Channel Fokus: Dienstleister der Zukunft Wird 2022 alles endlich neu?

Von Ann-Marie Struck

Das vergangene Jahr war für die ITK-Branche ein Auf und Ab, geprägt von einem steigenden Bedarf an IT-Equipment sowie Services in Unternehmen. Gleichzeitig herrschten Lieferengpässe und Materialknappheit. Was wohl die Zukunft bringen wird?

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Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Die alte Normalität. Das wünschen sich vermutlich viele Deutsche für das kommende Jahr zurück. „Endlich wieder“, und dann folgt eine Litanei an Sehnsüchten. Buzzword des vergangenen Jahres war jedoch nicht „Back to normal“, sondern „New ­Normal“. Der Begriff beschreibt einer Definition der Hauffe Akademie zufolge einen Zustand nach einer Krise, der sich drastisch von dem vor der Krise unterscheidet und ein Umdenken aller Beteiligten erfordert. Aktuell bezieht sich der Ausdruck auf die Digitalisierung der Arbeitswelt. Was noch zur „neuen Normalität“ gehört, wird sich noch zeigen.

Fest steht allerdings: Für die IT-Branche wäre ein Zurück nicht denkbar. Einmal hat der Antrieb an Digitalisierung, den alle Branchen in Deutschland durch die Pandemie bekommen haben, bei vielen Channel-Akteuren für volle Umsatzbücher ­gesorgt. Folglich darf und sollte die Digitalisierung auch weiterhin fortschreiten. ­Außerdem ist der Grundgedanke der Branche verknüpft mit Fortschritt und Innovation. Eine Rückwärtsgewandtheit passt schlichtweg nicht zu der durchweg ­zukunftsgerichteten IT.

Ein IT-Security-Ansatz wird in Zukunft nicht nur gewünscht, sondern erwartet. Auch alles zur Datenspeicherung muss von Dienstleistern adäquat beantwortet werden können.

Franz Obermayer,Geschäftsführender Gesellschafter, Foxgroup

Doch wie sieht die neue Normalität aus? Die beschleunigte Digitalisierung hat in den Statements der IT-BUSINESS-Panel-Teilnehmer zwei Bereiche wichtig werden lassen: IT-Sicherheit und Datenspeicherung sowie -sicherung. Logisch. Um das Thema IT-Sicherheit aufzugreifen. Schließlich verkörpert sich das „New Normal“ im hybriden Arbeitsplatz, und mit ihm stiegen im vergangenen Jahr auch die Zahl der Cyberattacken auf Unternehmen und Mitarbeiter. Die Tendenz bleibt weiter steigend.

Der Fokus liegt künftig auf Daten- und IT-Sicherheit, und darauf müssen sich nahezu alle einstellen.

Andrea Zocholl, Einzelunternehmer, AZ Beratung

So richtet sich auch der Channel nach den neuen Anforderungen, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels bestätigen. 60 Prozent der befragten Partner und IT-Systemintegratoren planen 2022 den Aufbau neuer Geschäftsfelder.

Das wiederum lässt die Zusammenarbeit im Channel wichtiger werden. Ferner sind 90 Prozent der Distributoren und Hersteller der Meinung, dass das Systemhaus als Kanal für sie in Zukunft noch wichtiger werden wird. Auch 52 Prozent glauben, dass die Zusammenarbeit mit der Distribution relevanter wird.

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Schwerpunkt Security und Service

Seit Jahren ist im Channel die Rede von Managed ­Services. Die wiederkehrenden IT-Leistungen bestimmen nicht nur das aktuelle Geschäftsmodell vieler IT-Systemintegratoren, sondern auch das künftige. Denn 57 Prozent der Partner und Systemintegratoren glauben, dass Managed-Service-Leistungen in Zukunft für ihr Geschäft an Bedeutung gewinnen werden. Sie sind jedoch gleichauf mit Security-Beratung und -Integration. Ein weiteres Thema, dass in Anbetracht der steigenden Sicherheitsvorfälle des vergangenen Jahres an Relevanz gewonnen hat. Ferner erwarten 46 Prozent der Partner und Systemintegratoren einen erhöhten Bedarf beim Anwendungsgeschäft, gefolgt von Public-Cloud-Dienstleistungen mit 42 Prozent. Kein Wunder, immerhin ist die Cloud auf dem Vormarsch.

Zukünftige technologische Treiber

Bei der Frage, in welche Technologiefelder Systemhäuser künftig in Knowhow investieren sollten, scheiden sich die Meinungen der Channel-Akteure. Für 53 Prozent der Partner und IT-Systemintegratoren steht ­Cybersecurity an erster Stelle. Dem schließen sich 50 Prozent der Distributoren / Hersteller an, ihr Platz zwei. Sie halten es viel wichtiger als Systemhäuser, Wissen über IT-Infrastrukturen und Datacenter aufzubauen (58 %). Das ist auch mit 39 Prozent der Platz zwei der Partner / IT-Systemintegratoren. Ihren dritten Platz der künftigen Technologien belegt mit 34 Prozent Infrastructure as a Service (Iaas). Das sehen 50 Prozent der Distributoren / Hersteller auch so. Sie halten jedoch Workplace & Collaboration sowie Software as Service für gleichbedeutende Technologien, für die Partner ihr Wissen ausbauen sollten.

Unterstützung für die Zukunft

Um für die Zukunft gut gewappnet zu sein, bietet die Distribution viele Leistungen an. Auf Platz eins stehen bei den befragten Partnern und IT-Systemintegratoren mit 62 Prozent Schulungen und Zertifizierungen, ­gefolgt von Presales Support mit 41 Prozent. Platz drei bekommt mit 40 Prozent die Projektbegleitung. Letzteres sehen 83 Prozent der Distributoren / Hersteller als künftig wichtigste Partnerunterstützung an. Außerdem erwarten 66 Prozent der Distributoren / Hersteller, dass Marketing- und Vertriebsunterstützung sowie Postsales Support wichtiger werden.

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