Change Monitoring gegen Kaskadeneffekte 3 Tipps für besseres Netzwerk-Monitoring

Autor / Redakteur: Jürgen Lorry / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Einzelne Ereignisse und Veränderungen in Firmennetzwerken können weitreichende Konsequenzen für die gesamte IT-Infrastruktur nach sich ziehen. Netzwerk-Teams sollten daher nicht nur Performance und Verfügbarkeit überwachen, sondern auch auf ein umfangreiches Change Monitoring setzen.

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Das Change Monitoring spielt in hochkomplexen, dynamischen Netzwerkumgebungen eine entscheidende Rolle.
Das Change Monitoring spielt in hochkomplexen, dynamischen Netzwerkumgebungen eine entscheidende Rolle.
(Bild: © – Anton Prado PHOTO – stock.adobe.com)

Mit zunehmender Digitalisierung wird es immer wichtiger, Unternehmensnetzwerke zu überwachen. Die folgenden drei Tipps helfen Unternehmen dabei, ihr Netzwerk-Monitoring zu verbessern und kritische Entwicklungen zu stoppen.

1. Veränderungen kontinuierlich überwachen

In heutigen hochkomplexen, dynamischen Netzwerkumgebungen, bestehend aus physischen und virtuellen Infrastrukturen, Cloud- und Legacy-Ressourcen, spielt das Change Monitoring eine entscheidende Rolle, um die Ausfallsicherheit der Netzwerke zu gewährleisten. Unternehmen sollten alle Veränderungen im Kontext der Netzwerkleistung erkennen und schnell bestimmen können, welche Auswirkungen sie haben. Wenn eine Änderung zum richtigen Zeitpunkt ordnungsgemäß durchgeführt wird und alle Konfigurationen den Richtlinien entsprechen, gibt es möglicherweise keine negativen Auswirkungen auf die Leistung.

Findet jedoch kein Change Monitoring statt, kann es zu einem Kaskadeneffekt mit erheblichem Schaden kommen. Zudem zeigen nicht alle Änderungen an einer Stelle des Netzwerks sofort ihre Auswirkungen, was die Erkennung weiter erschwert. Die Überwachung von Veränderungen kann Netzwerk-Teams dabei helfen, potenziellen Störungen oder Leistungsproblemen zuvorzukommen: Schnelle Erkennung ermöglicht ein schnelles Stoppen kritischer Entwicklungen.

2. Die richtigen Parameter tracken

Das Change Monitoring in Netzwerken sollte die drei folgenden Parameter auf allen angeschlossenen Netzwerkgeräten berücksichtigen:

  • jede Änderung des aktuellen Live-Betriebszustands,
  • jede Änderung der Konfiguration und der Starteinstellungen,
  • jede Änderung der Betriebssystemversion oder des Status.

Tritt ein Netzwerkproblem auf, lautet oft die erste Frage: Was hat sich verändert? Beispielsweise könnte es sich um eine Änderung des Live-Betriebszustands gehandelt haben. Das wäre im Wesentlichen eine Aktualisierung der Geräteeinstellung, wie das Öffnen oder Schließen eines Ports, um einen Dienst zu aktivieren. Zu diesen Änderungen könnten auch neu angeschlossene oder neu konfigurierte Geräte gehören, die möglicherweise nicht gepatcht oder nach den aktuellen Unternehmensstandards konfiguriert sind. Eine einfache Änderung in der Konfiguration kann unbeabsichtigte Folgen haben, wenn etwa ein Gerät schnell mit Anfragen überlastet wird.

Ein weiteres Beispiel für eine Änderung wäre das Aktivieren eines neuen Netzwerk-Switches, um einen ausgefallenen zu ersetzen. Solch eine Änderung muss überwacht werden, um sicherzustellen, dass der Ersatz-Switch die richtigen Betriebssystem- und Konfigurationseinstellungen hat. Wenn Aktualisierungen an Software-Images vorgenommen werden, die auf die Geräte geladen werden, müssen die Konfigurations-Bootdatei und jede Softwareversion mit den aktuellen Standards übereinstimmen. Jegliche Änderungen, die mit falschen Versionen vorgenommen werden, führen letztendlich zu einer Beeinträchtigung der Leistung oder des Betriebs. Und auch diese treten möglicherweise nicht sofort auf, was die Ermittlung der Ursache wiederum erschweren kann.

3. Proaktiv vorgehen

Das Monitoring von Fehlern, Verfügbarkeit und Leistung bleibt natürlich so wichtig wie eh und je; allerdings sollten Netzwerk-Teams auch auf die Überwachung von Veränderungen im Allgemeinen setzen. Die Teams sollten dabei alle nötigen Tools zur Verfügung haben, um alle Probleme zu beheben, die sie entdecken und bei denen keine Beteiligung der Netzwerktechnik notwendig ist. Dazu gehören beispielsweise Tools zur Netzwerkautomatisierung, um automatisch Updates auf Geräten auszuführen, die nicht auf dem aktuellen Stand sind.

Jürgen Lorry.
Jürgen Lorry.
(Bild: Micro Focus)

Die Netzwerk-Teams müssen die drei Dimensionen der Netzwerkgeräte auf Änderungen überwachen: den Live-Betriebszustand, die Konfiguration und den Status der Softwareversion (einschließlich des Betriebssystems). Dies trägt dazu bei, einen weiterhin optimalen Betriebszustand des Netzwerks, schnelle und effiziente Problemlösung und optimale Sicherheit zu gewährleisten. Je rascher Probleme im Netzwerk erkannt werden, desto schneller können Techniker sie beheben. Daher ist proaktive Überwachung weitaus effektiver, als nur reaktiv auf Performance-Probleme zu reagieren und dann der Ursache auf die Spur zu kommen.

Über den Autor

Jürgen Lorry ist Presales Manager IT Operations Management DACH von Micro Focus.

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