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Neue Wege in Europa

Yamaha: vom AV- und Instrumenten-Profi zum UC-Spezialisten

| Autor: Ann-Marie Struck

Sound und Musik schaffen eine Verbindung zum Menschen.
Sound und Musik schaffen eine Verbindung zum Menschen. (Bild: © gonin - stock.adobe.com)

Der japanische Hersteller Yamaha ist vielseitig, neben Motorrädern ist er bekannt für Pianos sowie Musikinstrumente und gehört außerdem zu den wichtigsten Anbietern von AV- und HiFi-Geräten. Jetzt will der Sound-Experte langfristig den europäischen UC-Markt erobern.

Klang und Musik haben einen besonderen Einfluss auf die Menschen, lösen Emotionen aus und können Verbindungen zu Menschen herstellen. Der Hersteller Yamaha ist ein Profi, was Audio angeht. Mit 130 Jahren Erfahrung hat das japanische Unternehmen guten Grund sich Experte in Sachen Sound zu nennen. Bekannt ist das Unternehmen für Pianos und Musikinstrumente, zählt jedoch seit Jahren zu den wichtigsten Anbietern von AV- oder HiFi-Geräten sowie für professionelles Audio Equipment, welche seit den Sechzigerjahren zum Portfolio gehören.

Marcus-Michael Müller, Head of Sales & Marketing Unified Communications Europe bei Yamaha.
Marcus-Michael Müller, Head of Sales & Marketing Unified Communications Europe bei Yamaha. (Bild: Yamaha)

Der Schritt zu Unified-Communication-Lösungen war da nicht weit. „Wir haben alle Instrumente für ein Orchester, von der Flöte bis zur Pauke, im Sortiment“, erklärt Marcus-Michael Müller, der seit September 2019 verantwortlich für Yamaha UC in Europa ist. „Jetzt bieten wir auch Konferenztechnologien an.“ In Deutschland ist der Hersteller noch nicht für seine UC-Sparte bekannt, anders sieht das in seiner Heimat aus. Bereits 2005 erschienen die ersten Speaker-Phones in Japan. Seitdem hat Yamaha sich im japanischen Markt etabliert und ist dort darüber hinaus auch als Anbieter von Netzwerkprodukten, wie Routern oder Switches tätig.

Erfahrung mit Audio

Ferner fließt laut Müller bei der Entwicklung der UC-Produkte auch die Expertise aus dem Pro-Audio-Beschallungssektor mit ein, was für eine besonders hohe Audioqualität bei Konferenzen sorgen soll. „Die Marke Yamaha ist für ihren Sound bekannt, davon profitieren wir auch bei den UC-Produkten. Wir verfolgen das Ziel, einen besonders natürlichen, klaren Klang in Konferenzen zu erzeugen, ohne Hall, Rauschen oder Echos.“ Yamaha setzt hierfür seine selbst entwickelte Sound-Signal-Processing-Technologie SoundCap ein. Dank der Far Field Noise Reduction, der Self-Silence-Funktion und dem Self-Volume-Balancer entsteht beim Speakerphone YVC-330 dabei eine Art Kuppel, die auch in lauten Umgebungen Hintergrundgeräusche herausfiltert. Neben Rauschunterdrückung, Echo-Cancellation und Sprachoptimierung setzt Yamaha auch auf Spracherkennung, um eine natürliche Sprachqualität zu erzeugen. Bei Letzterem erkennt das Mikrophon die Richtung aus der gesprochen wird und richtet sich nach dem Sprecher aus.

Beide Technologien befinden sich in dem auf der ISE in Amsterdam vorgestelltem Konferenztelefon YVC-330.

Ein weiteres Fokusprodukt von Yamahas UC-Abteilung ist die Video Sound Bar CS-700. Eine Entwicklung der Firma Revolabs aus den USA, die Yamaha 2014 aufkaufte. Die Marke Revolabs integrierte Yamaha 2018 vollständig in die UC-Sparte. „Die alten Produkte werden auch nicht unbenannt, sondern existieren weiterhin als Sub-Marke“, so Müller. Der Zukauf an Wissen ist ein Teil der Strategie des japanischen Unternehmens sich international auf dem UC-Markt zu platzieren.

Auf Partnersuche

Für den Vertrieb setzt das Unternehmen auf Partner und erweitert aktuell noch seine Vertriebskanäle. Bisher lief noch viel über spezielle AV-Systemintegratoren, die Installationsprodukte beziehen. „Doch das Thema Unified Communication ist in der IT-Branche beheimatet und da ist der Channel von Relevanz“, erklärt Müller. Deshalb wird die UC-Sparte auch über Distributoren und Resellern laufen. Seit kurzem hat der Hersteller mit Syscomtec einen Distributionspartner in Deutschland gefunden.

Laut Müller sind sie derzeit noch in Verhandlungen mit weiteren Distributoren und Systemintegratoren, darunter Alltron in der Schweiz sowie die Großhändler Kindermann und Conrad. Der Weg von Yamaha, die eigene Marke auf den europäischem Kommunikationsmarkt zu platzieren, geht auch über auf UC-spezialisierte Distributoren. Bei komplexeren Installationsprodukten wird Yamaha auch in Zukunft direkt mit spezialisierten Fachhändlern zusammenarbeiten. Darüber hinaus gibt Müller das Versprechen, dass die bisherigen AV-Partner auch weiterhin die Produkte direkt beziehen dürfen.

Leider bremst die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Beschränkungen den Marktausbau aus, denn die geplanten Roadshows und Live-Events mussten abgesagt werden. Auch die Partnersuche wird dadurch nicht leichter. Zudem hat Yamaha pandemiebedingt im Pro-Audio-Bereich mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, gleichzeitig boomt aber das UC-Geschäft in Japan. „Unsere Work-from-Home-Palette erfreute sich einer erhöhten Nachfrage“, berichtet Müller. „Von den Speaker-Phones verkaufen wir normalerweise 1.000 Stück pro Monat, jetzt liegt die Stückzahl monatlich bei fast 5.000 in Japan.“ Auch für den europäischen Markt erwartet der Manager langfristig ein Wachstum von 20 bis 30 Prozent. „In den nächsten drei bis vier Jahren wollen wir im UC-Bereich drei bis vier Prozent der Marktanteile in Europa gewinnen“, erläutert Müller die Ziele von Yamaha. „Wir denken, dass sich der Conferencing-Markt in der Zeit nach Corona grundlegend verändern wird.“

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