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Neue Geschäftsführer und viele Abgänge Also Actebis krempelt die Führungsstruktur komplett um

Autor: Michael Hase

Broadliner Also Actebis strafft das deutsche Management. Die mittlere Ebene der Bereichsleiter wird gestrichen und die Geschäftsführung von zwei auf vier Manager erweitert. Im Zuge dessen verlassen mehrere Führungskräfte das Unternehmen. Gustavo Möller-Hergt tritt als Deutschlandchef ab, um sich auf seine Rolle als CEO der Also-Actebis Holding zu konzentrieren.

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Die neue Also-Actebis-Geschäftsführung (v.l.n.r.): Matthias Lorz, Stefan Klinglmair, Reiner Schwitzki und Heino Deubner
Die neue Also-Actebis-Geschäftsführung (v.l.n.r.): Matthias Lorz, Stefan Klinglmair, Reiner Schwitzki und Heino Deubner
(Bild: Michael Hase)

Großes Stühlerücken bei Also Actebis: Die strategische Neuausrichtung des Distributors, der Anfang 2011 durch die Fusion von Also und Actebis entstanden ist, kulminiert jetzt in einem tiefgreifenden Umbau des deutschen Managements. Dabei schafft das Unternehmen die mittlere Managementebene ab und erweitert die Geschäftsführung von zwei auf vier Mitglieder. Als Konsequenz verlassen mehrere Führungskräfte die deutsche Landesgesellschaft, während andere neue Aufgaben erhalten.

Gustavo Möller-Hergt, COO des Also-Actebis-Konzerns
Gustavo Möller-Hergt, COO des Also-Actebis-Konzerns
(Bild: Also Actebis)

Prominentester Abgang ist Gustavo Möller-Hergt, der den Distributor seit Mitte 2011 in Deutschland geführt hat. Er konzentriert sich künftig auf seine Rolle als CEO der Also-Actebis Holding mit Sitz im schweizerischen Hergiswil. Der Topmanager übernahm diese Position erst Ende Juni, als der bisherige CEO Klaus Hellmich den Konzern verließ. Bis dahin war Möller-Hergt in Personalunion sowohl Deutschlandchef als auch Holding-Vorstand für das operative Geschäft (COO).

Konstante in der deutschen Geschäftsführung bleibt Reiner Schwitzki, zuständig für Finanzen, der Sprecher des neuen Gremiums wird. Daneben rücken drei weitere Also-Actebis-Manager an die Unternehmensspitze auf: Stefan Klinglmair, bislang Vice President Volume & Retail Distribution, Heino Deubner, bislang Geschäftsführer der Managed-Print-Services-GmbH, und Matthias Lorz, bislang Vice President Services.

„Konsequente MORE-Strategie“

Möller-Hergt begründet den Management-Umbau damit, dass sich Also Actebis „konsequent auf die Umsetzung des MORE-Programms konzentrieren“ wolle. Dieses Programm hat er noch als COO dem Unternehmen verordnet, um dessen Rentabilität zu steigern. Dazu soll sich der Distributor stärker auf profitable Produktkategorien konzentrieren, neue Geschäftsfelder entwickeln und zugleich die Kosten reduzieren. MORE steht für Maintain, Optimize, Reinvent und Enhance.

Die Herausforderungen, die sich bei der Umsetzung der Strategie stellen, seien jedoch „so komplex“, erläutert Möller-Hergt, „dass man dafür mehrere Manager braucht“. Aus diesem Grund werde die Geschäftsführung erweitert.

Im neuen Gremium zeichnet Klinglmair für das Transactional Business, das klassische Volumengeschäft, verantwortlich, Deubner für Solutions, das Value-Add-Geschäft, und Lorz für Services. Lediglich der frühere Also-Manager Klinglmair arbeitet seit der Fusion bei dem Broadliner. Deubner kam im Herbst 2011 durch die Übernahme des Systemhauses Druckerfachmann.de zu Also Actebis. Lorz wechselte im Februar dieses Jahres von der Bertelsmann-Dienstleistungssparte Arvato in die Distribution.

Leiter der Business Units erhalten mehr Verantwortung

Indem Also Actebis die mittlere Ebene der Geschäftsbereichsleiter abschafft, wertet das Unternehmen zugleich die Rolle der Business-Unit-Leiter auf, wie Möller-Hergt weiter ausführt. Denn sie berichten künftig direkt an die Geschäftsführung. „Die Leiter der Business Units bekommen mehr Verantwortung“, resümiert der CEO.

Für andere, zum Teil langjährige Actebis- beziehungsweise Also-Manager, bedeutet die neue Führungsstruktur allerdings, dass sie das Unternehmen verlassen müssen. Bei den Abgängen handelte es sich um Jochen Bless, Vice President SMB und Volume Commercial, Reinhold Egenter, Vice President Solutions, Oliver Kaiser, Vice President Marketing, und Guido Wirtz, Vice President Customer Consulting. Dass Marketing-Mann Kaiser geht, war bereits im Juli durchgesickert. Er tritt im Oktober eine leitende Position bei VMware an.

„Wir haben uns im Guten auseinandergesetzt“, berichtet Möller-Hergt. Bei den scheidenden Managern handele es sich durchweg um „exzellente, professionelle Leute“. Dass sie Also Actebis verlassen, habe allein „mit der Entwicklung des Unternehmens zu tun, das sich jetzt anders darstellt“.

Darüber hinaus geht Volker Flemming, Leiter der Business Unit Telecommunications, ehemals NTplus. Seinen Posten übernimmt Steffen Ebner, bislang Einkaufsleiter derselben Business Unit.

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