Channel Fokus: Netzwerke & Infrastruktur Zusammenspiel ist alles

Autor Ann-Marie Struck

Das Netzwerk ist die Basis von allem, sowohl privat als auch beruflich. Umso wichtiger ist ein reibungsloses Zusammenspiel aller am Netz beteiligten Komponenten und Geräte. Doch auch die Zusammenarbeit im Markt muss stimmen, um langfristige Erfolge zu erzielen.

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Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Das Firmennotebook, die Laptops der Kinder sowie alle Smartphones der Familie hängen plötzlich gleichzeitig im heimischen WLAN und das deutschlandweit. Die Netze mussten Corona-bedingt einiges aushalten. Leider gehören Verzögerungen des ­Internets zur Tagesordnung. Einer ­Umfrage im Auftrag von DE-CIX zufolge kämpft mehr als ein Drittel der Deutschen zu ­Hause mehrmals wöchentlich und zum Teil sogar täglich mit Internetverzögerungen. Häufige Probleme sind dabei das „Buffern“ von Plattformen sowie stockende ­Videokonferenzübertragungen bei Meetings oder im Homeschooling. Als Gründe für die schlechte Internetqualität nennen die befragten Verbraucher neben der übermäßigen Netzauslastung (53 %) die mangelhafte regionale Netzwerkinfrastruktur (57 %).

Eine funktionelle Infrastruktur bildet jedoch die Grundlage für eine effektive Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Rechnern. Für eine optimale Leistung muss die Latenz stimmen, also die Zeit des Hin- und Rückwegs einer Anfrage von Gerät A über das Netz eines Internet Service Pro­viders zur Plattform / Gerät B. Je weiter ­jedoch das Zielnetz vom Nutzer entfernt ist, desto höher ist die Latenz und desto ­bemerkbarer sind die Verzögerungen.

Die immer komplexer werdende Infrastruktur sowie die größer werdenden Datenmengen verändern folglich auch die Anforderungen an das Netzwerkgeschäft. Dabei gewinnen vor allem Services an Bedeutung. Das klassische Produktgeschäft ist somit auch im Netzwerk-Bereich Schnee von ­gestern, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels zeigen. 27 Prozent der befragten ITK-Fachhändler bietet nur Dienstleistungen an, respektive nur zwei Prozent auf das klassische Hardwaregeschäft setzen. Des Weiteren besteht das Geschäft von 37 Prozent der Partner überwiegend aus Dienstleistungen.

Dabei ist vor allem die Kommunikation im Channel wichtig, und dieses scheint dem IT-BUSINESS-Panel zufolge zu funktionieren. Demnach bewerten 38 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren die Zusammenarbeit mit Distributoren und Herstellern als „sehr zufriedenstellend“. Das sieht die Gegenseite ähnlich. Folglich 84 Prozent der befragten Distributoren und Hersteller mit dem Knowhow der Partner zufrieden sind.

Mit und oder ohne Kabel?

m Büro, Café oder Zuhause – WLAN findet sich heutzutage fast überall und die Vorteile sind neben der Mobilität auch der Komfort, jedoch hapert es noch oft mit den kabellosen Netzwerken. Für 69 Prozent der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren liegt das Hauptproblem in der mangelnden Abdeckung. Diese Ansicht teilen 45 Prozent der befragten Distributoren  und Hersteller. Letztere sehen in den Sicherheitsbedenken der Kunden das größte Problem (70 %). Das sehen 66 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren auch so. Die Inkompatibilität bestehender Infrastrukturen steht bei beiden Teilnehmergruppen auf Platz drei (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 61 %; Distributoren / Hersteller 30 %).

Top drei der Bestseller

Bei der Frage, welche Netzwerk-Bereiche aktuell ­gefragt sind, sind sich die befragten Teilnehmergruppen bei den Top drei einig. Auf Platz eins der Besteller steht Netzwerk Security (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 80 %; Distributoren / Hersteller 80 %). Kein Wunder, denn mit dem Umzug der Mitarbeiter ins Homeoffice hat das Security-Bewusstsein für das Netzwerk in vielen Unternehmen zu genommen. Insbesondere, da sich die Notlösung nun langfristig etabliert. Den zweiten Platz der aktuellen Renner belegt das Netzwerk-Management (ITK-Fachhändler / Systemintegratoren 72 %; Distributoren / Hersteller 75 %), gefolgt von der Standort-Vernetzung (Partner 61  %; Distributoren / Hersteller 65 %). Ebenfalls zwei Bereiche, die Pandemie-bedingt für Unternehmen an ­Bedeutung gewonnen haben.

Hürden beim Kunden

Worin liegen die größten Hürden für Netzwerk-­Projekte bei Endkunden? Für 60 Prozent der befragten ITK-Fachhändler / Systemintegratoren liegt das Hauptproblem in der Komplexität der Technologien. Das ­sehen 45 Prozent der Distributoren / Hersteller so. Sie halten das fehlende Knowhow der Kunden als größte Herausforderung (60 %). Dieser Ansicht schließen sich 55 Prozent der ITK-Fachhändler / Systemintegratoren an. Unstimmigkeiten zwischen Fachabteilung und IT stehen bei beiden Teilnehmergruppen auf Platz zwei (Partner 59 %; Distributoren / Hersteller 45 %).

IT-BUSINESS-Panel: Netzwerk & Infrastruktur 2021
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