Reorganisation noch in Arbeit

Das Management und die Struktur der Business Units der neuen Also-Actebis stand zwar bereits wenige Wochen nach der Fusion fest (siehe Beitrag: „Fusionierte Also-Actebis stellt sich in Deutschland neu auf“). Doch mit Blick auf die Verteilung der Posten steht noch eine Menge Arbeit an, insbesondere bei jenen Bereichen, die beide Unternehmen parallel bedient haben: allen voran das HP- und IBM-Geschäft, zumal es hier auch Überschneidungen bei den Kunden gibt.

Aus Sicht von Also-Actebis-Chef Michael Dressen sei die Zuordnung der gemeinsamen Kunden allerdings kein großes Problem, da bei den meisten Partnern klar erkennbar sei, bei welchem der beiden Distributor sie jeweils den Großteil der Ware bezogen haben. „Sowohl die Kunden als auch unsere Hersteller haben sehr gelassen auf die Fusion reagiert“, so Dressen.

„Keine Lager-Bildung“

Insgesamt komme man bei den Fusions-Arbeiten sehr gut voran. „Die Kulturen sind einander sehr ähnlich und es hat sich auch ganz klar gezeigt, dass es keine „Lagerbildung“ zwischen ehemaligen Also- und ehemaligen Actebis-Mitarbeitern gibt. Das ein großer Vorteil, der auch entscheidend zur Gelassenheit bei unseren Kunden und Lieferanten beiträgt“, so Dressen.

Erstmals äußerte sich auch Prof. Gustavo Möller-Hergt, der neue COO/CIO der Also-Actebis Holding und Generalbevollmächtigter der Droege-Gruppe, einer der beiden Hauptaktionäre, gegenüber der Presse zu den Zielen des Unternehmens: „Die Fusion soll die Profitabilität des Unternehmens steigern, neue Synergie-Effekte erbringen und auf dieser Basis das Wachstumsprogramm umgesetzt werden“. Mit Blick auf das Kundenpotenzial gelte: „eins plus eins ist zwei“. Möller-Hergt spielte damit auf frühere Großfusionen in der Distribution an. Dort waren zum Teil erhebliche Kundengruppen zu Wettbewerbern abgewandert, so dass im Nachhinein die Gleichung „1+1=1,8“ aufgemacht wurde. Er ist sich aber sicher, dass man die Kunden von Also und Actebis vollständig an Bord behalten werde.

Händlerbeiräte

Festhalten will man auch an der Einrichtung der Händlerbeiräte und an der Systemhauskooperation Actebis Network, die sich am Vortag der Messe ebenfalls trafen. Drei der Actebis-NTplus-Beiräte waren bereits auch Kunden von Also, so dass auch Also-Partner schon mit im Gremium vertreten sind.

Drei Wachtums-Motoren

Mehr Services, mehr Value-Leistungen und mehr Volumengeschäft – das sind die drei Motoren, die Also-Actebis organisches Wachstum bescheren sollen. Geplant ist, das Service-Angebot sowohl für Fachhandelspartner als auch für Hersteller auszudehnen. Dienstleistungen für Dritte, wie sie Also in der Schweiz bereits als Fulfillment-Dienstleister für Swisscom und Credit Suisse erbringt, sollen auch in allen anderen elf Ländern, in denen die Also-Actebis-Gruppe heute aktiv ist, ausgerollt werden.

Für Fachhandelspartner wird in Kürze ein Tool zum Lizenzmanagement zur Verfügung stehen und es sollen auch vorkonfigurierte, mit Software betankte Systeme abrufbar sein.

Die thematischen Schwerpunkte des Unternehmens spiegelte sich auf der Messe wider: Unified Communication und Collaboration, Smarthome und Smartoffice, Audio/Video und Mobilfunklösungen für Behörden (Seamcom) als Schwerpunkte von NT plus.

Managed Printing und Education-Lösungen sollen ebenfalls gepusht werden, wie auch das VAD-Geschäft, das sich mit allen Themen rund um das Rechenzentrum beschäftigt (Security, Server, Storage, Netzwerk).

Das Teleprofi-Konzept allerdings wurde inzwischen eingestampft, wie TK-Unit-Leiter Dr. Volker Flemming bekanntgab.

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